|
Vermutlich aus dem Dorfe Egelsee in Niederbayern kamen die Herren von EGELSEE um 1375 nach Südtirol. Im Jahre 1377 finden wir das Wappen (drei Kugeln) des Stefan von EGELSEE, Gatten der Anna von NIEDERTHOR, auf einer Urkunde.
Hans (I.) von EGELSEE wurde im Jahre 1384 vom Herzog Leopold mit der Pflegschaft über die Klause Fernstein und mit dem Gerichte Imst auf Lebenszeit belehnt. Durch seine Heirat mit Margarete von MONTANI erwarb er das Schloss Salegg (bei Bozen). Wir finden Hans von EGELSEE auf Urkunden in der Zeit von 1390 bis 1394 als Zeugen. Am 1.11.1388 wurde Hans Pfleger von Petersberg (bei Silz), im Jahre 1386 Pfleger von Laudeck (bei Ladis); im Jahre 1396 trat Hans von EGELSEE, der den Beinamen „von FEIGENSTEIN“ führte, die Feste Petersberg, die Pfandschaft Laudeck und das Gericht Imst dem Landesfürsten wieder ab. Um 1398 dürfte Hans gestorbens ein, denn der Vormund seiner Kinder, Randold von BRANDIS, löste 1399 den Ansitz Korb (Missian) ab. Hans (II.), Sohn Hans (I.), besaß den Edelsitz „Mair an Turn“ (Dorf Tirol) und erwarb 1399 das Schloss Neuberg (Obermais). Er gab dem Schlosse den Namen „Feigenstein“ (Vaygenstain). Im Schlosse erbaute er eine schöne Marienkapelle, die am 2.2.1413 geweiht wurde. Im Jahre 1432 erwarb Hans ein Drittel des Schlosses Boimundt. Ulrich, Bruder des Hans (II.), fungierte 1420 und 1423 als Zeuge auf Urkunden, trat 1407 dem Elefantenbunde, 1423 dem Adelsbunde bei, zog 1422 gegen das Schloss Schenna, war seit etwa 1405 mit Veronika von VEGLER, Tochter des Niklas von VEGLER-HAUZENHEIM vermählt und besaß 1440 den Edelsitz Tiergarten in Untermais. (Nach einer Urkunde vom 9.3.1438 gab es in Nieder-Lana einen Egel-See.) Stefan von EGELSEE war der Letzte der Familie und starb um 1483. Seine Erbtochter Anna von EGELSEE vermählte sich mit Hans von KASSLER-BOIMUNDT, wodurch das Schloss Neuberg-Feigenstein an die Familie BOIMUNDT (1510) und 1543 an die Herren von TRAUTTMANSDORFF gelangte. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN– Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 64 f.
|