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Egger von Marienfrid
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Wednesday, 07 March 2007

Zu den vielen in Tirol verbreiteten Familien des Namens EGGER gehören auch die EGGER aus Kufstein. Als ersten finden wir Georg EGGER, der, 1659 geboren, vierzig Jahre lang bei verschiedenen Tirloler Landgerichten diente (Adelsarchiv Wien), Landrichter in Steinach am Brenner (1698), in Passeier und zuletzt in Kufstein war. Er erlangte am 22.10.1726 vom Kaiser Karl VI. für seine treuen Dienste im Richteramte den Adelstand mit dem Prädikate "von Marienfrid". Georg blieb von 1705 bis 1735 Landrichter und Stadtrichter in Kufstein, wo er im Jahre 1737 starb; dann folgte ihm sein Sohn Johann-Sebstian im Amte.

Die EGGER dürften schon früher ein Wappen erhalten haben, da Georg schon (1698) vor seiner Nobilitierung ein Wappen führte, das dann bei seiner Adelung in ein adeliges Wappen umgestaltet wurde (Löwe, ein Schwert abstreckend).

Johann-Sebastian von EGGER, Sohn des Georg, war 1735 bis 1769 Landrichter in Kufstein und wurde mit seinem Sohne Anton von EGGER am 29.7.1762 in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen.

Dr. Johann Kaspar von EGGER, war landschaftlicher Syndikus und fuhr 1723 nach Wien, um eine Befreiung von der dem Lande Tirol auferlegten Kriegsanleihe von 120.000 Gulden zu erwirken. Statt einer Gewährung seiner Bitte mußte EGGER nur Tadelsworte in Wien hören. Im Dezember 1728 reiste Dr. von EGGER wieder nach Wien, um verschiedene Beschwerden und Wünsche beim Hofe vorzubringen. Er erwirkte jedoch nur die angesuchte Errichtung einer ständischen Aktivität in Tirol. Für diese Reise erhielt Dr. von EGGER 700 Spezies-Dukaten als "Verehrung". Im Juli 1734 sandte man den Dr. von EGGER wieder nach Wien, um gegen die übergroßen Kriegslasten zu protestieren, jedoch war seine Mission wieder erfolglos. Im Jahre 1743 gab von EGGER eine energische Erklärung gegen die neue Vermögenssteuer ab, worauf die Stände den Auftrag erhielten, den Dr. von EGGER so lange vom Amte zu suspendieren, bis seine Wiedereinstellung vom Wiener Hofe erlaubt würde. Im Jahre 1749 stellte er die Tiroler Landesfreiheiten (79) zusammen. In Innsbruck besaß Johann Kaspar von EGGER die Häuser Liebeneggstraße 2 und Innstraße 7 (1741).

Dr. Josef Anton von EGGER, wohl ein Sohn des Dr. Johann Kaspar, war ebenfalls landschaftlicher Syndikus und Gerichtsherr in Naudersberg (1756). Im Sommer 1762 wurde er im Auftrage der Tiroler Landschaft nach Wien geschickt und am 3.9.1762 von Kaiserin Maria Theresia in Audienz empfangen. EGGER erbat von der Kaiserin eine Münzerhöhung für Tirol, die ihm auch bewilligt wurde. Josef Anton von EGGER war seit etwa 1778 mit Maria Elisabeth von MAYRL, Tochter des Johann Baptist von MAYRL und der Maria Anna von MENZ, verehelicht.

Dr. jur. Anton Maria von EGGER-MARIENFRID, Sohn des Johann-Sebastian, war 1819 landschaftlicher Buchhaltungs-Ingrossist und 1838 ständischer Verordneter. Er hat in Pradl großen Grundbesitz und galt als sehr vermögend. Dr. Anton von EGGER gab der aus dem Klarissen-Kloster in Hall vertriebenen, mit ihm verwandten Anna Klara von STERZING und den aus dem Servitinnen-Kloster in Innsbruck ausgewiesenen Servitinnen Maria Franziska Salesia von STERZING, Maria Klara von KALER und Maria Theresia von KLEBELSBERG am 10.10.1782 in seinem Pradler Hause Unterkunft, andere Ex-Nonnen sandte er in sein Haus in Kematen. In erster Ehe hatte Anton die Antonia von WÖRNDLE (gestorben 1826), in zweiter Ehe die Anna RUNGGER zur Gattin. In Innsbruck besaß Anton das Haus Pfarrplatz 11 (1775). Aus erster Ehe hatte er eine Tochter Anna von EGGER (geboren 8.7.1805, gestorben 15.6.1831), seit 5.8.1825 Gattin des Advokaten und Großgrundbesitzers Dr. Karl Franz Josef von KLEBELSBERG (geboren 26.12.1794 in Brunneck, dort gestoren 31.10.1865). Aus erster Ehe stammen noch ein Sohn, Alois, und eine Tochter, Julie.

Alois von EGGER, geboren 8.8.1824 in Pradl, war Finanz-Offizial und seit 18.8.1857 mit Franziska GEBHARD, geboren 27.8.1830, Tochter des Innsbrucker Kaufmannes Hans GEBHARD, vermählt. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter Marianne, geboren 2.2.1859 in Pradl, gestoren 27.3.1886, Gattin des Heinrich FRITSCH.

Julie von EGGER, geboren 7.4.1812, vermählte sich 1835 in Pradl mit Johann SCHUMACHER, geboren 1806 in Innsbruck, Sohn des Bürgermeisters von Innsbruck, Kasimir SCHUMACHER, in der Zeit Andreas Hofers, gestorben in Innsbruck am 24.4.1852, Buchhändler. Julie starb in dem ihrem Sohne Ludwig gehörigen Ansitze Taschenleben bei Hall am 29.6.1890. Ihr Sohn Anton SCHUMACHER, geboren in Innsbruck 17.4.1836, gestoren dort am 16.4.1918, erhielt am 30.11.1898 den Adelstand mit dem Prädikate seiner Mutter "von Marienfrid", da die "EGGER von MARIENFRID" damals schon erloschen und das Prädikat daher "ledig" war.

Dr. Ferdinand von EGGER-MARIENFRIED, Sohn des Anton, geboren am 14.11.1827 in Innsbruck, war Gutsbesitzer in Pradl und übergab 1899 seine Liegenschaft in Pradl (Leopardi-Schlößl, Egerdachstraße 13) der Stadt Innsbruck.

Leopold von EGGER, Sohn des Anton, geboren 14.11.1828 in Innsbruck, war Rittmeister bei den 10er Dragonern und vermählte sich am 26.6.1873 in Oberdorf in Bayern mit Elisabeth NAUß, geboren 20.6.1842 in München, Tochter des Generalmajors und Kommandanten der Festung Ulm, Josef NAUß, und der zu Ulm am 18.5.1857 verstorbenen Elisabeth von SCHMOEGER. General NAUß war der Sohn des Landrichters von Aschau (bei Ernberg), Andreas NAUß und der Elisabeth LANG. Diese war die Tochter und Erbin des reichen Handelsherrn zu Reutte, Johann LANG, und der Elisabeth von HUEBER-MAUR. Von Leopold von EGGERs Kindern ehelichte Maira von EGGER, geboren 7.11.1877 in Innsbruck, den Oberlandesgerichtsrat Dr. Otto von UNTERRICHTER, geboren 29.11.1872 in Welsberg, gestorben 24.12.1949 in Innsbruck, Elisabeth von EGGER, geboren 7.7.1874, den Sparkassen-Beamten Otto PECHLANER in Innsbruck.

Dr. Johann von EGGER, Sohn des Anton, geboren 16.3.1830 in Innsbruck, war praktischer und städtischer Polizei-Arzt in Graz und ehelichte dort am 15.10.1862 die Sabine SPILLER, geboren 11.11.1845 in Graz, Tochter des Kaufmannes Martin SPILLER und der Maria KRENBEIß. Sabine von EGGER starb am 21.12.1903 in Graz, Dr. med. Johann von EGGER starb in Graz am 5.7.1900.

Anna von EGGER, Tochter des Dr. Anton aus dessen zweiter Ehe, geboren 22.12.1832, wurde am 7.7.1869 zu Innsbruck die Gattin des Majors Georg Ritter von SEDLMAYR-SEEFELD, geboren 4.11.1833 in Feldkirch, gestoren um 1892 in Brixen. Ihre Schwester, Marie von EGGER, geboren 20.5.1827 in Innsbruck, vermählte sich am 3.7.1877 mit dem Bezirkshauptmann von Imst, Hofrat Josef von RÖGGLA zu MAYENTHAL, geboren 28.6.1828 in Innsbruck.

Da die männlichen Nachkommen des Anton von EGGER keine Söhne hatten, ist die Familie EGGER von MARIENFRID im Jahre 1907 erloschen.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "Beiträge zur Familiengeschichte Tirols - Nordirol Bürger- und Edelgeschlechter ", Innsbruck 1954, Schlern-Schriften Bd. 131, Seite 27 f.
 
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