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Mamming zu Steinachheim
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Wednesday, 14 March 2007

Die MAMMING (Mäminger) stammen vermutlich aus dem Dorfe Mamming an der Isar (Bayern), wanderten nach Tirol und ließen sich um 1330 in Meran nieder. Als erster begegnet uns um 1400 ein Hermann MAMING und sein Bruder Konrad als Besitzer des Hauses zum „Taubenbäck“ (jetzt Nr. 173 a) in Meran, Laubengasse (Wasserseite). Seine Tochter ehelichte den Bozner Apotheker HERMAN, dessen Tochter Margarete HERMAN um 1423 den Konrad von VINTLER zum Gatten nahm.

Eine ausführliche Genealogie der Grafen von MAMMING enthält das Gothasche „Genealogische Taschenbuch der gräflichen Häuser“, 1862, S. 530. Daher wollen wir hier nur die Mitglieder dieser alten Meraner Familie nennen, die in der Lokalgeschichte des Burggrafenamtes eine Rolle spielten.

Peter MAMMING war um 1416 Bürgermeister von Meran und erhielt am 1.3.1424 das Haus des Fürstbischofs von Brixen in Meran in Pacht.

Hans der Ältere war Landrichter und Bürger von Meran, wo er 1458 starb. Er erlangte um 1446 einen Wappenbrief (Wappen: Steinbockbüste).

Benedikt (I.), Enkel des Hans, Schwager des Benedikt KATZPECK, war von 1509 bis 1518 Landrichter und in den Jahren 1522 und 1526 Bürgermeister von Meran. Er lieh am 9.1.1517 dem Kaiser Max I. 200 Gulden, die dieser zu Bezahlung seiner Söldner im Venezianer Krieg benötigte.

Hans der Jüngere, Sohn Hans des Älteren, erlangte vom Kaiser Friedrich III. am 1.8.1458 eine Wappenbesserung.

Siegmund MAMMING, Gatte der Regina von HUEBER-MAUR, siegelte mit dem Mammingschen Wappen (1475) und erlangte durch seine Gattin das Schloss „Maur“ in Untermais; er starb als Offizier in Siebenbürgen.

Christof, Sohn des Benedikt, kaufte 1564 das Schloss „Rundeck“ in Obermais, wurde am 8.7.1564 in den Adelsstand erhoben und war mit Rosina von TANDL vermählt.

Sein Vetter Abraham war oberösterreichischer Regiments-Administrator und besaß 1578 das Haus Meran Nr. 81.

Hildebrand Sohn des Christof, erwirkte am 4.9.1608 die Verleihung das Prädikates „von STEINACHHEIM“, Schloss im Vororte Steinach bei Meran (1606 abgebrannt, aber wieder aufgebaut). Am 7.8.1608 wurde er in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen, am 31.5.1616 kaufte er von den Brüdern PRACK das Schloss „Fragsburg“ in Untermais. Im Jahre 1602 hatte Hildebrand von MAMMING mit Bernhard von BOTSCH zu ZWINGENBURG einen Streit, in dessen Verlauf Bernhard von BOTSCH so schwer verletzt wurde, dass er starb. MAMMING flüchtete in die kaiserliche Freiung des Kelleramtes (Asylrecht), wo er sich 9 Monate verborgen hielt. Schließlich wurde die Angelegenheit durch das adelige Hofgericht in Bozen geregelt, weil MAMMING nachweisen konnte, dass er in Notwehr gehandelt habe. Er hatte „schweres Geld“ als Sühne bezahlt und ein Seelenamt halten lassen. Mit der Stiftung eines Jahrtages mit 325 Gulden hatte dann Hildebrand sein Unrecht gebüßt und war wieder ein freier Mann.

Rochus, Sohn des Hildebrand, wurde am 3.3.1645 Gemeinde-Ausschuss in Meran, Obermais und am 20.4.1672 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Er trat in den Staatsdienst und wurde Kammer-Rat und Truchsess in Innsbruck.

Ferdinand, Bruder des Rochus, starb früh; als im Jahre 1635 die Pest im Burggrafenamt wütete, wurde eine strenge Pestordnung eingeführt und die Verbindung der Gemeinden untereinander längere Zeit unterbrochen. Ferdinand hielt sich aber nicht an diese strenge Vorschrift, wollte den Kordon durchbrechen, wurde aber von den Wachehaltenden Bauern erstochen. Ein Bildstock bezeichnete lange den Ort dieses Geschehnisses (Algund).

Benedikt (II.), Sohn des Hildebrand, erlangte zusammen mit seinem Vetter Christof-Dietrich am 22.1.1652 eine Adelsbestätigung und starb 1652.

Benedikt (III.), geboren 1633, gestorben 1706, Sohn des Ferdinand, war einer der reichsten Grundbesitzer des Burggrafenamtes, verwandelte das ererbte Schloss „Steinachheim“ 1675 in einen palastartigen Renaissance-Bau. Die Legende erzählt, Benedikt hätte den Bau ursprünglich an einer anderen Stelle begonnen, um dem Besitzer des Ansitzes „Kalmünz“, Karl Grafen FUCHS, der gegenüber wohnte, Boshafterweise die Aussicht auf die Weingelände des Küchelberges zu versperren. Der erzürnte FUCHS (nach der Meldung anderer Chronisten soll es ein Alois Freiherr von SCHNEEBURG gewesen sein, was aber irrig ist, denn die SCHNEEBURG kamen erst um 1840 in den Besitz des Ansitzes „Kalmünz“) eilte nach Innsbruck und erwirkte dort die Einstellung des Mammingschen Baues. Triumphierend ritt er mit dem Einstellungsbefehl durch die Stadt Meran und zeigte ihn auch dem MAMMINGer, der darüber in höchste Wut gebracht, zur Pistole griff und auf den Gegner schoss. Der Schuss ging zwar fehl, aber der begonnene Bau musste unfertig stehen gelassen werden. Aber Benedikt MAMMING rächte sich, indem er in der Nähe des Bau-Toros ein neues Palais aufführen (heute Palais „Desfours“) und luxuriös ausstatten ließ (18.000 Gulden). Dies war um 1685. Später söhnten sich die beiden feindlichen Grafen aus.
Benedikt erlangte durch seine Gattin Ursula von PARMATIN (geboren 1622), Tochter des Simon von PARMATIN, das Schloss „Vilseck“ bei Milland-Brixen und wurde mit Rücksicht auf seinen großen Grundbesitz und die damit verbundene Machtstellung am 10.9.1695 in den Reichsgrafenstand erhoben.

Der einzige Sohn aus der zweiten Ehe des Benedikt (III.) mit Brigitte Franziska von TRAUTTMANSDORFF, Benedikt (IV.) Franz, wanderte nach Böhmen aus und starb dort 1705.

Dessen Sohn, Josef-Ferdinand Graf MAMMING erbte die Meraner Güter. Von ihm stammten die weiter blühenden Grafen MAMMING in Tirol ab. Im Lauf des 17. Jahrhunderts hatten die MAMMING noch Schloss „Pflanzenstein“ (Obermais, 1667), sowie den Edelsitz „Rabland im grünem Felde“, einen Hof in „Rabland“ bei Partschins, erworben (1665).

Maria Barbara von MAMMING, Tochter Ferdinands, geboren 1644, gestorben 1718, ehelichte den Hippolyt von PRIAMI (geboren 1653, gestorben 1705), Maria Elisabeth von MAMMING den Johann Freiherrn von FEDERSPIEL (gestorben 1782) auf Schloss Maur. Ignaz Graf MAMMING war im Jahre 1809 als bayernfreundlich bekannt und musste sich als Hauptmann der Meraner Bürger-Miliz am 12.4.1809 die Aufstellung von Wachen vor seinem Hause durch den österreichischen Schützenmajor Valentin TSCHÖLL gefallen lassen. Ferdinand-Thomas Graf MAMMING, geboren 7.12.1779 in Meran, gestorben 21.10.1845 in Meran, wurde im Jahre 1823 Gemeinderat in Meran, gestorben 21.10.1845 in Meran, wurde im Jahre 1834; ebenso veräußerte er das Schloss „Fragsburg“, nach der im Jahre 1813 erfolgten Allodifizierung, im Jahre 1835 an den Wiener Hofoperndirketor Julius CORNET (geboren 15.6.1794 Innichen, gestorben 2.10.1860 Berlin).

Maria Aloisia Gräfin MAMMING (gestorben 1796) vermählte sich 1795 mit Josef Graf HENDL von GOLDRAIN (geboren 17.11.1749, gestorben 9.12.1828 Meran), der im Sturmjahre 1809 Kommandant der Burggräfler Schützen war. Rudolf Graf MAMMING, Sohn des Ferdinand, geboren 17.4.1818 in Meran, gestorben als Kreiskommissär in Terlago bei Trient, am 20.5.1872 in Meran gestorben, fungierte am 16.8.1838 als Edelknabe und war der Gatte der Emma Gräfin von SPAUR (geboren 1.2.1828, gestorben 15.6.1853).

Eine Linie der MAMMING zog schon frühzeitig nach Niederösterreich und wurde dort landständisch

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 171-174.
 
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