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Lobenwein von Weineck
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Wednesday, 14 March 2007

Lobenwein ist ein stattliches Haus in Lana mit großen Sälen, Rundbogentoren, reichen Verzierungen und Wappen. Das Haus trägt die Nummer 49 und wird „Ferenmühl“ oder nach den jetztigen Besitzern auch „Löschhaus“ genannt. Es stand 1721 im Eigentum des Stiftes Kempten, bis es im Jahre 1801 von Peter Paul von LOBENWEIN erworben wurde.

Die LOBENWEIN sind ein sehr altes aus der Schweiz (Basel) stammendes Geschlecht, das sich in Lana niederließ. Ein Wolfgang LOBENWEIN erhielt am 14.8.1583 einen Wappenbrief, einen ebensolchen am 22.10.1592 die Gebrüder Thomas und Bartolomäus LOBENWEIN, genannt „TENCKH“. Ein Bartolomäus LOBENWEIN aus dem Gerichte Stein unter Lebenberg wurde am 5.11.1678 in den Adelsstand erhoben mit dem Prädikate „von WEINECK“.

„Weineck“ ist eine Ruine am Virglberg bei Bozen, einst den im Jahre 1563 ausgestorbenen Herren von WEINECK gehörig. Ein Johann von LOBENWEIN war mit Anna von WEINEGG, der letzten des Geschlechtes, vermählt.

Bartlmäs älterer Sohn, Adam, geboren 1650, gestorben 1729, wird am 29.8.1695 als Zeuge bei einem Prozeß in Hafling erwähnt. In Meran besaßen die Herren von LOBENWEIN die Häuser Nr. 56 und 66.

Sebastian (Johann, Josef) von LOBENWEIN, Sohn des Kelleramts-Gegenschreibers Johann Baptist von LOBENWEIN (geboren 1683, gestorben 1763) war 1717 geboren und hatte anläßlich des sogenannten „Maiser Rummels“ am 4.5.1762 eine schwierige Aufgabe. Wegen des schlechten Münzgeldes und wegen der hohen Steuern war ein Volksaufstand losgebrochen. Sebastian wurde mit einer Deputation nach Innsbruck gesandt, um den Governeur Iganz Kassian Grafen ENZENBERG um Hilfe gegen die Aufrührer zu bitten. Der Bediente des Grafen ließ aber die Deputierten nicht vor und erst über heftiges Drängen trug er ihre Bittschrift dem Grafen ins Zimmer. Eine Antwort bekamen sie nicht. Erst als von Meran aus ein Eilbote zu LOBENWEIN nach Innsbruck geschicht wurde, weil die Meraner sich vor den Rebellen fürchteten, griff der Gouverneur ein (15.5.1762). Nun sandte LOBENWEIN seinen Diener nach Meran mit dem Auftrage an den Kreishauptmann Andreas Freiherrn von VOGLMAYR, die arretierten Rebellen freizulassen, um die anderen zu beschwichtigen. Erst nach dem Einrücken des Militärs trat Ruhe in der Stadt ein; die Rädelsführer wurden hingerichtet.
Am 11.4.1782 mußte Sebastian als Administrator das Kloster der Dominikanerinnen in Maria Steinach bei Algund aufheben und die Nonnen ausweisen. Sebastian war Kelleramts-Buchhalter und Kassen-Beamter und starb im Jahre 1785 in Meran. Er war mit Katharina von GOLDRAINER zu MÜHLRAIN, Tochter des Meraner Bürgermeisters Philipp Jakob von GOLDRAINER, vermählt, und hatte mit ihr eine Tochter, Katharina von LOBENWEIN (geboren 21.12.1755), die im Jahre 1776 den Grafen Anton STACHELBURG (geboren 1743 in Marling, gestorben auf seinem Ansitz Kalmünz in Meran am 14.12.1792) zum Gemahl nahm. Aus dieser Ehe stammte jener Johann Graf STACHELBURG (geboren 3.9.1778 in Meran), der als letzter männlicher Sproß der Familie am 25.5.1809 auf dem Berg Isel den Heldentot erlitt.

Peter Paul (Johann Baptist) LOBENWEIN von WEINECK wurde geboren in Lana am 30.6.1765 als Sohn des Johann Baptist LOBENWEIN und der Anna Margarete von SCHÖPFER; sein Taufpate war sein Oheim Anton Albuin GRABMAYR. Peter Paul kommandierte im Jahre 1796 die Schützenkompanien von Stein und Tisens und am 31.10.1799 die Burggräfler Schützenkompanien bei Zernetz und blieb dort im Standquartier bis 29.11.1799. Er hatte die Grenzen gegen die anrückenden Franzosen zu verteidigen. Am 24.11.1799 wollte er seinen Schützen eine Hl. Messe lesen lassen, der evangelische Pastor von Zernetz verweigerte den Schützen aber den Zutritt in die reformierte Kirche. So wählte man das große Vorhaus des Standquartiers des Landschützen-Majors Peter von LOBENWEIN, wo drei Schützenkompagnien der Sonntagsmesse beiwohnten. Aber plötzlich brach der Fußboden ein und 400 Schützen sanken in den darunter befindlichen Stall hinab. Glücklicherweise blieb kein Mann tot, nur einem Schützen der Hörtenberger Kompagnie wurde der Fuß abgeschlagen, aber verwundet wurden fast alle.
Am 11.6.1800 stand Peter mit seinem Bataillon in St. Maria im Münstertale. Im Jahre 1809 zeichnet sich Peter Paul besonders aus. Am 17.4.1809 legte Graf Josef HENDL das Kommando über die Schützenkompanien von Lana nieder, an seine Stelle trat Peter von LOBENWEIN. Er zog nun mit den Lanaer Schützen ins Feld. Nach Kriegsende kehrte er nach Lana heim und sorgte für das Gemeindewohl. Im Jahre 1812 wurde er Zöllner am Zollamte auf der Töll.
Als warmer Patriot und Anhänger Österreichs hing er nach der Besitznahme Tirols durch Österreich (24.6.1814) schon anfangs Juli 1814 unter großem Jubel der Bevölkerung das österreichische Wappen mit dem Doppeladler auf dem Zollamte auf. Durch diese Voreiligkeit zog er sich aber den Unmut des österreichischen Kommissärs Anton von ROSCHMANN-HÖRBURG zu, der solche Provokationen, solange die bayerischen Beamten noch im Lande amtierten, nicht dulden durfte. Roschmann versetzte den braven LOBENWEIN als Zöllner nach dem wüsten Passe Hörhag an der bayerischen Grenze (bei Landl). LOBENWEIN ließ sich dies aber nicht gefallen, reichte um seine Pensionierung ein und zog sich zu Lana ins Privatleben zurück. Peter Paul war seit 1794 mit Katharina EGGMANN vermählt und starb am 7.9.1838 zu Lana an der Cholera.

Franz von LOBENWEIN, Sohn des Peter Paul, geboren 1797, wurde 1814 Kadett des Tiroler Kaiserjäger-Regimentes und 1838 Hauptmann der Lanaer Schützen und rückte mit diesen, 201 Mann stark, am 29.8.1838 nach Meran, um die Nachtwache für den dort nächtigenden Kaiser Ferdinand zu halten. Er war mit Ursula GRAF vermählt, Bürgermeister von Lana, und zog am 25.5.1848 als Hauptmann der 2. Marlinger Schützenkompanie an die bedrohten Grenzen. Am 5.9.1848 reiste er nach Mailand, um dort dem Feldmarschall Grafen Josef RADETZKY einen von den Tiroler Schützen gewidmeten prachtvollen Stutzen zu überreichen; er starb zu Lana 1865, seine Witwe Ursula im Jahre 1881.

Aus der Familie von LOBENWEIN kennen wir noch einen Dr. med. Alois, der Gemeindearzt in Lana war und 1861 starb und seinen Bruder, Dr. jur. Johann von LOBENWEIN, geboren 1795 in Lana, gestorben 1844, der als Aktuar (1838) beim Landgerichte Schlanders amtierte. Der genannte Dr. med. Alois hatte einen gleichnamigen Sohn und Enkel, also alle drei Ärzte; der Sohn war wie der Vater, Arzt in Lana, der Enkel Arzt in Bozen (gestorben 1903). Von letzterem stammen zwei Söhne, Wolfgang, Fliegerhauptmann a. D. in Wien, und Louis, Korvettenleutnant a. D. in Baden bei Wien. Die Familie blüht in Wien im Mannesstamme fort.

Eine Stammfolge der Herren von LOBENWEIN hat Georg von GRABMAYR in seinen „Stammtafeln alter Tiroler Familien“, S. 84 veröffentlicht. Hiezu bringen wir noch wietere Ergänzungen:

Pater Bernhard von LOBENWEIN, geboren 27.5.1693, gestorben 1.3.1730 in Umhausen, O. Cist. in Stams.

Consalvo von LOBENWEIN. Dessen Tochter Helene von LOBENWEIN, geboren 7.7.1873 in München, gestorben 12.1.1938 in Wien, war, seit 10.10.1896, mit dem General der Infanterie Josef Graf STÜRGKH vermählt.

Pater Cornel von LOBENWEIN, O. Kap., gestorben 21.2.1792 in Meran.

Dr. med. Josef von LOBENWEIN, geboren Lana 1814, wirkte als Arzt in Wien.

Josef Bartlmä von LOBENWEIN, Sohn des Adam, geboren 1676, gestorben 1799 in Innsbruck, war Advokat und schrieb, als Augenzeuge, ein „Diarium über den Franzoseneinfall 1703“.

Joachim Franz, geboren 1710, gestorben 28.12.1766, war 1736 Präfekt in Brixen, wo er sich an einer Buchdruckerei beteiligte. Von 1745 bis 1766 war er Pfarrer in Algund.

Martin LOBENWEIN, gestorben um 1490 in Blaiken bei Scheffau (Kufstein) hatte drei Söhne: Michael, Jörg, und Gilg.

Pater Max von LOBENWEIN, geboren Innsbruck 13.1.1709, gestorben Stams 26.3.1728 an den Folgen eines tödlichen Sturzes.

Michael LOBENWEIN lebte um 1570 in Wien, wo er an der Ostseite des Sterfansdomes in der Vorhalle ein Wand-Denkmal hat. Es ist in Bronze, und stellt den knieenden Michael dar, dazu das Lobenweinsche Wappen. Das Denkmal, wenig beachtet, ist kunsthistorisch interessant und heute noch leicht zu finden.

Paul und Franz, Söhne des Johann von LOBENWEIN und der Anna von WEINEGG, erhielten im Jahre 1642 eine Adels- und Wappenbesserung.

Pater Zephyris von LOBENWEIN, geboren Lana, dort gestorben 7.4.1771, war Kapuziner.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 165-168.
 
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