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Blaas
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Tuesday, 06 March 2007
Der Name Blaas leitet sich von dem Taufnamen Blasius ab und ist namentlich im Vintschgau sehr verbreitet. Ohne einen gemeinsamen Stammvater und daher einen familiären Zusammenhang feststellen zu können, finden wir in Nord- und Südtirol zahlreiche Träger dieses Namens.

I.

Der Bäckergehilfe Josef Johann Blass, geboren 1762, gestorben am 18.3.1854 in Bozen, hatte mit seiner Ehegattin Genofeva Purtscher zehn Kinder. Genofeva Purtscher war eine Tochter des Josef Purtscher und der Anna Prieth und daher eine Schwester des Dr. Franz Xaver Freiherrn von PURTSCHER-ESCHENBURG (geboren am 6.5.1768 in Graun, gestorben am 12.5.1841 in Verona), Präsidenten des Obersten Gerichtshofes in Verona.

Karl von Blaas, Sohn des Bäckergehilfen Josef Johann Blaas, geboren als dessen zehntes Kind in Nauders, am 28.4.1815, wurde Maler, Professor an der Akademie in Venedig, malte die berühmten Fresken im Arsenal zu Wien und ein Bild der Gefangennahme Andreas Hofers (Ferdinandeum, 1893). Als Komtur des Franz-Josefs-Ordens erhielt er am 15. Mai 1877 den Ritterstand, war seit 24. Oktober 1842 (Albapo) mit Agnes Auda (geboren 1820, gestorben 1868) vermählt und starb am 19.3.1894 in Wien, wo eine Gasse nach ihm benannt wurde.

Von den Kindern des Karl Ritter von Blass wurde Eugen Blass, geboren in Albapo (bei Rom) am 24.7.1843, gestorben am 12.2.1931 in Venedig, ein bekannter Ninetten-Maler, Julius von Blass, geboren am 22.8.1845 in Albapo, gestorben am 1.8.1922 in Hall in Oberösterreich, ein bekannter Pferde- und Schlachtenmaler.

II.

Josef Blass, geboren in Graun am 10.7.1787, wurde, Priester, Pfarrer und Dekan von Mals, Glurns und Nauders. Am 21.8.1938 empfing er den von der Erbhuldigung in Innsbruck rückkehrenden Kaiser Ferdinand in Mals. Für sein außergewöhnliches Wirken und für seine Verdienste als Diatriktsinspektor des Vintschgauer Schulwesens wurde er mit der großen Goldenen Zivil-Ehren-Medaille am Bande ausgezeichnet. Er starb am 6.4.1849 in Mals.

Dr. Florian Blass, geboren 1827 in Klausen, rückte als Schütze der Ersten Innsbrucker Akademiker-Kompagnie im Jahre 1848 ins Feld, verfaßte über seine damaligen Erlebnisse eine interessante Schrift (Innsbruck, 1910, Wagner), widmete sich dem Gerichtsdienste, wurde Oberlandesgerichtsrat, wirkte seit 25.4.1862 als Gemeinderat in Innsbruck, seit 30.12.1862 im Tiroler Landtag und im Wiener Reichsrat als Abgeordneter. Am 25.4.1887 wurde er Ehrenbürger von Innsbruck, erhielt am 25.4.1887 den Eisernen Kronen-Orden und starb am 22.12.1906.
Sein Bruder Josef Blaas war Bezirkskommissär.

Franz Sales Blaas, geboren am 3.3.1817 in Langtaufers bei Nauders, seit 10.1.1877 Abt von Wilten, genoß solches Ansehen in Innsbruck, daß man ihn am 9.4.1877 zum Landeshauptmann von Tirol wählte, welche Würde er aber, in seiner Bescheidenheit, ablehnte. Er starb am 12.1.1888 in Wilten.

Dr. Josef Blass, geboren am 29.4.1851 in Innsbruck, dort gestorben am 11.7.1936, wirkte in seiner Jugend als Maler, wandte sich aber später dem Studium der Geologie zu, erwarb im Jahre 1881 den Doktorgrad, und wurde Professor dieses Faches an der Universität Innsbruck. Sehr zahlreich sind seine wissenschaftlichen Publikationen über Tiroler Geologie und Petrographie.
Sein Vetter Julius Blaas, geboren 1839 in Innsbruck (illegitim), war Maler und Bildhauer und starb am 20.5.1892 in Innsbruck. Von ihm stammen mehrere Statuen in der Sankt-Nikolaus-Kirche in Innsbruck.

Josef Blaas, Sohn des Kasper Blaas und der Anna Dialer (Imst), geboren am 24.4.1865 in Lana, gestorben am 19.6.1936 in Gries bei Bozen, befaßte sich mit der Erforschung der Geschichte seiner Familie, doch ist das hinterlassene Manuskript nicht zugänglich.

Wir finden dann noch verschiedene Träger dieses in Tirol stark verbreiteten Namens, so einen Landrichter Johann Baptist Blaas in Kastelruth (1840), Kasimir Blaas als Professor am Gymnasium in Brixen (1838), Martin Blaas, Stadtkämmerer in Innsbruck (1838), Anton Blaas als Hautmann der Schützen von St. Valentin auf der Heide (bei Nauders), der im Jahre 1809 auf dem Berg Isel kämpfte, und Johann-Georg Blaas in derselben Schlacht als Oberleutnant der Grauner Schützen. Ein Josef Blaas aus Langtaufers wurde in den Kämpfen im Vintschgau (Nauders) am 23.3.1799 gefangen genommen und nach Remüs (Schweiz) transportiert.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf v. - "NORDTIROL - Beiträge zur Familiengeschichte Tirols", 1954.
 
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