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Han von Hanperg
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Monday, 12 March 2007

Bald nach der Erbauung des Schlosses "Bruneck" durch den Bischof Bruno von Brixen (1251) ließen sich dort die Edlen HÄNDL (Hänlein, Hänel, Händl, Hendle, Han) nieder. Schon 1270 finden wir einen Berthold HÄNDL als ältesten Schildbürger von Bruneck, der wegen seines Reichtums in großem Ansehen stand. Einer seiner Nachkommen erhielt das Recht, einen alten Burgstall, im Gerichte Feldturns gelegen, zu einem Schlosse oder "Gesäß" nach seinem Gefallen zu erbauen, "Hanberg" zu nennen und dazu adelige Freiheiten zu genießen.

Wir finden dann 1364 einen Paul HAN, 1387 einen Jakob HAN in Bruneck, Gatten einer von PEDRAZZ-CULEN-FELDTHURNS, ein anderer Jakob HAN, geboren in Bruneck, war Pfarrer in Antholz, Sillian, Chorherr (1390) in Innichen, lebte zuletzt in Runggad bei Brixen, wo er am 26.5.1406 starb. Ein weiterer Jakob HAN von HANPERG wurde im Jahre 1478 von den Grafen von Görz als ein "wohlerfahrener und streitbarer Kriegsmann" nach Lienz beschieden, weil "die Türken schon acht Meilen vor Lienz heraufstreiften". Pankraz von HAN war Pflegsverwalter in Schenna (1480) und erhielt im Jahre 1483 den Drittel des Schlosses "Boimunt" (bei Eppan). Neben Dr. Berthold von HAN (1467) treffen wir dann noch Peter Paul von HAN, Gatten der Margarete von KAHL, der Pfleger in Anras war und vom Fürstbischof von Brixen im Jahre 1478 das Jagdschlösschen "Fragsburg" (jetzt Bruneck, Haus Nr. 55) kaufte, das er "Hanperg" nannte. Ein Jakob von HAN siegelte 1483 und 1501 mit dem Hanschen Wappen, einen steigenden Hahn auf Dreiberg. Alle genannten HAN hatten das gleiche Wappen, wodurch sich ihre Familienzugehörigkeit ergibt. Lamprecht von HAN besaß 1548 das Haus Bruneck Nr. 26.

Siegmund von HAN-HANPERG, wohl der bedeutendste der Familie, war Domherr von Trient und Brixen, Kanzler des Fürstbischofs von Brixen Georg von Österreich, Spitalsverwalter in Brixen (seit 1526) und erwarb 1538 einen seit 1327 bestehenden großen Gutshof in der damaligen Herrschaft Rodenegg außerhalb Brixens, jetzt Gemeide Kranebitt (also nicht zu verwechseln mit dem Ansitz "Hanperg" in der Stadt Bruneck). Er baute 1559 den Hof aus, nannte ihn "Hanperg" (Hannenberg) und erhielt von Kaiser Ferdinand I. am 21.7.1559 die Adelsfreiheit. Er war zuletzt Pfarrer von Lienz, Domsenior und Domscholastiker in Brixen, wo er im Dezember 1562 starb. Für die Taufkirche St. Johannes in Brixen stiftete er eine große Glocke (1543). Der schöne Ansitz "Hanperg" bei Brixen wurde am 6.12.1809 von den Franzosen eingeäschert.

Jakob von HAN-HANPERG besaß 1546 den Ansitz "Hanperg" in Bruneck, war Pfleger zu St. Lamprechtsburg, mit Klara von PALLAUS vermählt, ein Enkel des früher erwähnten Türkenkämpfers Jakob HAN. Er zeichnete sich im portugiesischen Kriege (Alkasar) so sehr durch Einsicht und Tapferkeit aus, dass ihm gestattet wurde, im Mittelschilde seines Wappens das königliche portugiesische Wappen zu führen. Er starb im Jahre 1566 in Bruneck. Sein Sohn Balthasar von HAN, der letzte der Familie, war mit Barbara von SÖLL vermählt. Balthasars Tochter Margarete von HAN, war in erster Ehe mit dem Grafen Karl SPAUR, in zweiter Ehe mit Georg von GERHART, in dritter Ehe mit Hans von WOLKENSTEIN (gestorben 1570) vermählt; sie starb 1603. Anna Margarete von HAN (gestorben Schwaz), war die Gattin des Kaspar von TROYER (gestorben Taufers 1462).

Durch die Heirat des Balthasar von HAN mit Euphemia von JÖCHL, Witwe nach Christof RUML von LICHTENWERT, kam der Ansitz "Hanperg" (bei Brixen) im Jahre 1604 an die Familie RUML und, weil Magdalena von RUML mit Georg von REKORDIN zu NEUN verehelicht war, an dessen Sohn Christof von REKORDIN (gestorben 1680).

Von weiteren Mitgliedern der Familie HAN kennen wir:

Anna Maria von HAN, Gattin des Cristof von LISTRIER (1617).

Christian von HAN, geboren Taufers, seit 1361 Generalvikar von Brixen, gestorben 23.8.1374 in Villgraten als Pfarrer.

Johann von HAN, geboren Brixen, seit 1617 Chorherr in Innichen, gestorben 1636.

Lambert (Lamprecht) von HAN, gestorben 1550, seit 1540 Gatte der Helene von VINTLER.

Maria Barbara von HAN, Gattin des Karl von FRÖLICH-FRÖLICHSPURG (1550).

Wolfgang von HAN, fürstbischöflicher Hauptmann in Bruneck (1499).

Thomas von HAN, 1369 Chorherr in Innichen, 1379 Pfarrer in Lüsen, 1380 Pfarrer in Sillian, dann in Antholz.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "BRIXEN - Reichsfürstentum und Hofstaat", Wien 1948, Seite 185.
 
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