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Terminologie adelsrechtlicher Begriffe
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Sunday, 10 June 2007
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Terminologie adelsrechtlicher Begriffe
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Priori delle Arti
 

Priori delle Arti

Der Ausdruck war dadurch entstanden, dass  in den mittelitaliensichen Städten dem Leiter der Munizipal-Vertretung (Prior consulum) der Titel „Priore“ gegeben wurde. Seit Ende des 13. Jahrhunderts bezeichnete man in Florenz die gewählten Repräsentanten der Zünfte als „Priori“, welche im Verein mit dem „Gonfaloniere di Giustizia“ die oberste Stadtbehörde, die „Signoria“ gebildet haben. Einen wesentliche Bestimmung bestand vor allem insofern, als ursprünglich der einzelne Bewerber um das „Priorat“ in den Zunftmatrikel verzeichnet sein und persönlich ein Gewerbe, ein Handwerk, ausüben musste. So befand sich z.B. Dante Alighieri, als er zum Prior gewählt wurde, im Register der Ärzte und Heilkünstler verzeichnet. Eine weitere Vorschrift sollte die Wahl von Adeligen hintanhalten, eine Maßnahme, welche sich jedoch bei der großen Bedeutung, die im Mittelalter dem italienischen Stadtadel zukam, als undurchführbar erwies.

So kamen im Laufe der Machtkämpfe die der Nobiltá auferlegten Beschränkungen im Wegfall, wobei umgekehrt auf dem „Priorat“ nun ein adeliges Prärogativ wurde. Noch dazu gelangten im 15. Jahrhundert die Medici und deren Anhang zur Herrschaft, womit die „Priori“ mit dem Begriff „Vertreter der Zünfte“ nicht mehr viel gemein hatten, vielmehr sich nun damit abfinden mussten, als Werkzeug der Machthaber wirken zu dürfen. In adelsrechtlicher Beziehung gewann aber das „Priorat“ insofern große Bedeutung, als das Erlangen dieser Würde einer „Erhebung in den Adelsstand“ geradezu gleichgesetzt wurde. Und wer die Abstammung vor Mitte des 16. Jahrhunderts nachzuweisen vermochte, der erwarb damit ein Anrecht auf die Würde des „Patriziats“, eine Bestimmung, welche1751 noch dahin erweitert wurde, dass ein Geschlecht, bevor es ins „Patriziat“ aufgenommen werden konnte, vorher durch wenigstens zweihundert Jahre als adelig angesehen werden musste. In dieser Hinsicht haben also die in ihrer ursprünglichen Tendenz adelsfeindlichen „Priori“ eine Wandlung ins Umgekehrte durchgemacht, umso mehr als sie dem „Patriziat“, jener Elite der einheimischen Aristokratie, geradezu Vorschub zu leisten bestimmt waren.

Wie in der Hauptstadt Toskanas, so hat es auch in anderen Munizipien Mittelitaliens „Priori“ gegeben, so z.B. in Arezzo und Volterra, um hier eine ähnliche Entwicklung zu erleben wie in Florenz selbst. Vergleicht man unseren Terminus mit anderen ähnlichen Einrichtungen außerhalb Italiens, so wird man vielleicht am „Aldermann“ des mittelalterlichen England, am westdeutschen und niederländischen „Gildenmeister“ verwandte Anklänge feststellen. Erinnern ja die großen Gemeinwesen der ober- und mittelitalienischen Kulturbereiches in manch einer Hinsicht an die reichen Handelsemporen im Burgundischen, wie etwa an Gent und Brügge.

Von den Geschlechtern Toskanas sind vor allem die Aldobrandini, welche darauf hinweisen können, der Stadt Florenz 29 „Priori“ (und drei „Gonfalonieri di Giustizia“) gegeben zu haben.

QUELLE:

  • Haberkern und Wallach: „Hilfswörterbuch für Historiker“, Berlin 1935; dazu freundliche Mitteilungen aus italienischen Fachkreisen (Archivio di Stato, Siena); Egbert Silva-Tarouca, Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser Band V (1959) Seite XXI ff., Gesamtreihe Band 19, C.A.Starke Verlag. 


 
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