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Kalmünz
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Monday, 12 March 2007

Aus dem Markflecken Kallmünz in der Oberpfalz, Bayern, am Einlfuß der Vils in die Naab, kam um 1430 Andreas KALMÜNZ, geboren um 1400 in der Oberpfalz, aus einem alten Regensburger wappenfähigen Patriziergeschlechte stammend, nach Meran und erbaute dort am Sandplatze den nach ihm benannten Ansitz „Kalmünz“, im Volksmunde „die Kalmünze“ genannt, doch hat dieses Wort mit der in Meran (seit 1271) bestandenen alten Münzstätte, die sich an der Ecke des Pfarrplatzes und der Postgasse (Nr. 170) befand, nichts zu tun.

Andreas KALMÜNZ wurde 1441 Bürger von Meran und erwarb sich bald so sehr das Vertrauen seiner Mitbürger, dass sie ihn, 1448 und 1453 zum Bürgermeister von Meran wählten. Im Jahre 1540 wurde er (erster) Stadtrichter und Amtmann des Heinrich von AUER, Schlossherrn vom Schlosse „Auer“ bei Dorf Tirol. Er war in erster Ehe mit Agnes PAYR von ALTENBURG, in zweiter Ehe mit Dorothea MÖRL von TRAMIN vermählt und starb um 1480. Eine Inschrift neben der Turm-Halle der Meraner Pfarrkirche, wohl das älteste Grabmal Merans, renoviert 1756, erinnert uns heute noch an den ersten Kalmünzer.
Ulrich von KALMÜNZ war erzherzoglicher Rat, Kämmerer des Erzherzogs Sigmund und am 3.4.1477 Pfleger von Imst.

Andreas junior und Veit KALMÜNZ, Söhne des Andreas senior, erhielten am 2.5.1516 (Persen bei Trient) vom Kaiser Maximilian I. eine Bestätigung ihres Adels und Wappens (Sperber-Fuß). Andreas war 1454, 1465, 1483 und 1527 Richter und Bürgermeister von Meran. Veit war am 16.5.1530 Amtsverwalter von Meran und mit Magdalena von NIDERMAYR verheiratet.

Wolfgang von KALMÜNZ war 1560 erzherzoglicher Rat, Steuereinnehmer und Kammermeister an der Etsch und am Eisack, Pfleger auf Schenna, Besitzer des Edelsitzes „Kalmünz“, und wurde 1594 in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen, nachdem ihm um 1560 der Ritterstand verliehen worden war. Er war seit 19.7.1586 mit Maria von MÖRL, Tochter des Hans von MÖRL und der Lonetta von VINTLER, vermählt und besaß in Meran einige Häuser, darunter den „Spatzenturm“, Rennweg Nr. 30, und einige Häuser (Nr. 50) unter den Burglauben. Maria von KALMÜNZ starb um 1630 kinderlos.

Felizitas von KALMÜNZ hatte in erster Ehe den Bürgermeister von Meran, Thoman ZÖTTL, in zweiter Ehe den August GADOLT von SELOSHAUSEN zum Gatten.

Osias von KALMÜNZ, Sohn des Wolfgang, war mit Susanna REUTER, Tochter des fürstlichen Rates Kaspar REUTER, vermählt, besaß in Innsbruck das Haus Maria-Theresien-Strasse Nr. 40 (1597) und starb 1604. Mit ihm schloss die Meraner Linie der Kalmünzer, doch scheint sich eine Nebenlinie des Oberpfalzer Stammes weiter erhalten zu haben.

Anna Katharina von KALMÜNZ, einzige Tochter des Osias, heiratete den Isaak Andreas HEIDENREICH von PIDENEGG, der den heutigen Bau der „Kalmünze“ aufführte (Haus Nr. 147 Meran, Sandplatz 2).
Dessen Tochter und Erbin, Anna Serafine von HEIDENREICH, hatte seit 1649 den Isaak Andreas von PACH von HANSENHEIM und PIDENECK (gestorben 1660) zum Gatten.

Im Jahre 1688 kam die „Kalmünze“ an Fortunat von ENZBERG, 1685 an Dominik von HOHENHAUSER (ermordet 29.6.1703), dann an dessen Sohn Johann Anton von HOHENHAUSER, der ihn 1706 an Johann Anton Grafen STACHLBURG verkaufte. Von diesem erbte ihn Franz Ernst Graf STACHLBURG (geboren 1688, gestorben 1752), vermählt mit Maria Josefa Gräfin SCHLANDERSPERG (Allinaz-Wappen Stachlburg-Schlandersberg auf dem Haupttore der „Kalmünze“), dann (1840, die letzte) Gräfin Antonia STACHLBURG, vermählt mit Alois Freiherrn von SCHNEEBURG, und schließlich die Familie GIOVANELLI.

Wie eingangs erwähnt, wanderte ein Zweig der aus der Oberpfalz stammenden Familie um 1430 nach Südtirol; der Stamm der Familie blieb in der Oberpfalz, wo sie hauptsächlich in Schwarzhofen bei Neuenburg lebten. Matthäus KALLMÜNZ, Sohn des Georg, war Dr. jur., Hofrat und Geheimer Referendar der Kaiserin Maria Theresia, zog nach Wien und errichtete dort am 11.6.1752 die am 8.10.1767 von der Kaiserin bestätigte Kallmünzer’sche Studienstiftung. Matthäus KALLMÜNZER war mit Maria Theresia SCHWANDTER vermählt und starb um 1751.

Stefan KALLMÜNZER von KALMÜNZ, geboren 1751 in Teinesberg (Oberpfalz), führte vor seiner Nobilitierung keinen Adelstitel, auch ist seine Herkunft nicht bekannt, trotzdem dürfen wir ihn hier erwähnen, da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass er mit den Meraner KALMÜNZern stammesverwandt ist. Er erlangte im Graf Johann Jakob von Löwenburgschen Konvikte in Wien (Piaristengasse) einen Kalmünzerschen (Meran?) Stiftungsplatz, studierte Philosophie, ließ sich am 7.10.1769 zur Artillerie ausmustern, wurde im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778) Feuerwerker, kämpfte bei Schabtz (1788, Servien), Belgrad (1789), als Oberleutnant, beim Fort Louis (Niderelsaß), Kapitänsleutnant, 1793 bei Heidelberg und Mannheim (unter General Graf Dagobert WURMSER, 24.9.1795), stand vom September bis Februar 1797 vor Mantua und wurde schließlich 1811 Oberst und Kommandant der Temesvarer und 1816 des Mantuaner Artillerie-Distriktes. Für 41-jährige ausgezeichnete kampferprobte Militärdienstleistung (1769 bis 1810) wurde er am 1.11.1811 in den Adelsstand mit dem Prädikate „von Kalmünz“ erhoben (Adelsarchiv Wien). Das ihm hiebei auch verliehene Wappen stimmt jedoch mit dem Meraner Kalmünzer-Wappen nicht überein. Er war viermal vermählt und hinterließ zwei Kinder:
1.) Ignaz, geboren 1808, Feldkriegskommissär, vermählt seit 4.11.1834 in Graz mit Anna Theresia PFEFFER, geboren 1816, gestorben 25.1.1905 in Graz; seine Tochter Emilie von KALLMÜNZER, geboren 1835, gestorben 26.3.1880 in Graz, ledig, war Institutsvorsteherin in Graz. Eine andere Tochter, Sidonie von KALLMÜNZER, wurde die Gattin des Stefan HEDL (gestorben 1891).
2.) Susanna, verehelichte STEINMAIR (lebte noch 1835 in Innsbruck) und starb als Generalmajorsgattin in Graz am 8.10.1836.
Stefan starb zu Graz am 8.10.1826.

Eine Stammtafel dieser Familie KALLMÜNZER wurde vom Bürgermeister des Marktes Schwarzhofen am 31.10.1796 angefertigt und erliegt jetzt im Archiv des Rektorates der Universität Wien bei den Akten über die Kallmünzer’sche Studienstiftung. Auf diesem Stammbaume sind auch die Kinder und Enkel des Stefan von KALLMÜNZER verzeichnet.

Die alte „Kalmünze“ in Meran, in ihrer um 1600 erlangten Gestalt, steht heute noch und hält die Erinnerung an das alte Geschlecht der Kalmünzer wach.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 131 ff.
 
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