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Lidl von Mayenburg
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Wednesday, 14 March 2007

Die Lidl (Liedl, Lydl) stammen aus Schongau und widmeten sich dem Kriegsdienste. Ein Hans LIDL erhielt vom Kaiser Maximilian I. einen Wappenbrief, Georg LIDL (Leyten) war Kriegshauptmann und sein Neffe Jakob Philipp Anton wurde für Kriegsverdienste vom Kaiser Karl V. am 5.2.1549 in den Reichsadelsstand erhoben.

Christof Jakob von LIDL, geboren in Schongau um 1540, war der Bedeutenste der Familie. Er war der Sohn des Jakob Philipp und kam über Augsburg im Gefolge der schönen Philippine WELSER an den Innsbrucker Hof. Er zog in den Krieg, kämpfte als Hauptmann eines „Fähnleins“ in Genua (1570) und Spanien (1575), ging 1577 als Hauptmann in Pension, rückte aber 1579 und 1582 wieder aus. Er war nebstbei, seit 1577, Ober-Burg-Hauptmann des Schlosses Ambras bei Innsbruck, dann oberster Verwalter der Burgen Hoertenberg und Rottenburg, sowie des Schlosses Rotholz, später auch Landvogt von Schwaben, erzherzoglicher Rat, oberster Feld- und Haus-Zeugmeister des Erzherzogs Ferdinand II. Er bezog riesige Einkünfte und wurde deshalb im Kammerverzeichnisse als einer der größten „Kapitalisten“ bezeichnet. Das Augsburger Haus FUGGER konnte in einem großen Prozesse in Innsbruck keinen Advokaten finden, der es gewagt hätte, die Vertretung gegen den hochvermögenden Burgvogt zu übernehmen. Im Jahre 1586 erhielt Christof das Pfleggericht mit dem Schlosse Stein unter Lebenberg (bei Lana-Meran), am 1.2.1585 wurde er mit seinem Bruder Hans Urban vom Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand erhoben. In seinem Adelsgesuche (18.1.1585, Adelsarchiv Wien) bat er den Kaiser, ihn im Adelsdiplome nicht „Lydl“, sondern „LydEl“ zu nennen. Es erfolgte keine Neu-Nobilitierung, sondern nur eine Bestätigung (Konfirmation) des alten Lidlschen Adels (vom 5.2.1549). Im Jahre 1592 erlangte Christof die Belehnung mit dem von Lukas von RÖMER den Jüngeren erkauften Schlosse „Mayenburg“ mit der Gerichtsherrschaft Tisens und nannte sich fortab „von MAYENBURG“.

„Mayenburg“ steht in der Fraktion Außer-Platten auf einem vorspringenden Hügel, fast mitten im Dorfe Völlan, und beherrschte die ganze Umgebung (jetzt Ruine). Im Jahre 1594 fungierte Christof als „schwäbischer Landvogt“ und als Agent des Erzherzogs, beim Kaiser in Prag zur Beratung über geplante Rüstungen. Christof besaß auch das unbegrenzte Vertrauen seiner Gebieterin Philippine WELSER, deren viele Wünsche er stets erfüllte. Christof Gattin, Anna Maria FIEGER von RÖSSINGEN, Tochter des Hans Jakob FIEGER von RÖSSINGEN, soll den derb-sinnlichen Erzherzog sogar „bezaubert haben und wurde hiedruch in eine der vielen Hofgeschichten in Innsbruck verwickelt. Nach Forschungen Karl KLAAR's stammte aus der Liebe des Erzherzogs zu Anna Maria von LIDL ein natürlicher Sohn, getauft unter dem Namen „Christof von HERTENBERG“, geboren 1592, gestorben 2.9.1613 in Telfs.

In Innsbruck besaß Christof-Jakob von LIDL das Haus Maria-Theresien-Strasse 36 (1602). In zweiter Ehe soll er mit Martina SAUERMANN zu GOLSCH vermählt gewesen sein. Diese war Kammerfrau der Gemahlinnen Ferdinands, Philippine, und Anna Katharina von Mantua. Christof Jakob starb um 1603.

Ferdinand LIDL, Sohn des Christof Jakob, war Gerichtsherr von Tisens und königlich spanischer Hauptmann. Seine Gattin war Elisabeth KURZ von SENFTENAU (1627). Hans Urban von LIDL, jüngerer Bruder des Christof Jakob, besaß in Innsbruck das Haus Burggraben 4, das er 1611 verkaufte. Er war Markgräflich-burgauscher Rat, Obersthofmeister, Landvogt von Burgau, Geheimer Rat. Nachdem das Amt eines Schlosshauptmannes von Ambras von seinem älteren Bruder abgegeben worden war, übernahm es Hans Urban (1595).

Franz Johann und Ferdinand Karl von LIDL, seit 1649 Gatte der Felizitas FIEGER von HIRSCHBERG, Tochter des Sebastian von FIEGER, Söhne des Ferdinand, wurden am 5.4.1619 in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen und verkauften um 1648 die Feste Mayenburg an Veit Grafen BRANDIS um 17.000 Gulden. Ihre Schwester Maria Magdalena ehelichte den Ferdinand von KHUEPACH (geboren 1610, gestorben 1658). Franz Jakob besaß 1681 den „Lidl-Hof“ in Prissian (bei Lana) und war mit Magdalena von BREISACH, Schwester des reichen, kinderlosen Georg von BREISACH, vermählt; nach dessen Tode (1706) erbte Franz Jakob das Schloss „Katzenzungen“ (bei Tisens).

Franz Anton von LIDL zu MAYENBURG war fürstbischöflicher Hof-Junker, Besitzer der Ansitze „Lidl“ und „Poltendorf“ bei Vahrn (Brixen) und seit 1757 mit Maria Josefa von GENTILI (gestorben 20.12.1788) vermählt.
Deren Schwester Anna Maria von GENTILI hatte seit 21.9.1749 den Johann Felix von MAYRHOFEN zu KORBURG, Vater des berühmten Genealogen Stefan von MAYRHOFEN (geboren Bruneck 1751, gestorben 1848 am Lidl-Hof in Vahrn) zum Gatten.
Josefa von GENTILI-LIDL, geboren am 24.7.1741 in Buchenstein, Tochter des fürstbischöflich-brixenschen Hofrates und Schlosshauptmannes in Andraz-Buchenstein, Franz Anton von GENTILI, starb (im Rufe der Heiligkeit) am 20.12.1798 in Brixen. Nach dem in Vahrn im Jahre 1780 erfolgten Tode des kinderlosen Franz Anton von LIDL des Jüngeren (geboren 21.4.1760), verkaufte Josefa von LIDL den seit dem 17. Jahrhunderte im Besitze der LIDL befindlichen Ansitz „Lidl-Hof“ (in Vahrn) im Jahre 1814 ihrem Neffen Stefan von MAYRHOFEN.

Die letzten LIDL wohnten seit 1760 in Brixen, das Schloss „Katzenzungen“ fiel 1791 an die Grafen von SARNTHEIN als Mannslehen. Franz Antons Brüder widmeten sich dem Priesterstande, einer der Brüder, Johann Thomas, geboren 1734, starb am 23.4.1789 als resignierter Pfarrer von Vahrn, als Letzter des Geschlechtes.

Von weiteren Mitgliedern der Familie LIDL von MAYENBURG fanden wir:

Chistian von LIDL, Gatte der Sabine von POLSTERL (1580).

Franz-Jakob von LIDL, Gatten der Anna Katharina von GOLDEGG. Ihr Sohn, Josef-Anton von LIDL, war mit Maria Anna von LACHMILLER (geboren 27.7.1705, gestorben 16.9.1772), Tochter des Johann-Thomas von LACHMILLER, vermählt.

Georg von LIDL, Bruder des Bartlmä, war Diener (Hofmeister) des Reichs-Pfenning-Meisters Zacharias von GEIZKOFLER zu GAILENBACH.

Hans-Jakob von LIDL, Bruder des Franz-Jakob, war seit 26.1.1633 (Bozen) mit Agathe FASSAMIT vermählt.

Jeremias von LIDL erwarb am 25.9.1580 ein Haus in Sterzing.

Johanna von LIDL, Tochter des Christof-Jakob war in erster Ehe die (zweite) Gattin des Georg von WALTENHOFEN, Kellners von Tirol, in zweiter Ehe Gattin des Wolfgang (II.) von LICHTENSTEIN-KARNEID.

Susanna Christina von LIDL, Tochter des Bartlmä, war um 1600 mit Ursino, Hofmeisters des Erzherzogs Ferdinand II., vermählt.

Zyprian von LIDL, Hauptschulmacher, besaß um 1580 das Haus Herzog Friedrichstrasse 8, in Innsbruck

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 162-165.
 
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