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Österreichischer Uradel
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Saturday, 12 May 2007
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Österreichischer Uradel
Nachwort
Wappentafel I
Wappentafel II
Wappentafel III
Wappentafel IV
Wappentafel V
Wappentafel VI
Wappentafel VII

Der Ausdruck „Uradel“ ist um 1850 in Deutschland geprägt worden und stellt die Reaktion dar auf die vorher grassierenden Sagen über Adels- und Wappenbriefe von Kaiser Karl dem Großen und anderen frühen Kaisern. Bei näherem Urkundenstudium kam man nämlich dahinter, dass es kaiserliche Adels- und Wappenbriefe vor 1350 überhaupt nicht gegeben habe. Statt aber daraus den richtigen Schluss zu ziehen, dass der Adel vor 1350 eben auf eine andere Art entstanden sein dürfte, war man noch so in der Vorstellung befangen, Adel könne nur durch kaiserliche Diplome geschaffen werden, dass man annahm, der vor der Erteilung der kaiserlichen Adelsbriefe um 1350 vorhandene Adel müsse seit Urzeiten bestanden haben und wäre daher „Uradel“.


Die blühenden Geschlechter des österreichischen Uradels 

– Friedrich LANJUS –
Dieses schöne, runde, für jene, auf die es sich bezog, ungemein schmeichelhafte Wort, das glauben macht, es würde ein Begriff dahinter stecken, hat unter dem Einfluss des preußischen Heroldsamtes der Gotha popularisiert und zu geradezu dogmatischer Geltung erhoben, seit von 1888 an die Gothaischen Genealogischen Taschenbücher und mit ihnen die Adelsgeschlechter in „Uradel“ und „Briefadel“ eingeteilt wurden, unter Zugrundelegung des Jahre 1350 als Stichjahr.

Es ist keineswegs sichergestellt, ob es in der germanischen Urzeit, oder auch nur in der merowingischen und karolingischen Epoche, einen Adelsstand in unserem Sinne, nämlich einen geschlossenen Personenkreis mit erblichen Vorrechten gegeben habe. Aber selbst wenn dies feststünde, wäre damit nicht viel gewonnen, weil kein einziges heutiges Geschlecht, einschließlich der ältesten Herrscherhäuser, seine Abstammung auch nur bis in die Tage Karls des Großen urkundlich zurückführen kann, von den Urzeiten gar nicht zu reden. Außerdem ist es z. B. durch die Bestimmungen der Lex Wisigothorum um 650 n. Chr. erwiesen, dass schon damals nicht nur Unfreie durch freiwillig geleistete Kriegsdienste zur Freiheit und zu den höchsten Würden gelangen konnten, sondern dass sogar Testimonia dignitatis oder nobilitatis, also Adelsbriefe, verliehen worden sind. Da es somit bereits im 7. Jahrhundert einen „Briefadel“ gegeben hat, würde nicht einmal eine urkundliche lückenlose Stammfolge bis in diese Zeit den „Uradel“ erweisen können, weil immer noch die Möglichkeit der Abstammung von einem solchen unfreien „Briefadeligen“ offen bliebe (A. V, 196 ff.; A. 1904, 151 ff.).

Von den hier verzeichneten 55 Geschlechtern sind 4 (Breunner, von Rogendorf, Ungnad, von Voelderndorff) im Mannesstamme erloschen, so dass 51 blühende verbleiben.

Wenn man die heutigen österreichischen Länder mit ihren Grenzen vor 1919 in Betracht zieht, so würden von den 55 Geschlechtern entfallen auf:

Tirol (17)
von Andrian, von Arco, von Arz, von Brandis, von Coreth, von Firmian, von Hohenbühel, Khuen, Künigl, von Lodron, Mörl, von Rost, von Schneeburg, von Spaur, von Thun, Vintler, von Wolkenstein.

Steiermark (15)
Breunner, Galler, von Gleispach, von Hardegg, von Herberstein, von Khaynach, von Pranckh, von Racknitz, von Rogendorf, von Rosenberg, von Stubenberg, von Teuffenbach, Trapp, von Trauttmansdorff, von Windischgrätz.

Kärnten (10)
von Auersperg, von CLAM, von Hohenwart, von Küenburg, Kultner, von Lamberg, von Manndorff, von Metnitz, von Staudach, Ungnad.

Oberösterreich (7)
von Harrach, Hayden, von Lasberg, von Schallenberg, von Starhemberg, von Traun, von Ueberacker.

Niederösterreich (6)
von Fünfkirchen, von Liechtenstein, von Pötting, Stockhorner, von Voelderndorff, Wurmbrand.

Doch bleibt eine Einteilung nach den Ländergrenzen immer eine gezwungene und vielfach unzulängliche, da ja die geographisch-politischen Verhältnisse von 1150 – 1350 ganz andere waren als um 1918.
 
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