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Am Eingang in das Tal Passeier unweit von Meran, auf einem Vorsprung des Küchelberges gelegen, steht die alte Zenoburg. Sie soll aus der Römerzeit stammen (statio Majensis); dort soll auch das Grab des 472 nach Chistus gestorbenen Wanderbischofs St. Valentin sein. Historisch nachweisbar ist sie erst seit 1140. Die Burg besitzt eine merkwürdige Doppelkapelle und ein interessantes romanisches Portal, ober dessen linken Türpfosten sich der berühmte Zenoburger „Tiroler Adler“, der älteste Tirols, befindet; 1285 erwarb sie Graf Meinhard II., 1322 war sie Residenz seines Sohnes, des Königs Heinrich von Böhmen, 1347 der Magarete Maultasch, dann im Besitze verschiedener Meraner Bürger zuletzt (1782) Veit Jordans, und schließlich erwarb sie (1800) Leopold blutiger Kämpfer zwischen den Franzosen und Passeiern.
Der eigentliche Stammstitz (seit 1369) der BRAITENBERG ist der Weiler Braitenberg bei St. Walburg im hinteren Ultentale; zahlreiche Grabsteine auf dem idyllischen Waldfriedhofe sprechen von der uralten Herkunft dieser Tiroler Familie. Johann Baptist (I.) geboren am 5.12.1673, gestorben am 14.5.1759, oberösterreichischer Regiments-Advokat, Pfleger des Gerichtes Hörtenberg, in Telfs, erhielt am 25.6.1736 mit seinen Vettern Johann Anton und Zacharias den Adelsstand mit dem Prädikate „zu ZENNENBERG“; er hinterließ elf Kinder, von denen wir hier erwähnen: Josef Franz, Sohn des Johann Baptist (I.), geboren 15.10.1709, gestorben 1782, Pfarrer von Ötz. Johann Baptist (II.), Sohn des Johann Baptist (I.), geboren 15.10.1709, geboren 21.10.1712 in Telfs, gestorben 29.8.1783; Gerichtspfleger in Telfs. Leopold Anton, Sohn des Johann Baptist (I.), geboren 21.10.1712 in Telfs, gestorben Meran 22.2.1797, Pfleger in Schenna. Leopold Johann, Sohn des Johann Baptist (II.), geboren 1767, gestorben 20.8.1841. Er war Salzfaktor zu Telfs und führte 1799 als Schützenhauptmann die Hörtenberger Kompagnie der Tiroler Landesverteidiger mit großer Tapferkeit an. Beim feindlichen Einfall der Fanzosen über den Spitzberg (Martinsbruck) am 25.3.1799 erhielt er im Gefecht am Nauderer Maiß einen Schuss in den Fuß und einen Hieb über die Stirne. Die Tiroler Landschaft verlieh ihm am 10.7.1799 für sein Verdienst um Kaiser und Vaterland die große goldene Ehrenmedaille und den Majors-Titel. Im Jahre 1800 erwarb Leopold die in Trümmern liegende Znoburg bei Meran und stellte daselbst das 1782 demolierte St.-Zeno-Kirchlein, sowie auch teilweise die Burg wieder her; seither nennen sich die BRAITENBERG statt „von ZENNENBERG“ auch „von ZENOBURG“. Johann Josef, Sohn des Johann Baptist (II.), gestorben 3.2.1750 in Telfs, dort gestorben 3.4.1824, war Landrichter in Hörtenberg. Er spielte 1809 als Organisator der Schützenkompnien des Gerichtes Hörtenberg eine bedeutende Rolle. Franz Anton, Sohn des Johann Josef, geboren Telfs, 8.3.1787, gestorben 8.12.1813; er war Landrichter von Telfs, 1809 Hauptmann der 2. Schützenkompanie des Gerichtes Hörtenberg. Johann Nepomuk, Sohn des Johann Josef, geboren in Telfs 28.2.1785, gestorben 21.10.1862 in Telfs, Landgerichtsaktuar in Telfs. Alois, Sohn des Johann Nepomuk, geboren in Telfs, 25.4.1823, gestorben in Innsbruck 29.10.1895, war Finanzrat. Josef, Sohn des Alois, geboren 13.12.1861 in Reutte, starb als Sektionschef in Wien am 28.9.1937. Johann, Sohn des Alois, geboren in Innsbruck, 5.3.1867, früher Steueramts-Direktor in Imst, gestorben in Innsbruck, 22.3.1922. Karl Leopold, Sohn des Johann Josef, geboren 15.3.1794 in Telfs, gestorben in Bozen 23.2.1866, Magistratssekretär in Bozen. Er wirkte 1812-1814 als Christus-Darsteller beim Telfser Passionsspiel. Valentin (I.), Sohn des Karl Leopold, geboren 13.8.831 in Bozen, gestorben 26.4.1904, Arzt und Gemeindeausschuss in Bozen. Josef Franz, Sohn des Karl Leopold, geboren 3.10.1837 in Bozen, gestorben Bozen 6.3.1912, Arzt, 1880 bis 1895 Bürgermeister in Bozen. Karl (I.), Sohn des Valentin (I.), geboren Bozen am 1.5.1861, gestorben Meran am 29.10.1902, Arzt in Bozen. Valentin (II.), Sohn des Valentin (I.), geboren Bozen am 9.8.1867, gestorben am 3.1.1927, Landesgerichtsrat in Bozen, langjähriger Präsident des Heimatschutzvereines in Bozen und Obmannstellvertreter des Bozener Museums (zuletzt Tribunalrat in Genua). Anton, Sohn des Josef Franz, geboren in Bozen am 4.1.1867, Oberlandesgerichtsrat in Wien, gefallen am 14.9.1914 in Sanwinkel (Polen) beim Sturm auf diesen Ort. Heinrich, Sohn des Valentin (I.), geboren in Bozen am 5.12.1870, Oberlandesgerichtsrat und Gerichtsvorsteher in Imst. Karl (II.), Sohn des Karl (I.), geboren in Meran am 6.2.1892, Handelskammersekretär und Merkantil-Kanzler in Bozen; der letzte Student der Innsbrucker Universität, der „sub auspiciis imperatoris“ promovierte. Eine vollständige Genealogie der Herren von BRAITENBERG findet man in „Wiener Genealogischen Taschenbuch“ Wien, 1927/1928, Seite 29. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 57-59.
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