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Mullet
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Wednesday, 14 March 2007

Am 26.2.1564 musste die Stadt Meran auf Befehl der Innsbrucker Regierung den Jakob MULLET  aus Segonzano (bei Trient) als Bürger aufnehmen. Die MULLET stammen aus dem Trienter Gebiete und scheinen Maulesel-Händler gewesen zu sein, weshalb sie auch einen schwarzen Maulesel im Wappen führten (mulo, das ist Maulesel, mulattiere, das ist Mauleseltreiber). Das Mulletsche Familien-Wappen war lange in der Pötzelbergschen Druckerei in Meran zu sehen; es trug die Unterschrift: „Jakob Mullet, 1597“. Ein anderer MULLET war um diese Zeit Stadtbaumeister, ein dritter Bergrat.

Bald brachten es die MULLET durch Fleiß und Tüchtigkeit zu großem Vermögen und zahlreichem Hausbesitz in Meran. Die Brüder Leonhard, Hans und Christof erlangten vom Kaiser Max III. am 16.6.1571 einen Wappenbrief. Um 1578 besaßen die MULLET das alte Stadtschreiber-Haus in Meran (Nr. 186).

Der genannte Christof MULLET war Handelsmann in Meran und mit Katharina von EGEN vermählt.

Hans MULLET hatte sich dem Kriegsdienste gewidmet und war als Offizier in einem 16 Fähnlein starken Regimente deutscher Landsknechte, unter dem Hauptmann Grafen Hieronymus LODRON  nach Spanien gezogen. Nach Beendigung des spanischen Krieges erhielt Hans MULLET von seinem Hauptmann Wolfgang BOTSCH von ZWINGENBURG (gestorben 16.3.1603) einen Geleitbrief (Passport), worin ihm BOTSCH das Zeugnis ausstellt, dass er den MULLET wegen seiner Tüchtigkeit und Tapferkeit lieb gewonnen habe, dass MULLET, von der Aufstellung des Fähnleins an, sein Trabant gewesen sei und zu Wasser und zu Lande, besonders aber in der Schlacht bei Lissabon (1582) tapfer gekämpft habe. Ausgestellt ist dieser Geleitbrief am 20.1.1583 in Sestrica (in Spanien). Hans blieb aber nicht in Meran, sondern zog nach Lienz, wo er die Lienzer Linie der MULLET begründete.

Melchior MULLET, Ratsbürger in Meran, und seine zwei in den Türkenkriegen (1566) gefallenen Brüder wurden vom Erzherzog Ferdinand II. am 14.9.1592 mit einem Wappenbrief ausgezeichnet. Melchior besaß 1587 das Haus Nr. 82 in Meran.

Benedikta MULLET ehelichte um 1535 Matthäus von THALHACKER auf der Steinhübe in Algund (gestorben 1583).

Von der Meraner Linie der MULLET finden wir Jakob (I.), der Spitalmeister der Heiligen-Geist-Kirche in Meran war und 1578 das Ottmanngut und das Haus Nr. 82 in Meran besaß. Er war Bürger und Spezger in Meran und siegelte 1606 mit dem Mulletschen Maulesel-Wappen.

Bartlmä, vermutlich ein Sohn des Melchior war zeitweilig Handelsmann in Venedig, Leib-Diener des Erzherzogs Leopold V., kaufte 1627 von Kaspar von ROSENBERG den Ansitz „Winkl“ (Obermeis). Er hatte sich mit Katharina SCHWAIGER vermählt und starb mit Hinterlassung von Schulden kinderlos im Jahre 1631.

Jakob MULLET (II.), wohl ein Bruder des Bartlmä, erwarb durch seine Gattin Katharina DELBON das Haus Nr. 195 in den unteren Wasserlauben in Meran, das dann an seine Tochter Maria MULLET überging. Um 1615 stand auch das Haus Nr. 210 in Meran in seinem Eigentum. Von weiterem Mulletschen Hausbesitz in Meran finden wir: Ottman-Gut, 1600 im Besitze des Nikolaus MULLET, Haus Nr. 187 im Besitz des Christof MULLET, wohl ein Sohn des Andreas MULLET (1672).

Georg MULLET ehelichte um 1627 die Maria KISTLER von KISTLERN, Margarete MULLET  (gestorben 1600) wurde die Gattin des Stefan GORETH von SEEBURG (gestorben 1592), Handelsmannes in Brixen.

Von dem früher erwähnten Hans MULLET, dem Begründer der Lienzer-Linie der MULLET, erfahren wir noch, dass ihm der Gerichtsanwalt der Herrschaft Lienz am 20.2.1584 eine Abschrift des Geleitbriefes beglaubigte. Seine Nachkommen in Lienz wurden dort Ratsbürger, so Andreas Mullet („von THURNHAUSEN“ oder Tauernhaus), der 1638 bis 1641 Ratschreiber, 1641 bis 1643 Bürgermeister von Lienz, 1639 Vertreter von Lienz im Tiroler Landtag, seit 1646 Pfleger zu Stall (bei Lienz) und 1655 bis 1659 Pfleger von Lengberg war. Er besaß den Ansitz „Thurnhausen“, mit dem Gemäuer der alten Lienzer Münze, hinter dem heutigen Gasthof „Zum schwarzen Adler“, den er 1673 an den Lienzer Ratsbürger Thomas HIBLER verkaufte.

Andreas MULLET war mit Eleonore FORSTLECHNER (geboren Matrei in Osttirol) vermählt. In den Jahren 1661 bis 1667 war Andreas Mullet wieder Pfleger von Lienz, hinterließ aber bei seinem Rücktritt so bedeutende „Amtsrückstände“, dass man auf seine Güter zur Gutmachung des Schadens greifen musste. Er dürfte um 1610 geboren und um 1680 gestorben sein. Über das weitere Schicksal der Lienzer und Meraner Linie der Herren von MULLET ist uns nichts bekannt.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 187-189.
 
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