Newsflash

Sie sind auf der Suche nach einem Wappen, Datum einer Nobilitierung oder Standeserhöhung?
Im FORUM können Sie Ihre ANFRAGEN posten.

 
Brandis
User Rating: / 1
PoorBest 
Tuesday, 06 March 2007
Südwestlich der Pfarrkirche von Nieder-Lana starren die Ruinen des verfallenen Schlosses BRANDIS empor. Unferne davon leuchtet – ein merkwürdiger Gegensatz – neu erbaut, das Schloss NeuBRANDIS von seiner erhabenen Lage. Von hier stammen die Herren von BRANDIS, eines der hervorragendsten Edelgeschlechter Tirols.

Als ersten BRANDISer finden wir Bandhoch (Prantoch von Loeinnon, Leonano, Lounon, Louneburch), dann Heinrich, dessen Söhne Hildebrand, Advokat des Klosters Wilten (1212), und Heinrich Bertold. Am 12.9.1236 teilten sie das väterliche Erbe. Prantoch (gestorben 1250) nannte sich 1236 nach seinem neuen Schlosse „von BRANDIS“, seine Brüder weiterhin „von LEONBURG“ bis deren Linie mit Zyprian von LEONBURG im Jahre 1437 erlosch, worauf auch Schloss Leonburg (Launaburg, Lananburg, oberhalb Lana) an die BRANDIS er fiel.

Eine ausführliche Stammfolge der Herren von BRANDIS enthält das BRANDIS’sche Familienbuch von Ferdinand Graf BRANDIS (als Handschrift gedruckt 1889), Gabriel von BUCELINI’s „Stemmatographia Germania“ (2. Teil), Franz Karl WISSGRILLs „Schauplatz des landsässigen Niederösterreichischen Adels“, 1. Band (1794 Wien) und die Gothaschen Gräflichen Taschenbücher 1876, 1924, usw. In diesen Werken sind Hunderte von Mitgliedern dieser alten Familie angeführt, die meistens in der Geschichte Tirols eine bedeutsame Rolle spielten.

Im Burggrafenamte besaßen die BRANDIS die Schlösser Vorst (1477), Fahlburg (1580), Braunsberg (1402), Meyenburg (1648) und Stein unter Lebenberg (1599).

Unter den hervorragendsten Mitgliedern dieses uralten Geschlechtes finden wir:

Jakob Andreas Freiherrn von BRANDIS, Sohn des Johann Heinrich und der Margarete von THANNRADL-THERNBERG, geboren 10.1.1569 in Wiener-Neustadt, gestorben 7.11.1629 auf der Fahlburg, Landeshauptmann und Burggraf von Tirol. Er schrieb eine Tiefgründige „Geschichte der Landeshauptleute von Tirol“ (im Druck erschienen Innsbruck, 1850). Er war erster Erblandsilberkämmerer von Tirol.

Andreas Wilhelm, Hofkammer-Vize-Präsident und Veit-Benno von BRANDIS, Söhne des Jakob-Andreas, wurde am 16.2.1654 in den Reichsgrafenstand erhoben. Veit-Benno, geboren 1606, gestorben 1662, war Landeshauptmann an der Etsch und Burggraf von Tirol (1647).

Franz Adam, Sohn des Veit-Benno, geboren 18.7.1639 auf Schloss Fahlburg, gestorben 7.9.1695 ebendort, begraben in Tisens, verfasste das berühmte „Ehrenkraentzel“ (Bozen, 1678), eine sehr gesuchte und von Bibliophilen hochbezahlte Tyrolensie.

Johann Baptist Graf BRANDIS, geboren 30.6.1751 in Innsbruck, gestorben 1.5.1812 in Wien, begraben in St. Marx, war vom 31.8.1802 bis 3.11.1805 Gouverneur von Tirol. Sein Sohn, Klemens Graf BRANDIS, geboren 4.2.1798 Graz, gestorben 26.5.1863 auf Burg Schleinitz (Marburg) war Obersthofmeister des Kaisers Ferdinand I. und Landeshauptmann von Tirol. Er schieb ein Werk über „Herzog Friedrich IV. mit der leeren Tasche“ (1823).

Anton Graf BRANDIS, Sohn des Klemens, geboren 24.2.1832, gestorben 14.5.1907 in Lana, war Kämmerer und Major.

Ferdinand Graf BRANDIS, Sohn des Heinrich, geboren 27.7.1819 Graz, dort am 6.12.1904 gestorben verfasste das früher erwähnte „BRANDIS’sche Familienbuch“ (1889). Sein Sohn, Karl Graf BRANDIS, geboren 27.4.1856 war Professritter des Malteser-Ordens, trat aber aus dem Orden aus und ehelichte Monika Gräfin TAUFFKIRCHEN, geboren 1863, gestorben 7.11.1934 in Lana.

Die Familie erlangte wiederholt Standeserhöhungen, so am 29.1.1573 den ReichsFreiherrnstand (für Anton und Johann-Heinrich von BRANDIS), am 2.2.1580 den tirolischen (Frei-)Herrenstand, am 4.5.1626 die Würde des tirolischen Erblandsilberkämmerers, am 16.2.1654 den Reichsgrafenstand (für Andreas Wilhelm und Veit-Benno) und wiederholte Wappen–Besserungen und –Vermehrungen. Die BRANDIS blühen noch im Mannesstamme.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 59-61.
 
< Prev   Next >
© 2008 AustroArchiv.com
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.