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Page 2 of 9 II. Die Wappen des Reichsfürstentums Jeder Fürstbischof hatte das Recht, als Symbol der Souveränität eine Reichsflagge (weißes Osterfähnlein mit rotem Kreuz) und ein Wappen zu führen. Hatte der Fürstbischof kein eigenes Familienwappen so wählte er ein neues Wappen, dem er auch das Wappen des Hochstiftes (ein rechtsschreitendes, rückschauendes, goldnimbiertes, d.h. mit Heiligenschein versehenes Lamm, eine mit rotem Kreuz belegte weiße Osterfahne, "Lampl-Fahne", im erhobenen rechten Vorderfuße) beisetzte. Das erstemal finden wir das Brixner Wappen auf einer Urkunde vom 16.12.1297 unter dem Fürstbischof LANDULF. Der bürgerliche Fürstbischof Johann PLATZGUMMER erklärte anlässlich der Bewerbung um eine Domherrenstelle (Kanonikat) im Jahre 1602, dass er zwar kein "angeborenes" Wappen besitze, dass man ihm aber bei der Erlangung des Doktorates (Rom, 1596) ein Wappen verliehen habe. Dieses Wappen führte er dann auch als Fürstbischof; es ist heute noch auf den Granitquadersteinen, mit denen die Brixner Arkaden gepflastert sind, zu sehen (seit 1645). Das Domkapitel führte im Mittelalter, das erstmal auf einer Urkunde über die Bestellung des Scholastikus am 3.1.1256, ein Wappen, das den Heiligen Ingenuin (Bischof von Säben, 605 n. Chr.) darstellt. Ab 1273 wurden diesem Bilde noch die Figur der Sonne und des Mondes beigesetzt (Urkunde vom 23.6.1417). Seit 30.11.1539 finden wir auf den Urkunden ein neues Domkapitelsiegel: unter einer Bischofsmütze zwei kleine Schilde, im ersten das brixnerische Osterlamm, im zweiten den einfachen Tiroler Adler mit ausgebreiteten Flügeln, zwischen ihnen den querliegenden Bischofsstab in den Klauen. Auf heraldische Rang- und Würdezeichen führten die Fürstbischöfe von Brixen den Fürstenhut, d. i. eine purpurne Mütze mit einem Aufschlag (Stulp) aus Hermelin und vier Bügeln, von denen drei von vorne sichtbar sind. Die weltliche Würde des Fürstbischofs als Reichsfürst kommt im Wappen durch den erwähnten Fürstenhut und den Mantel, d. i. eine hinter dem Wappen angebrachte vorhangartige Draperie, zum Ausdruck; ferner durch ein hinter dem Schilde des Wappens sichtbares blankes Schwert (Zeichen des Blutbannes), mit dem bischöflichen Krummstab gekreuzt. Beim Begräbnis eines Fürstbischofs wurde der Sarg mit den fürstlichen Ehrenzeichen geziert (z. B. 10.8.1828), mit Schwert, Wappen und Fürstenhut. Das Eisen aus den ergiebigen Eisengruben in Fursil (bei Buchenstein) wurde in der Zeit (1353-1753), als dieses Bergwerk den Fürstbischöfen von Brixen gehörte, "ferro d'angnello" benannt, weil es das brixnerische Wappen (Lamm) als Merkzeichen trug.
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