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Aus dem Dorfe Westheim, in nächster Nähe von Augsburg, stammen die LANGENMANTEL. Schon 1165 wird dort ein Rüdiger genannt, sein gleichnamiger Enkel war Rüdiger von Augsburg und siegelte am 4.5.1324 mit dem Langenmantelschen Wappen, zwei mit dem Rücken aneinandergestellte „R“, d. h. „Rüdiger“, der alte Geschlechtsname der LANGENMANTEL. Im Jahre 1368 wurden sie in das Augsburger Geschlechterbuch eingetragen, um 1422 wurden sie Patrizier in Ulm. Im Jahre 1521 war ein LANGENMANTEL Bürgermeister von Augsburg und soll dem Dr. Martin LUTHER sein Roß gegeben haben, als dieser aus Augsburg fliehen mußte.
Georg, Gatte der Anna von THURN (Bozen), erbaute, nach Südtirol gekommen, um 1422 in Tramin einen Ansitz (heute Spitalgasse 27), später im Besitze des Grafen SPAUR, von denen Paul von SPAUR die Apollonia von LANGENMANTEL (gestorben 13.3.1599) zur Gattin hatte, daher Ober- und Unterspaur oder kurz die „Grafenhäuser“ genannt. Im Jahre 1497 erlangte er eine Adelsbestätigung, im Jahre 1521 besaß er das Haus Innsbruck, Mariahilfstraße 24. Blasius LANGENMANTEL, Sohn des Georg, war mit Dorothea von MAYRL vermählt und besaß den Edelsitz „Niederhaus“ in Bozen. Lazarus von LANGENMANTEL, Sohn des Blasius, war 1513 Richter und Pfleger in Tramin, erbaute zusammen mit seinem Sohne Veit im Jahre 1546 den Edelsitz „Talegg“ in St. Michael-Eppan und erhielt am 1.5.1513 vom Bischof Georg (III. von NEIDECK) in Trient den Auftrag, bei einem etwaigen Aufgebote (durch den Hauptmann an der Etsch) auch die bischöflichen Leute aus Tramin mitziehen zu lassen, weil Bern von den Venetianern bedroht sei. Georg, Sohn des Blasius, wurde 1511 in die Tiroler Adelsmatrikel aufgenommen. Veit, Sohn des Lazarus, Gatte I.) der Elisabeth von VINTLER, II.) der Helene von FLAMM, kaufte von seinem Schwager Christof Melchior von KESTLAN im Jahre 1560 das Schloss „Weiherburg“, vergrößerte die Burg durch Zubauten und verkaufte das „Lustig Sitzl, frei lütheigen“ am 21.3.1569 an Anna WELSER von ZINNENBERG, geborene ADLER (geboren 1501, gestorben 28.12.1571 in Innsbruck), Mutter der Philippine WELSER, die nahe ihrer Mutter (Innsbruck-Amras!) weilen wollte. Anna von WELSER schenkte das Schloss am 1.1.1571 ihren Enkeln Andreas und Karl von BURGÄU. Veit war 1538 Richter in Tramin und 1564 Pfleger in Kurtatsch. Hans von LANGENMANTEL, Gatte der Susanna von VINTLER, Sohn des Lazarus, war Pfleger in Kurtatsch und ließ im Turm (Trinkstube) des Ansitzes in der Marktgemeinde Tramin im Jahre 1547 die wertvollen Frescowandmalerein anbringen (Beschreibung von Dr. J. GARBER im Bozner Jahrbuch 1928). Wolfgang LANGENMANTEL, Sohn des Wolfgang des Älteren und der Ursula von BAUMGARTNER (gestorben 16.1.1557), erlangte mit seinen Brüdern David und Heinrich am 10.4.1561 und 17.1.1562 eine Reichsadels- und Wappenbestätigung. Dieser Adelsstand wurde am 23.4.1668 auf einen Nachkommen der drei Brüder, den kurbayerischen Hofkastner Johann Paul LANGENMANTEL ausgedehnt. Wolfgang der Jüngere, Gatte I.) der Helene von NEIDHART, II.) der Genovefa von TÄNZL (gestorben 18.7.1595) starb als Letzter der adeligen Traminer Linie der LANGENMANTEL im Jahre 1580. Im Jahre 1592 entstand über seinen Nachlaß zwischen der Innsbrucker Regierung und dem Fürstbischof von Trient ein Streit über das Recht der Inventur der Langenmantelschen Besitzungen. In Bruneck war um 1546 ein Philipp LANGENMANTEL (Lankhmantel) Messerschmied und dort Besitzer des Hauses Nr. 130. Am 16.2.1539 erwarb er in Bruneck einen Platz zur Erbauung einer Polier- und Schleifsäge. Sein Nachkomme Wolfgang LANGENMANTEL in Bruneck erlangte mit seinem Vetter Michael am 30.6.1609 einen Wappenbrief. Wolfgang Ignaz, geboren 16.8.1765 in Augsburg, Nachkomme der früher erwähnten Brüder Wolfgang, David und Heinrich, war Senator der Reichsstadt Augsburg. Mit den Nachkommen seines verstorbenen Bruders Johann Anton wurde er am 22.3.1813 in die bayerische Adelsmatrikel eingetragen. Diese Eintragung wurde am 30.4.1813 auf die Brüder Johann Baptist und Wilhelm Benedikt, Johann Georg und Georg Josef und deren Nachkommen Erhard Sebastian und Johann Georg ausgedehnt. Die Brüder des früher genannten Wolfgang Ignaz (geboren 1765) waren Wolfgang Josef, Stadtgerichtsprotokollist in Augsburg, geboren 4.2.1768, Wolfgang Xaver, Hauptmann, geboren 13.9.1773, Wolfgang Gebhard, Pfarrer in Waal, geboren 8.6.1775, und Jakob Maria, bayerischer Bauinspektor, geboren 21.10.1784. Martin LANGENMANTEL, manchmal als adelig bezeichnet, war in Meran 1704 bis 1717 Bürgermeister, 1715 bis 1740 Landrichter, Advokat und unterschrieb als solcher am 7.11.1720 den Vertrag der Stadt Meran mit dem Englischen Fräulein-Institut. Er war Besitzer des Hauses Meran, Laubengasse Nr. 196 (1695) und, seit 1692, mit Katharina GOLDRAINER von MÜHLRAIN, Tochter des Kastelbeller Gerichtsschreibers Oswald von GOLDRAINER, vermähtl. In Ober-Zenoberg war ihm der uralte Erlachhof (1716) zu eigen, wie eine Intarsia-Inschrift auf einem Türsturz im Getäfel der Südoststube beweist. Ein anderer Türsturz in der gleichen Stube trägt die Innschrift: „Katharina Goldrainer“. Maria Katharina LANGENMANTEL, wohl eine Tochter des Martin, war seit 1743 (Meran) mit Stephan Nikolaus von INGRAM, Stadtschreiber in Meran (gestorben 1780), vermählt; sie starb 1778. Die Westheimer Linie der Herren von LANGENMANTEL, die dort seit 1306 die niedere Gerichtsbarkeit ausübten, blüht heute noch im Mannesstamme. Über die Familie LANGENMANTEL finden sich Stammtafeln in Gabriel BUCELINs „Germania“, Ulm, 1655/1678, 2. Teil, 3. Abschnitt, Folio 5, und im Gothaschen „Genealogischen Taschenbuche“, Teil B, Gotha 1910, „Briefadelige Häuser“. Von weiteren Mitgliedern der Familie finden wir, ohne Kenntnis ihres familiären Zusammenhanges: Franz-Adam von LANGENMANTEL, Reichsstatthalter, zu Karlstadt, erhielt am 24.1.1653 von Kaiser Ferdinand III. den Reichsfreiherrenstand mit den Beiworten „Herr vom doppelten R, Freiherr von Tramin, Gräfenwarth und Turm unter Reichenberg“. In Tramin nannte die Bevölkerung die Langenmantel: „die Ritter mit dem Rips-Raps“ (RR). Georg von LANGENMANTEL, Gatte der Margarete von LICHTENBERG. Heinrich, Bruder des David, Gatte der Ursula von TÄNZL (1561). Heinrich, Gatte der Anna von GOSSENBROT. Helene, Tochter des Johann, Gattin des Dionys ROST von AUFHOFEN. Peter, Sohn des Lazarus, Gatte der Agnes von TRAUTTMANSDORFF. Wolfgang, Gatte der Christine von CONCIN. Ein Zweig der LANGENMANTEL zog anfangs des 18. Jahrhunderts von Augsburg nach Graz, wo Kajetan von LANGENMANTEL am 21.1.1766, unter Bestätigung seines alten Adels, mit dem Prädikate „von Langenthal“ in den Ritterstand erhoben wurde. Auch die steierische Linie der LANGENMANTEL führt das Beiwort „zum R“ und das alte Langenmantelsche Wappen. In Graz blüht die Familie heute noch fort. Die Nachkommen der alten Ritter widmenten sich ehrsamen Handwerks-Berufen, wurden Tischler, Nagelschmiede, Krämer usw. Eine Stammtafel der Grazer Langenmantel (bis 1903) lässt sich aus dem Werke von L. v. Schiviz „Der Adel der Stadt Graz“ (Graz, 1909) zusammenstellen. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 148-151.
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