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Am Eingang in das Martell-Tal (Schlanders im Vintschgau) liegt westlich das Dorf Morter, östlich halten die verfallenen Burgen Ober- und Unter-Montani (Rieder-Montani) Wache. Auf „Ober-Montani“ saßen die Herren von MONTANI (Monteny, Montäni), die schon 1290 in Mals auf Urkunden vorkommen; sie sollen aus dem Unter-Engadin stammen.
Der erste Ritter MONTANI, den wir fanden, war Marquard (Montaneta). Seine Tochter Maze ehelichte 1293 den Merklin LAUTE. Hermann von MONTANI 's Söhne waren Michael und Albero (1299). Diese Linie der MONTANI, die einen Löwen im Wappen führten, ist 1300 erloschen. Johann MONTANI, Sohn des Berens, lebte um 1313, Agmanen 1326. Georg MONTANI von Unter-Montani gründete die Alt-Montaner Linie (Hirsch im Wappen), die 1378 erlosch. Georg schlichtete 1377 den Streit zwischen dem Bischof von Trient und der Gemeinde Persen im Auftrage des Herzogs Leopold. Georgs Tochter, Adelheid, war mit Hans von ANNENBERG vermählt (1389). Mathias (Matheis) von MONTANI starb vor 1457. Seine Gattin war Peterlina, Witwe des Konrad von ST. AFRA. Seine Schwester ehelichte den Johann von SCHLANDERSBERG (1363). Joachim von MONTANI, Sohn des Matthias, war Unter-Richter in Nauders (1415), Richter in Schlanders (1405), Probst von St. Ulrich und St. Afra (Bozen), besaß 1421 den „Turm“ zu Kortsch, eroberte 1410 das Schloss „Altenburg“ des Heinrich von SCHLANDERSBERG und war am 10.12.1420 Schiedsrichter im Streite zwischen seinem Herrn, Herzog Friedrich IV. mit den Grafen SPAUR. Als Ritter besuchte er den (I.) Tiroler Landtag in Meran am 15.11.1423, war 1428 Hauptmann von Telvana, 1443 Landesverweser in Vintschgau, im Jahre 1456 Beirat des‚ Fürstbischofs von Trient und starb um 1460. Seine Tochter war die Gattin des Christof von SCHLANDERSBERG. Kaspar (I.) von MONTANI, war der Gatte einer Tochter des Hans von BRANDIS (gestorben 1500), erhielt am 1.11.1495 die Brandisschen Lehen, erwarb 1472 die Herrschaft Schlanders und dort den Behaim-Turm; er starb um 1501. Viktor von Montani, Sohn des Kaspar (I.), besaß 1494 bis 1497 den Curtei-Turm in Latsch, erwarb 1517 Schlanders, im Jahre 1502 Montani, war 1530 Pfleger von Schlanders, 1525 landesfürstlicher Kommissär und Propst von Eyrs und mit Margarete von SCHROFENHOFEN vermählt. Margarete von MONTANI war die (zweite) Gattin des Wolfgang (II.) von LICHTENSTEIN (1511). Johann von MONTANI, Sohn de Viktor, war Pfleger in Schlanders und Propst von Eyrs (1540). Kaspar (II.), Sohn des Johann, war Pfleger in Schlanders, in erster Ehe (Churburg, 22.11.1554) mit Katharina von TRAPP, Witwe des Christof von ANNENBERG, in zweiter Ehe mit Margarete von SCHROFENSTEIN (1527) vermählt; er starb um 1571. Seine Tochter, Rosina, vermählte sich am 15.5.1574 (Trient) mit Sigmund Graf HENDL. Kaspars Schwester, Sybilla, war, seit 26.10.1556, die Gattin des Kaspar von BOIMUNDT-KASSLER, wodurch Unter-Montani an die KASSLER kam. Kaspars Bruder hieß Christof; er starb vor 1575 und besaß 1548 das Schloss „Montalbon“. Margarete von MONTANI war die (zweite) Gattin des Bartlmä (VII.) von LICHTENSTEIN (1570). Baltasar von MONTANI besaß 1590 den Curtei-Turm in Latsch, war mit Dorothea von LICHTENSTEIN, Tochter des Johann von LICHTENSTEIN und der Magdalena von SCHLANDERSBERG, vermählt und starb im Jahre 1614 als der Letzte der Ritter von MONTANI. Die Montanischen Burgen erwarb am 16.3.1637 Franz Fortunat HEYDORF von MONTANI, der sie 1647 an den Historiker Max Grafen von MOHR weiterverkaufte. Ein stark abgeschliffener Grabstein in der Pfarrkirche von Latsch trägt die Namen der Deszendenz von 1370-1614: Albero, Matthias, Joachim, Georg, Kaspar, Viktor, und Balthasar von MONTANI. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 186 f.
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