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Eccher von Marienberg
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Wednesday, 07 March 2007

An der nördlichen Talseite, am Eingang in das Nonsbergtal, liegt das Felsenschloß "Kronmetz" (Mezzocrona), das in eine tiefe Spalte der senkrecht abfallenden Felswand gebaut ist. Hier ist die Heimat der ECCHER (Egger), die sich später in die umliegenden Ortschaften Mezzolombardo, Fondo und Folgia verbreiteten.

Als Ahnherr der ECCHER wird Christian (I.), Gatte der Domenica, bezeichnet. Er hatte mehrere Kinder, von denen Jakob (Giacomo), mit Christine VALDUGA, Tochter des Bartlmä VALDUGA, seit 14.11.1663 (Folgaria) vermählt war; Jakob war am 2.5.1607 geboren. Von Jakob stammen zwei Söhne, Karl und Christian (II.)

Christian (II.), Gatte der Katharina, war am 6.7.1640 in Folgaria geboren und Soldat in Castell Beseno. Sein Sohn Josef Anton von ECCHER vermählte sich mit Katharina TRAIT; er war am 18.1.1699 in Besano (bei Calliano) geboren.

I. Trienter Linie

Christian (III.) = Stefan = Anton von ECCHER, Sohn des Josef Anton, erblickte am 19.1.1725 in Mezzolombardo das Licht der Welt, ehelichte in Giovo (Wälschmichael) die Luzia TIEFFENTHALER, aus einer am 23.2.1580 mit einem Wappenbrief ausgezeichneten Salurner Familie. Christian erlangte am 1.4.1783 vom Fürstbischof von Trient, Peter Vigil Graf THUN, eine Adelsbestätigung und bewarb sich dann um eine Adelsbestätigung durch den Kaiser. Vier Jahre lang kämpfte Christian unverdrossen um sein Recht. Er war sehr reich und Pächer der Grafen Firmianschen Dynastial-Herrschaft in Deutschmetz, wo Christian seinen ständigen Wohnsitz hatte. Die Hofkanzlei in Wien warf ihm vor, er habe sich in einem Briefe an seinen Dynasten, Grafen Firmian, mit "suddito servidore" ("untertänigster Diener") unterzeichnet, was "für eine freien Tiroler unpassend" sei. Auch hätten sich seine angeblichen Vorfahren manchmal "ECCHER ab Ecco" und manchmal "Egger von Egg" geschrieben, wodurch Zweifel an der Identität der beiden Familien und der vorgelegten Urkunden bestünden. Christian entkräftete in zahlreichen, manchmal sehr energisch stilisierten Eingaben alle Bedenken der Wiener Bürokraten. Der dicke Adelsakt (Adelsarchiv Wien) trägt die Aufschrift "Privilegium ECCHERianum" und enthält mehrere adelsrechtlich interessante Exkurse, so ein 20 Seiten langes, scharfsinniges Elaborat des Vorstandes des Fiskalamtes in Mezzocorona, J. G. von SARDAGNA, vom 11.4.1791. Schließlich siegte Christian von ECCHER, denn am 10.6.1791 (ausgefertigt am 2.11.1791) verlieh ihm Kaiser Leopold II. eine Adelsbestätigung mit dem Prädikaten "ab Ecco und Marienberg".

Christian (IV.) = Johann = Anton, geboren 25.9.1767 in Mezzolombardo, Sohn des Christian (III.), war seit 10.2.1795 (Bozen) mit Maria Anna von PILATI zu TASSUL verehelicht. Sein Sohn Emanuel (I.), geboren 23.5.1803 in Mezzotedesco, hatte seit 1.9.1828 (Sporimonore) die Gräfin Klementine von SPAUR zur Gattin. Deren Sohn, Emanuel (II.), geboren 16.I.1831 in Mezzotedesco, war seit 7.8.1858 Gemahl der Luigia von FERRARI. Heinrich (August Maria), geboren 25.7.1865 in Denno (Mezzolombardo), erlangte als Leutnant des Landwehr-Baons Nr.26 (Klagenfurt) im Jahre 1891 eine Richtigstellung seines Namens von "Egger" in ECCHER ab Eccho".

Von Eugen-Christian, Enkel des Christian (III.) von ECCHER, geboren 1797 in Mals, stammte Dr. Alois von ECCHER, praktischer Arzt in Bozen. Dessen Sohn, Hermann von ECCHER, geboren am 11.8.1860 in Unterfennberg bei Neumarkt, dessen Mutter Enrika VIGILII von KREUTZENBERG war, erwirkte auf Grund des Nachweises von 16 adeligen Ahnen, im Jahre 1895, beim Kaiser seine Ernennung zum k.u.k. Kämmerer, eine für einfachadelige Personen seltene Auszeichnung. Hermann von ECCHER starb als Generalmajor in Meran am 28.10.1937.

Eine ausführliche Genealogie der Trienter Linie der von ECCHER enthalten das "Elenco ufficiale della Nobilità Italiana", Rom, 1934, Seite 302 f., und das "Libro d'Oro", Rom, 1933/1936 und 1937/1939. Im "Elenco" sind allein 73 Mitglieder der Familie von ECCHER verzeichnet.

Karl von ECCHER, geboren 6.11.1635, Sohn des Jakob (geboren 1607), war oberösterreichischer Raitrat und erlangte am 4.9.1693 ein Adelsbestätigung mit Extensions-Diplom, d.h. das verlorengegangene Diplom seine Vaters wurde erneuert und auf ihn ausgedehnt. Sein Sohn, Dominik, war am 4.9.1693, dessen Sohn Johann Baptist (I.) am 27.9.1716 geboren. Dieser Johann Baptist (I.) erhielt am 25.9.1788 eine Bestätigung des alten Adels. Dominik-Alexander von ECCHER, Sohn des Johann Baptist (I.), hatte einen Sohn, Johann Baptist (II.), welcher Seiden-Färber-Meister in Wiener Neustadt war und am 25.8.1848 sich den Adelsstand vom Kaiser bestätigen ließ.

Diese oftmaligen Adelsbestätigungen in der Familie von ECCHER waren erforderlich, weil sich die ECCHER in manchen Generationen, wegen eines bürgerlichen Berufes, des Adels nicht bedienten und die Urkunden vernichteten.

II. Die Innsbrucker Linie

Alfons der Ältere von ECCHER ab Eccho (Ecco) zu Marienberg, ein Nachkomme des Jakob (gestorben 1607), war Gutsbesitzer, Steuer-Administrator und zuletzt Hofrat. Seit 18.4.1865 war er mit Maria von KORPER zu Marienwerth, geboren 27.10.1843, gestorben 5.3.1932 in Innsbruck, Tochter des am 24.12.1867 geadelten Hauptmünzamts-Direktor Karl von KORPER und der Maria von PACHNER-EGGENDORFF vermählt.

Dr. Alfons der Jüngere, Sohn des Alfons des Älteren, geboren 2.4.1866, studierte die Rechte, trat in Tiroler Finanzdienste und brachte es in jungen Jahren zum Präsidenten der Tiroler Finanzprokuratur. Nach seiner Pensionierung wurde er Rechtsanwalt in Innsbruck und genoß als solcher den Ruf eines scharfsinnigen Juristen. Er war mit Rosa von SPAUN (geboren 1871, gestorben 2.10.1952), Tochter des Sektionschefs Dr. Johann Ritter von SPAUN vermählt (1894) und starb in Innsbruck am 4.4.1948.

Alfred von ECCHER, Sohn des Alfons des Älteren, geboren 20.11.1868 in Innsbruck, wurde Flieger-Offizier, Regierungsrat und Oberst. Er gründete am 1.6.1925 den Innsbrucker Flughafen (Reichenau) und wurde dann Kommandant der Segelfliegerschule in Wien. Im August 1927 rettet er durch einen kühnen Flug mit seinem Flugzeug "Tirol" zwei am Arlberg verunglückte Flieger vom sicheren Tode. Alfred von ECCHER starb am 24.11.1937 in Wien.

Anton (Tono) von ECCHER, Sohn des Alfons des Älteren, geboren 24.12.1871, war akademischer Maler, studierte an den Akademien zu München und Wien und war mit Mania von KWIATKOWSKA (geboren 1876, gestorben 25.1.1944 in Innsbruck) vermählt. Sein Bruder Karl (Carlo) von ECCHER, war Hauptmann d. R., wurde Landes-Rechnungs-Direktor und starb an den erlitternen Kriegsverletztungen am 1.4.1942 in Innsbruck, mit Hinterlassung seiner Witwe Ella WALDE.

Dr. Oswald von ECCHER, Sohn des Alfons des Älteren, geboren 10.8.1867 in Mezzocorona, wurde Offizier, Kommandant der Kopal-Jäger in Vigo di Fassa (1914), trat in den Generalstab, wurde im Weltkriege 1914/18 Kommandant der 1. Kaiserjäger-Brigade, nach dem Kriege Landesbefehlshaber von Tirol und starb als Generalmajor am 11.12.1935 in Innsbruck.

Von der Familie von ECCHER, die einen pfeilschießenden Türken im Wappen führt, finden wir in der Literatur noch: Friedrich von ECCHER, im Jahre 1848 Kadett der 23. Kompanie des Tiroler Kaiserjäger-Regimentes, war am 18.3.1848 Hauptwache-Kommandant der Stadt Crema (Cremona), schützte als solcher die kaiserlichen Embleme auf dem Platzkommando-Gebäude von den Angriffen der Insurgen und schlug sich dann durch die bedeutende Übermacht der Rebellen durch. Hierfür wurde er zum Leutnant befördert.

Ignaz von ECCHER, geboren 1807, war im Jahre 1848 Oberleutnant und rettete in Crema den in Lebensgefahr befindlichen Adjutanten des Brigadiers Erzherzog Ernst, Fischer, dadurch, daß er, obwohl allein, mit gezogenem Säbel sich auf den Insurgentenhaufen losstürzte und so den schon auf dem Boden liegenden Kameraden befreite. Ignaz von ECCHER starb 94-jährig, als Oberstleutnant in Brixen am 23.5.1901.

Robert von ECCHER, geboren 1866, war Gerichtsvorsteher in Zell am Ziller, Gatte der Maria Schwarz (geboren 1885, gestorben 27.11.1935 in Innsbruck), Tochter des Steuereinnehmers Darius Schwarz und der Louise von OTTENTHAL; Robert starb als Hofrat am 4.7.1949 in Innsbruck. Sein Bruder Hermann von ECCHER, geboren 6.7.1870, war 1919 bis 1939 Kommandant des Invalidenhauses in Hietzing und starb als Generalmajor am 15.1.1950 in Wien.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "Beiträge zur Familiengeschichte Tirols - Nordtiroler Bürger- und Edelgeschlechter ", Innsbruck 1954, Schlern-Schriften Bd. 131, Seite 24.
 
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