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Die HOHENHAUSER (Hochenhauser) leiten ihren Namen vermutlich von dem Gerichtshause, auch „Hohes Haus“ („Ortenstein“) genannt, in Meran ab, wo sie jahrzehntelang wohnten.
Ulrich HOHENHAUSER, ein rechtsgelehrter Mann, Besitzer (1594) des Schlosses „Maur“ (Untermais), und sein Bruder Josef erhielten am 20.2.1562 einen Wappenbrief und am 11.4.1567 den Adelsstand. Im Jahre 1582 wurden sie auf Befehl des Erzherzogs Ferdinand in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen. Ulrich nannte sich seit 1572 nach seinem Ansitze im oberen Tiergarten zu Untermais auch „von und zu Thierburg“. Ulrich bracht es vom Geheimsekretär des Erzherzogs Ferdinand II. zu dessen geheimen Hofrat, Hofkammerrat, vertrautesten Beamten und mächtigsten Günstling. Im Jahre 1579 besaß er in Innsbruck, Kiebachgasse 14, ein Haus und ließ für sich und seine Gattin Eva von KARL (gestorben 1606) noch zu Lebzeiten von dem berühmten Tiroler Bildhauer Alexander COLIN (geboren 1526, gestorben 1612) auf dem Friedhof zu Innsbruck ein prächtiges Grabmal setzen (jetzt im Museum Ferdinandeum); Ulrich von HOHENHAUSER starb um 1600. Ulrichs Sohn, Wilhelm, war, wie der Vater, Pfleger der Gerichte Burgstall (bei Meran) und Greifenstein (Jenesien). Im Jahre 1603 ehelichte er Katharina GEIZKOFLER von GAILENBACH, geboren um 1575, gestorben 1619, Tochter des Uriel von GEIZKOFLER; sie gebar ihrem Gatten zehn Kinder. Um 1634 wurde er Pfandinhaber von Greifenstein und Mölten und legte durch eine große Spende am 20.11.1656 den Grundstock zum Maiser Armenfonds. Am 2.9.1651 erhielt Wilhelm eine Wappenbesserung und das Prädikat „von und zu Greifenstein“, nachdem im Jahre 1386 das Geschlecht der GREIFENSTEINer in Obermais ausgestorben war. Wilhelms Grabdenkmal steht an der Kirchenmauer der Maria-Trost-Kirche in Untermais. Wilhelms Söhne Uriel, Gatte I.) der Pellegri von Pellegrini, II.) der Julie RENNER von ALMERDINGEN, und Ehrenreich teilten 1651 das väterliche Besitzum. Ehrenreich von HOHENHAUSER war Hofsekretär und besaß in Innsbruck seit (1678) das Haus Innrain Nr. 33. Am 17.4.1688 verkaufte Johann Wilhelm von HOHENHAUSER und sein Bruder das Haus Innsbruck, Kiebachgasse 10. Domink Vigil von HOHENHAUSER zu GREIFENSTEIN und THIERBURG, geboren um 1640 in Meran, war Ende des 17. Jahrhunderts Oberst-Wachtmeister der Landmiliz im Burggrafenamte und damit der höchste Offizier in Meran. Er führte ein strenges Regiment in Meran und war daher nicht beliebt. Als einmal zwei Deserteure in die Pfarrkirche zu Meran flüchteten und, vom uralten Asylrecht, dem „Freiungsort“, gebrauch machend, sich dem nachgesendeten Militär entziehen wollten, ließ HOHENHAUSER die Kirchentüren sperren und den Friedhof besetzen. Der damalige Meraner Pfarrer, Josef Paul Freiherr von HAUSMANN zu STETTEN (geboren 1674, gestorben 1717 in Meran), wehrte sich energisch gegen diese Verletztung des Asylrechtes und verlangte öffentliche Abbitte von HOHENHAUSER, die dieser aber verweigerte. Ein tragischer Zufall wollte es, dass einige Jahre später HOHENHAUSER selbst vom Asylrechte Gebrauch machen wollte, aber kein Gehör fand. Als im Juni 1703 (spanischer Erbfolgekrieg) die Franzosen nach Südtirol rückten, brach in Meran eine förmliche Panik aus. Da versammelte der Adel in Meran die Milizen und Bauernscharen. Viele Adelige lebten schon lange in Todfeindschaft, die jetzt bei der Übernahme des Kommandos zum Ausbruck kam. HOHENHAUSER wollte nur die einrollierte Miliz und die gut bewaffneten Scheibenschützen des Burggrafenamtes ausziehen lassen, die Bauernhaufen aber nach Hause schicken. Da erhob sich unter den Volkshaufen ein riesiger Tumult und HOHENHAUSER musste die schwersten Vorwürfe über sich ergehen lassen. Er habe schon früher die Franzosen begünstigt, für die gefangenen französischen Offiziere Feste und Spiele gegeben, einen hohen Befehl zur Landesverteidigung trage er schon seit 14 Tagen uneröffnet in der Tasche, auf dem Hauptschloss Tirol habe er kein Pulver für den Landsturm hinterlegt, Munition und Gewehre habe er heimlich für seine eigene Tasche verkauft, die freiwilligen Landstürmer behandelt wie Muskenträger, die Offiziere hätten keine Kriegskenntnisse, die Leute bedeuten für ihn nur Schlachtvieh, das er auf die Schlachtbank schicke. Nach langem Gezänke wurde endlich, gegen den Willen HOHENHAUSERs, beschlossen, gegen Passeier aufzubrechen (27.6.), da Gerüchte gingen, die Franzosen seien von dort her auf dem Marsch gegen Meran. Den Vortrab bildeten Adel und Ritterschaft zu Pferde aus Lana, dann kamen die Scheibenschützen und schließlich unter HOHENHAUSERs Anführung die Ritterschaft von Meran und Mais, im ganzen etwa 3.000 Mann. Diese „Macht“ zog bis Saltaus. Dort begannen fürchterliche Auftritte: HOHENHAUSER scheint wirklich alles vernachlässigt zu haben, was für einen Kriegszug nötig war; nicht einmal Lunten und Pulver hatte er unter die Leute austeilen lassen. In Saltaus aß HOHENHAUSER noch mit seinem Todfeinde Andreas FLUGI von ASPERMONT in scheinbarer Freundschaft. Beim Weitermarsche erklärte HOHENHAUSER plötzlich, ein Leibschaden hindere ihn am Reiten, er werde das Kommando seinem Sohne Gottlieb übergeben. Dies war sein Verderben. Ein Laufzettel, der sich aber später als falsch erwies, brachte die Kunde, die Franzosen seien schon am Jaufen, HOHENHAUSER blieb aber in St. Martin zurück und ließ die Truppen allein weiter gegen St. Leonhard marschieren. Als nun zwei blaugekleidete Männer auf dem Jaufen auftauchten, hielt man sie für Bayern und schlug Alarm. Die Schützen kehrten um und liefen nach St. Martin, wo sie von HOHENHAUSER Munition und Lunten verlangten. Sie schrieen, HOHENHAUSER habe das Pulver mit Sand und Salz gemischt, die Feuerrohre seien falsch und mit Hadern verstopft, die Miliz absichtlich nicht aufgeboten, um dem Feinde den Anmarsch zu erleichtern und dergleichen mehr. Gleich am Eingang in das Dorf St. Martin rissen die tobenden Landstürmer den HOHENHAUSER vom Pferde, warfen ihn zu Boden, schlugen ihm einige Male die Pistole ins Gesicht und über den Kopf und setzten den vom Pferde gestürzten wieder in den Sattel. Kaum wollte HOHENHAUSER fortreiten, als im ein Bauer, angeblich von Andreas von FLIGI angestiftet, mehrere Hiebe auf die Schulter versetzte. Nun wollte HOHENHAUSER in den Friedhof fliehen, um an geheiligter Stätte Schutz zu finden, allein, die Musketiere nötigten ihn, wieder aufs Pferd zu steigen und als am westlichen Ausgange des Dorfes, gerade einem Kruzifix gegenüber ein Bauer schrie, man solle den Verräter nicht länger leben lassen, schoss ein Milize seine Pistole, ein anderer sein Gewehr auf den Schwerverletzten ab. Der gerade hinzukommende Vikar HAUSMANN, derselbe, mit dem HOHENHAUSER einige Jahre vorher wegen des Asylrechtes einen Konflikt hatte, fing den Sterbenden in seinen Armen auf. Da gab ein Meraner noch aus nächster Nähe aus der Pistole einen Schuss gegen Hohenhausers Brust ab. So starb HOHENHAUSER am 29.6.1703 als Opfer grässlicher Volkswut, eigentlich infolge eines Missverständnisses, da die Franzosen damals noch gar nicht am Jaufen oder in dessen Nähe waren. HOHENHAUSER wurde in St. Martin am 29.6. begraben (Grabmal nicht mehr vorhanden). Andreas von FLUGI, der Ermordung des Dominik Vigil geradezu beschuldigt, musste später ein ganzes Jahr in Wien verweilen, um dort seinen Prozess zu führen. Es kam zwar eine Aussöhnung zwischen ihm und der Hohenhauserschen Familie zustande, aber der Mordverdacht wich nicht mehr von seinem Namen. Nun fielen einige der Haupträdelsführer über HOHENHAUSERs Sohn Gottlieb, über des Ermordeten Pferde, Silbergeschmeide und Barschaft her. Sein Haus in Meran (Kalmünz, seit 1685 in seinem Besitze) wurde vom Pöbel geplündert und ausgeraubt, sogar die Witwe Katharina von HOHENHAUSER mißhandelte man, die Keller wurden erbrochen und der Wein schaffelweise herausgetragen. Gottlieb Johann Josef Anton, Sohn des Domink Vigil, war mit Eleonore Beata Gräfin SAUER von und zu ANKERSTEIN, Tochter des Georg Friedrich Grafen SAUER, vermählt. Er war im Jahre 1703 Hauptmann der 3. Miliz-Regimentes. Zusammen mit seinem Bruder Johann-Anton verlangte er vom Gerichte Meran, dass es die Mörder seines Vaters ausforsche und bestrafe. Es wurde nun eine Untersuchung eingeleitet und Urban von ENZENBERG auf Grund seiner eigenen Angabe als derjenige ermittelt, der dem Dominik HOHENHAUSER den letzten Schuss in die Brust gab. Über den Ausgang der Untersuchung ist nichts bekannt geworden. Da Johann Anton vor Gottlieb Josef von HOHENHAUSER starb, ist mit Gottliebs Tode, im Jahre 1720, das Geschlecht der HOHENHAUSER, das durch die Ermordung des Dominik geschichtlich bekannt wurde, im Mannesstamme erloschen. Von Mitglieder der Familie HOHENHAUSER fanden wir: Anna Barbara, Tochter des Uriel, Gattin des Johann Baptist von ROSENBERG. Judith, geboren um 1642, Tochter des Uriel, Gattin seit etwa 1665 des Georg Christian von MAYRHOFEN zu KOBURG (geboren 1639, gestorben 1706). Margarete, Schwester des Wilhelm, Gattin des Hans Jakob von LEISS (Leyß). Rosalia war zu Hall am 6.4.1777 mit Johann Josef von LINDNER vermählt. Stefan von HOHENHAUSER, aus Velthurns, wurde 1637 Inwohner von Bozen und soll um 1653 geadelt worden sein. Er war seit 7.1.1654 mit Eva von LINDNER verehelicht. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 126-130.
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