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Kögl - Erloschene Edelgeschlechter Tirols
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Monday, 18 August 2008
KÖGL, Josef Sebastian - "Die erloschenen Edelgeschlechter Tirols" (1846).

Non omnis moriar! (Horat)

Noch immer steht das von Grafen Franz Adam von Brandis größtenteils aus Burglechner, Zipock und Frugger's Ehrenspiegel zusammengestellte "Immergrünende Ehren-Kräntzel des tirolischen Adlers" (Bozen, bei Paul Frührer 1678) im ehrenvollen Andenken, und wird von den Schriftstellern des In- und Auslandes öfter angeführt. Dasselbe behandelt im II. Teile Seite 36 - 121 die immatrikulierten Geschlechter des tirolischen Adels in alphabetischer Ordnung mit beigefügten Wappentafeln, enthält aber darüber nur äußerst dürftige und mangelhafte genealogische Notizen.

Seit jener Zeit ist kein neueres Werk erschienen, welches diese in der vaterländischen Geschichte bestehende Lücke auszufüllen, und eine den gesamten tirolischen Adel umfassenden genealogisch-heraldische Übersicht zu geben sich ex professo zur Aufgabe gemacht hätte.

Aufgemuntert von Seiner Exzellenz dem verstorbenen Herrn Appellationspräsidenten und Vorstande des Nationalmuseums, Freiherrn von Dipauli, und unterstützt von dem Nestor der vaterländischen Genealogie, dem mehr als 93-jährigen Canonicus in ambitu zu Brixen und Ehrenmitgliede des Ferdinandeums, Herrn Stephan von Mayerhofen, hat der Lehrer an der Kreishauptschule zu Brixen, J. S. Kögl, mit unermüdetem Fleiße ein fragmentarisches Lexikon vom lebenden und erloschenen Adel von Tirol und Vorarlberg in der Absicht entworfen, dasselbe durch den Druck öffentlich bekannt zu geben.

Allein das an sich sehr verdienstvolle Unternehmen scheiterte an unvorhergesehenen Schwierigkeiten, und dessen Ausführung bleibt vor der Hand günstigern Zeitumständen verbehalten.

Da indessen eines der Haupthindernisse, welches der Veröffentlichung eines allgemeinen tirolisch-vorarlbergischen Adelslexikons entgegensteht, darin liegen dürfte, das einzelne adelige Familien gegen die volle Richtigkeit der in demselben vorkommenden Daten Einwendungen zu machen sich veranlaßt finden könnten, so fällt diese Bedenklichkeit weg, soferne man sich bloß auf solche Adelsfamilien beschränkt, deren Geschlecht bereits erloschen, und daher dem Bereiche der Geschichte anheimgefallen ist.

Es wird daher erlaubt sein unsere vaterländische Zeitschrift als Vehikel zu benützen, um die Leser derselben nach und nach mit den bereits ausgestorbenen adeligen Geschlechtern von Tirol in der Art bekannt zu machen, daß wir alljährlich eine alphabetische Reihenfolge solcher Geschlechter in dieselbe aufnehmen, und am Ende eine darauf bezügliche Wappentafel beifügen.

Um übrigens diese Arbeit gehörig zu würdigen, wird bemerkt, daß der Verfasser weder den rein historischen, noch den ausschließlich genealogisch-heraldischen Gesichtspunkt dabei in das Auge gefaßt, sondern den Mittelweg zwischen beiden diesen Grenzlinien einzuschlagen versucht, und daher bei jedem Geschlechte, so weit es der Materialienvorrat gestattete, folgende vier Hauptmomente hervorgehoben hat.

I.) Vaterland der Ahnen, oder deren erstes urkundlich erwiesenes Erscheinen.

II.) Nobilisierung, Standeserhöhung, und Aufnahme der Familie in die tirolisch-ständische Adelsmatrikel.

III.) Erwerbung von Herrschaften, Schlössern und Edelsitzen, so wie deren Vererbung, Veräußerung oder Einziehung von Seite der Lehensherrn, endliches Erlöschen der Familie, und Übergang ihrer Hauptbesitzungen an die dermaligen Besitzer.

IV.) Stiftungen und merkwürdige Personen in der Familie.

Schon daraus ergibt sich, welchen wichtigen Beitrag zur vaterländischen Geschichte überhaupt, und des tirolischen Adels insbesondere, diese genealogisch-heraldische Zusammenstellung liefere, und wie sehr der Verfasser in seinem patriotischen Unternehmen allseitig aufgemuntert und unterstützt zu werden verdiene.

Die erste (und zweite) Reihenfolge des erloschenen tirolischen Adels enthält in alphabetischer Ordnung folgende Edelgeschlechter:

Annenberg

Aufenstein

Berneck

Burglechner (Burgklehner) von Thierburg und Vollandsegg

Caldes

Crosina von Manburg

Deutenhofen

Dreyling von Wagrein

Eben

Eppaner

Forst

Fragenstein

Gradner von Frohnstetten

Grustner

Hälbling

Hauenstein

Jaufen

Jöchl

Kaßler

Koburg

Lebenberg

Lienz und Lueg

Mäntelberg

Mohrenberg

Neideck zu Anger

Niederthor

Oberthor

Ott von Achterdingen

Perchtinger

Pezzen zu Croviana

Quaranta

Rafenstein

Schenna

Spies

Tarant von Tarantsberg

Tschengls

Ueberreiner

Uttenheim

Villanders

Völseck und Tiers

Weineck

Wicka

Zott

Zwingenstein von Saleck

Die am Ende beigefügte Wappentafel enhält die möglichst getreu kopierten Wappen dieser erloschenen Geschlechter.

KÖGL Sebastian - "Die erloschenen Edelgeschlechter Tirols" in Neue Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg, 11. Bd., S.72-133 Innsbruck 1845; Bd. 12, S.146-203, Innsbruck 1846.

 
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