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Page 8 of 12 Grandes de Portugal Auch in Portugal hat das Wort Grande die ursprüngliche Bezeichnung „Ricos homes“ für die Großen des Landes verdrängt, wogegen sich, zumal seit der spanischen Okkupation (1580-1640), der Usus einstellte, die namhaften einheimischen Geschlechter eben als die „Granden von Portugal“ anzusehen. Indes war dieser Ausdruck in keiner Weise bodenständig, wie auch eine amtliche Systemisierung der großen portugiesischen Geschlechter als Granden keineswegs stattgefunden hat. Maßgebend für die Werteinschätzung einer Familie war hier das Vorhandensein ihres Wappens in der „Sala dos Brazaos“ des königlichen Schlosses zu Cintra (Brazao, Blason, Wappen). Im Wappensaal dieses ehemals maurischen Schlosses ließ um das Jahr 1515 König Emanuel (1493-1521) die Wappenschilde der 74 alten Geschlechter anbringen und zwar nach streng geregelter Auswahl. Die bei diesem Vorgang gewahrte Aufeinanderfolge der einzelnen Wappen ergab eine von amtswegen aufstellte Norm, eine offizielle Rangierung, nach welcher dem betreffenden Hause Rang und Bedeutung zuerkannt wurden. Um auch hier nur die Bekanntesten zu nennen, sei erwähnt, dass in der „Sala dos Brazaos“ (Sala das Armas) die Meneses (Tarouca) den Rang 6 einnahmen, während die da Cunha auf Nr. 8 figurieren, die Sousa auf Nr. 9, die Silva auf 13, die Almeida auf 16. Die nachmals auch in Preußen ansässigen Lobo da Silveira, die Grafen Oriola, erscheinen unter 35, indes die Sippe des großen Vasco da Gama mit Nr. 54 vorlieb nehmen musste.
QUELLEN: - Gaetano de Sousa - „Memorias historicas e genealogicas dos Grandes de Portugal“, Lisboa, 1755.
- Albano da Silveira-Pino - „Resenha (Register) das Familias Titulares e Grandes de Portugal“, 2 Tom., Lisboa, 1883.
- Anselmo Braamcamp Feire - „Brazaos da Sala de Sintra“, 3 Tom., Verlang der Universität Coimbra, 1927.
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