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Nahe dem Dorfe Burgeis im Vintschgau steht auf einer Felsenanhöhe das stolze Schloss „Fürstenburg“, das seit dem 13. Jahrhundert im Eigentume der Fürstbischöfe von Chur stand. Im 18. und 19. Jahrhundert befand sich hier der Sitz der fürstbischöflich Churischen Schlosshauptmannschaft. Um 1790 bekleidete dieses Amt Peter Anton von MONT.
Peter Anton (I.) Freiherr von MONT zu LEUENBURG (Löwenburg, Du Mont), Sohn des Johann Heinrich (geboren 7.5.1677, gestorben 24.8.1762) war am 11.12.1728 auf seinem Stammschlosse „Leuenburg“ in Bündten geboren und der Spross eines uralten rhätischen Geschlechtes, einer der ersten bündtnerischen Familien. Als am 29.3.1799 die Franzosen das Dorf Burgeis wegen des Widerstandes der Bewohner ausgeplündert hatten, wollten sie auch das Dorf anzünden und in Schutt und Asche legen. Da begab sich Baron MONT zu dem im Schlosse „Fürstenburg“ einquartierten französischen Brigade-General DE MONT, dessen Erzieher er war, als er am 10.1.1754 als Hauptmann der Schweizer Garde des Königs von Frankreich Ludwig XV. diente. MONT bat den General unter Hinweis auf das Gebot der Menschlichkeit um Schonung des Dorfes Burgeis und des nahen Klosters Marienberg, was der General auch sofort gewährte. Als Peter Anton, Gatte der Anna Maria von MASSALLA, am 19.9.1800 in Fürstenburg gestorben war, setzte ihm sein gleichnamiger Sohn auf dem Friedhofe zu Burgeis, links bei dem Hauptportal der Pfarrkirche, ein Grabdenkmal mit der Inschrift: „Dem alten Rhätier, Peter Anton Freiherrn von Mont, dem Sprecher zum Feinde für diese Gemeinde, dem besten Vater, vom Sohn Peter Anton gesetzt“. General DE MONT wurde später (2.5.1799) bei Lavin (Unterengadin) von den Tirolern gefangen genommen. Peter Anton (II.), Sohn des Peter Anton (I.), geboren 22.9.1766 in Leuenburg (Graubündten), war seit 12.12.1785 mit Anna Maria Emilie Freifrau ROSSI von ST. JULIANA (geboren Fürstenburg 1822) vermählt und Besitzer der Familiengüter zu Schlöwis und Leuenburg bei Ilanz (Ober-Bund). Seit 10.1.1754 war er, wie der Vater, Leutnant bei der Schweizer Garde des Königs von Frankreich, wurde dann der Nachfolger des Vaters im Amte eines Schlosshauptmannes von Fürstenburg und war der letzte fürstbischöfliche Chursche Schlosshauptmann. Unter der bayerischen Regierung (1810-1813) war er königlich bayerischer Rentbeamter in Fürstenburg und nach der Rückkehr Tirols zu Österreich (1814) erster österreichischer Rentmeister beim Rentamte in Fürstenburg. Im Juni 1809 erhielt MONT über seine Vorstellung den Bescheid, dass vom 1.7.1809 an dem Fürstbischofe von Chur die Urbarsgefälle zu verrechnen seien, also nicht mehr den Bayern. MONT verhinderte im Jahre 1814, dass die bayerische Regierung den ehemaligen Adjutanten Andreas HOFERs, Matthias PURTSCHER in Schlanders wegen Getreide-Verrechnung exequierte, und zwar solange, bis Tirol wieder an Österreich fiel. Am 14.9.1813 ließ MONT sein Geschlecht in die bayerische Adelsmatrikel (Freiherrenklasse) eintragen. Er starb am 1.6.1830 im Schlosse „Fürstenburg“ und wurde am Kirchhof zu Mals begraben. Auf seinem Grabstein steht folgende Inschrift: „Christliche Erinnerung an den wohlverdienten Menschenfreund Peter Anton von Mont. Als tapferer Leutnant der Schweizer Garde unter Ludwig XVI., später als Rentbeamter in Fürstenburg, als Retter der Umgebung vor feindlicher Verheerung 1799 und Vater der Armen, unvergesslich seinen Freunden und Kindern, ruht er hier neben seiner innigst geliebten Tochter Friederike, die gestorben ist am 7.1.1827, 22 Jahre alt, und harrt auf den Tag er Auferstehung. Gesetzt von seinen Freunden“. Heinrich-Johann Freiherr von MONT zu LEUENBURG und VILLA, Sohn des Peter Anton (II.), wurde am 13.10.1788 in Leuenburg geboren und war seit 14.10.1821 Gatte der Josefa Gräfin von SALIS, studierte in Innsbruck. Als aber die Kriegsereignisse ihm das Studium nicht mehr möglich machten, fuhr der junge Baron am 15.5.1809 mit dem Appellationsgerichtsrat Dr. Josef PEER von EGERTHAL, mit dessen Gattin und dem Priester Josef DANEJ in einer abenteuerlichen Flucht über Zierl und Burgeis zu seinen Vater. Dr. von PEER blieb beim alten MONT und kehrte erst am 20.6.1809 nach Innsbruck zurück. Bald bekam MONT noch einen anderen interessanten Gast. Der österreichische Intendant Josef Freiherr von HORMAYR hatte Innsbruck am 17.5.1809, nach der unglücklichen Schlacht bei Wörgl verlassen und war fluchtartig nach Meran gelangt, wo er die Hiobsbotschaft von Wörgl aber verschwieg und das Volk durch Lügenberichte aufhetzte. Am 22.5. logierte sich HORMAYR bei seinem Freunde, dem Gastwirt Josef STECHER (1775-1862) in Mals ein, von den misstrauischen Vintschgauern scharf bewacht. HORMAYR benahm sich wie ein Verzweifelter und soll wegen seiner kritischen Situation sogar heftig geweint haben. Da erbarmte sich Baron MONT, dessen Mutter eine Kusine HORMAYRs war, tröstete und beruhigte ihn, aber HORMAYR dachte nur an seine Flucht in die Schweiz und beschwor den MONT seine Beziehungen zu Schweizer Familien zugunsten seiner Flucht auszunützen. DU MONT gab dem HORMAYR eine Empfehlung an den Oberstleutnant Georg Ritter von TOGGENBURG (geboren 1765, gestorben 1847), der damals Kriegskommissär des schweizerischen Neutralitätskordons in Münster war. Gleichzeitig gab HORMAYR dem MONT sein ganzes Geld und alle Papiere zur Verbringung in die Schweiz. Zur Flucht HORMAYRs kam es aber nicht, da er an einem gefährlichen Halsübel erkrankte. Nach der siegreichen Schlacht am Berg Isel kam HORMAYR wieder als „Sieger“ nach Innsbruck. Bei seinem Aufenthalte in Mals bereitete HORMAYR über Ersuchen MONTs die Rückgabe des Fürstenburgischen Urbars samt Schloss und Zugehör an den Fürstbischof von Chur, wahrscheinlich, um sich für den Fall der Flucht nach Chur dessen Gunst zu erwerben. Die bayerische Regierung hatte nämlich den Fürstbischof von Chur, Grafen Karl Rudolf BUOL von SCHAUENSTEIN am 25.10.1807 aus dem Lande vertrieben und dessen Güter in Tirol an sich gezogen. Heinrich-Johann von MONT starb am 16.8.1856 in Leuenburg. Rudolf Freiherr von MONT, Sohn des Heinrich, geboren Chur, 9.11.1829, war der letzte Mannesspross der Freiherrn von MONT. Einer seiner Ahnen, Ulrich von MONT, war im Jahre 1682 Fürstbischof von Chur, der Domherr von Chur, Georg von MONT, leistete den zum Tode verurteilten Landvogt im Prettigau Georg BELI bei dessen Enthauptung am 16.7.1607 in Chur geistlichen Beistand, Wilhelm von MONT war ein Schwager des BELI. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 182-185.
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