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Federspiel von Lichtenegg
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Wednesday, 07 March 2007
Auf dem Schlosse Maur, oberhalb des Meraner Stadtfriedhofes gelegen, saßen, seit 3.1.1749, die Freiherrn von MAMMING. Durch Heirat der Maria Elisabeth von MAMMING mit Johann von FEDERSPIEL (Federspihl, Federspil) kam Maur an die Familie FEDERSPIEL.

Die FEDERSPIEL stammen aus dem hohen Rätien, sind Schweizer Uradel und hatten ihren Stammsitz in Ems in der Herrschaft Rhazüns im Hinterrhein-Tale. Dadurch, dass zwei Mitglieder der Familie FEDERSPIEL Fürstbischöfe von Chur wurden, und Chur die Herrschaft über das Schloss Fürstenburg bei Burgeis innehatte, wurden die FEDERSPIEL auch Burghauptleute von Fürstenburg und siedelten sich im Laufe der Zeit im Burggrafenamte an. Der erste uns bekannte, Pankraz FEDERSPIEL, war Land-Amtmann der Herrschaft Razüns in Oberrems; sein Sohn, Johann, Amtmann des Stiftes Pfeffers.

Rudolf Luzius von FEDERSPIEL, Sohn des vorgenannten Johann von FEDERSPIEL, war Landrichter und Schlosshauptmann von Fürstenburg. Er erlangte am 30.12.1713 eine Bestätigung des schon im Jahre 1702 verliehenen Freiherrenstandes und des freiherrlichen Wappens. Seit 1698 besaß er den Schaller-Hof in Lana und den Edelsitz Lichtenegg (Mals), dessen Namen er auch als Prädikat führte. Er war mit Maria Elisabeth Katharina Freifrau von ROST vermählt (1728). Sein Bruder, Ulrich von FEDERSPIEL, wurde am 28.2.1692 Fürstbischof von Chur. Unter ihm wurde das Gymnasium der Benediktiner in Meran erbaut (1724); er starb am 11.10.1728.

Johann Anton von FEDERSPIEL, Sohn des Rudolf Luzius, wurde am 6.2.1755 Fürstbischof von Chur und starb am 27.1.1777. Ein anderer Johann von FEDERSPIEL war Burghauptmann in Fürstenburg und starb 1782 in Burgeis. Er war mit Maria Elisabeth Freifrau von MAMMING, Erbin des Schlosses Maur vermählt, wodurch Maur an die FEDERSPIEL kam. Josef von FEDERSPIEL starb im Jahre 1804 in Mals.

Im Jahre 1726 wurden die FEDERSPIEL in die Tiroler Adelsmatrikel eingetrgen.

Luzius Freiherr von FEDERSPIEL, war mit Maria von STERZINGER (geboren um 1728), Enkelin des Siegers an der Pontlatzer Brücke (1703), Martin Andreas von STERZINGER, vermählt; die Ehe blieb kinderlos.

Maria Kreszentia Freifrau von FEDERSPIEL und LICHTENEGG, geboren 15.2.1783, als Tochter des 1782 verstorbenen vorgenannten Burghauptmannes von Fürstenburg, Johann von FEDERSPIEL (also eine nachgeborene Tochter), liebte Hunde und Katzen, war sparsam und misstrauisch, aber fromm und wohltätig. Der einzige, dem sie Vertrauen schenkte, war Johann KRELL, ein österreichischer Patriot, der als Leutnant die Feldzüge 1797, 1809 und 1848 mitmachte und am 18.6.1859 in Mals starb. Von den Burggräflern wurde Baronin Kreszenz die „Gnädige von Mais“ genannt und mit einer gewissen Scheu behandelt. Als sie am 28.12.1858 auf ihrem Schlosse Maur in Untermais starb, spannten sich allerlei Legenden um ihren Tod. Auf dem Dachboden ihres Hauses fand man zahlreiche Kisten, mit Silber voll gefüllt. Um das reiche Erbe der Baronin entstand ein langwieriger Prozess. In ihrem Testament hatte sie, nach einigen Begünstigten, alle ihre Verwandten im weitesten Sinne, ohne Unterschied des Verwandtschaftsgrades, nach Köpfen, zu gleichen Teilen eingesetzt, wodurch bei der Verlassenschaftsabhandlung eine nach Hunderten zählende Menge von Erbansprechern, besonders aus Tirol und aus Graubünden, sich meldeten. Ein kaum je dagewesenes Testament und Schauspiel!
Sie war die letzte Namensträgerin der Freiherrn von FEDERSPIEL; das Schloss Maur kam nach ihrem Tode an ihren Neffen Otto Grafen von MAMMING.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „Meran – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 69-71.
 
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