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Häl von Mayenburg
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Monday, 12 March 2007

Fast in der Mitte des Dorfes Völlan, Gemeinde Tisens, Fraktion Außer-Platten, steht das jetzt fast verfallene Schloss "Mayenburg". Im Gefolge des am 26.12.1342 aus Baden (Suntheim) nach Tirol gekommenen Markgrafen Ludwig V. von BRANDENBURG, Regent von Tirol 1342 bis 1361, befanden sich auch die Ritter HÄL (Hael), die, gegen den Willen des alterbgesessenen Tiroler Adels das Schloss "Mayenburg" als Lehenspfand erhielten und 200 Jahre lang, bis 1570, inne hatten.

Dietpold von HÄL, der bedeutendste der Familie, hatte auf seinen Herrn, den Markgrafen Ludwig, großen Einfluss und veranlasste den Markgrafen, ihm und seinen Bruder, dem Marschall Georg-Beringer von HÄL, für geleistete treue Dienste das Schloss "Mayenburg" und die Gerichtsherrschaft Tisens am 1.8.1350 (de dato Liebenstein bei Sankt Michael-Eppan) zu verleihen. Diese Güter waren den Rittern TARANT von TARANTSBERG (Partschins) weggenommen worden. Dietpolt von HÄL, der 1354 auch Hauptmann von Rodeneck war, registrierte nach dem Tode des Markgrafen Ludwig (17.9.1361 in München) für dessen minderjährigen Sohn Meinhard III. (geboren 1344) als Landesverweser, Vizeregent, Hauptmann und Pfleger der Herrschaft Tirol sowie erster Rat. In den Abrechungen (z.B. 1.12.1362) wird er als Dietpold „dictus“ HÄL (Hale) bezeichnet, d. h. Dietpold, mit dem Familiennamen HÄL. Im Jahre 1361 huldigte Dietpold mit seinem Bruder Heinrich von HÄL in Meran dem Meinhard III. Nach dessen frühen Tode (13.1.1362 in Meran) wurde Dietpold schon am 17.1.1363 zu Meran von Margarete Maultasch, Mutter des Meinhard, in den engeren Rat berufen, dem die gesamten Regierungsgeschäfte oblagen und ihm am 19.11.1362 die Lehen bestätigt.

Margaretens Regierung dauerte jedoch nur 13 Tage (bis 26.1.1363), während welcher Zeit Dietpold sich von der schwachen Regentin beschenken ließ. So erhiet er 400 Mark Berner (7.480 Gulden) und als Pfand einige Weingüter. Als aber Margarete in Bozen am 26.1.1363 das Land Tirol an die Habsburger übergab, war Dietpold von HÄL damit nicht einverstanden und verweigerte seine Unterschrift auf der Übergabsurkunde. Dietpold starb um 1364.

Konrad von HÄL, Bruder des Dietpold, starb am 20.1.1348 in Dorf Tirol (Grabstein auf dem Johannes-Kirchhofe vorhanden).

Erhart (Einhart) von HÄL, gestorben am 20.1.1363, besaß seit 11.12.1351 die Burg „Jufal“ (Gemeinde Tschars) als Lehen. Seine Witwe Osanna von HÄL stellte die Burg 1363 an den Landesfürsten zurück.

Konrad und Wilhelm, Söhne des Dietpold von HÄL, die wegen Dietpolds Gegnerschaft zum Landesfürsten bei diesen in Ungnade gefallen waren, wurden am 8.12.1377 vom Herzog Leopold III. "dem Biederen" wieder in Gnaden aufgenommen. Konrad, geboren in Schwaben, war 1377 bis 1394 Richter in Mayenburg.

Heinrich von HÄL, Bruder des Dietpold, fiel an der Seite Leopolds III. in der Schlacht von Sempach (9.8.1386); das von ihm in der Schlacht getragene tirolische Banner fiel in die Hände der Luzerner. Seine Leichnam wurde in der Klosterkirche zu Königsfelden in Aargau begraben.

Georg von HÄL war 1482 Landeshauptmann (an der Etsch) und Burggraf von Tirol. Er schmückte die alte St.-Severins-Kirche in Völlan mit herrlichen Fresken. Seine Söhne waren Sigismund und Balthasar. Georg wurde 1472 in die Tiroler Adelsmatrikel aufgenommen, nahm an dem Tiroler Landtag am 20.6.1474 teil, war mit Barbara von UMFAHRER (gestorben nach 1518), Besitzerin der „Thumburg“ bei Sterzing, vermählt und erlangte hiedurch 1470 die „Thumburg“. Seine Gruftplatte ist in der Kirche zu Tisens zu sehen; er starb in Meran am 19.7.1483.

Sigmund von HÄL zu THURNAU-ALTHEIM, Sohn des Georg und der Barbara von HÄL, war durch die Belehnungen vom 26.1.1502 und vom 20.3.1515 zusammen mit seinem Vetter Sigmund HÄL, der 1499 bis 1520 Pfleger von Kropfsberg und Rat des Erzbischofs Leonhard von Salzburg war, Besitzer des Schlosses "Mayenburg". Im Jänner 1499 war Sigmund Rat des Kaisers Max I. Anwalt bei der Hauptmannschaft an der Etsch und hatte die Rüstungen für den Engadiner Krieg Max I. zu betreiben. Er bot daher im ganzen Etschtale den Landsturm auf und sandte ihn nach Glurns. Am 27.2.1499 wurde er Rat des Landeshauptmannes und kämpfte in der für Max I. so unglücklichen Schlacht in der Calva (Mals) am 23.5.1499. Er soll mit einer „HALLER von ANNENBERG“ vermählt, um 1460 geboren und um 1530 gestorben sein.

Sigmund (der Jüngere) von HÄL, nannte sich auch „von THURNAU-ALTENHEIM“ (bei Bayreuth) und war Doktor der Rechte; er war der Gatte der Margarete von VINTLER. Im Jahre 1535 beschwerten sich die Bewohner (Gerichtsleute) von Völlan und Tisens über die Bedrückung durch die Familie HÄL, besonders durch die „Gerichtsfrau“ Barbara von HÄL, die in der Abwesenheit ihres Sohnes Sigmund die Güter bewirtschaftete. Sigmund von HÄL wurde am 25.3.1525 zur Austragung eines Streites über die Vogteilasten vor den Hofrat in Innsbruck zitiert. Am 13.5.1525 erhielt früh morgens Dr. von HÄL auf seinem Ansitze „Thumburg“ ungebetenen Besuch. Mehrere Erzknappen und Bauern pochten an der Türe und begehrten Einlass. Da sie versprachen, sich zu halten, wie „sich gemains gericht halt“, ließ HÄL die Gäste ein. Er musste ihnen Wein geben, worauf sie sich nicht ungeziemlich benommen haben sollen. Vorsichtigerweise, hatte sich aber HÄL um Schutz umgesehen. Als er nämlich am nächsten Tage (Sonntag) „Licht und Tag wurde“ kamen getreue Bauern aus der Umgebung, die er herbei holen ließ, und befreiten den HÄL aus der immerhin bedenklichen Einquartierung. Zur Bestreitung des Soldes für die bewaffneten Knechte, die das „Deutsche Haus“ in Sterzing vor den aufständigen Bauern zu schützen hatten, sollten die reichen Edelleute von Sterzing zur „hilff“ herangezogen werden, darunter auch Dr. HÄL. Von ihm forderte der Ausschuss der Verteidiger anfänglich 100 Gulden. HÄL beklagte sich darüber bitter und bat um Bedenkzeit. Er habe nicht so viel Geld und habe großen Schaden auf seinem Schlosse Mayenburg erlitten, wo ihm und seine Mutter alles genommen worden sei. Doch der Ausschuss ließ nicht locker und drohte ihm, ihn ohne Hilfe zu lassen, falls die Bauern über seinen Besitz herfallen sollten. Dies wirkte, HÄL willigte ein, doch der Sterzinger Bürgermeister Andreas FLAMM von FLAMMECK war trotzköpfig und forderte nun um 30 Gulden mehr, da HÄL die 100 Gulden nicht gleich zugesagt hatte. Schließlich begnügte sich aber der Ausschuss mit den 100 Gulden, und Dr. von HÄL lieferte, da er kein Bargeld hatte, Silbergeschirr im Werte von 100 Gulden ab, das der Ausschuss auf dem Sterzinger Rathause in Empfang nahm. Im Jahre 1550 erhielt Dr. Sigmund von HÄL den Ansitz „Lebenbrunn“ im Stadtgebiete von Meran, den er 1567 an den Junker Heinrich von KNILLENBERG übergab. Im Jahre 1570 verkaufte er Schloss Mayenburg, wo er Gerichtsvogt war, an den Landeshauptmann Lukas RÖMER von MARETSCH.

Nach einer Volkssage hätten die Herren von HÄL als Sühne für ihre Hinneigung zum Luthertum den ganzen Grund und Boden um Mayenburg dem Kloster der Kapuziner in Lana geschenkt, nachdem sie von den Bauern aus Mayenburg vertrieben und belagert worden waren, wobei ihre Einschließung und Erstürmung nur gegen Abgabe der erwähnten Klosterstiftung aufgehoben wurde.

Im Jahre 1578 verkaufte Sigmund die ererbte „Thumburg“ an Hans von KLEBELSBERG. Sigmund hatte von drei Frauen 28 Kinder, verarmte und wurde Graf Wolkensteinscher Pfleger in Rodenegg. Am 20.4.1568 starb Sigmunds Gattin, Margarete von VINTLER, Tochter des Georg von VINTLER. Er muss ein kluger Kopf gewesen sein, denn wir finden seinen Namen bei Kommissionen am 10.2.1561 in Nals, am 12.12.1564 in Nieder-Lana, und am 15.6.1567 in Innsbruck bei juristischen Streitigkeiten. Er war um 1500 geboren und starb um 1580.

Heinrich von HÄL-MAYENBURG (Heel), Sohn des Sigmund, der einzige überlebende Mann von dessen 28 Kindern, der letzte Sprosse der HÄL, starb 1615 in Lana und wurde in der Pfarrkirche zu Tisens begraben. Er war Besitzer des "Leishofes" (Weyer) in Obermais und starb, völlig verkommen und arm. Seine drei Söhne, Karl, Johann und Christian (geboren 26.9.1592) starben vor dem Vater. Wie schlecht es ihm zuletzt ergangen war, zeigte eine Eingabe an den Erzherzog Max III., in der er den Landrichter von Meran, Kaspar von PARTANIS (gestorben Meran, 1625), wegen Wuchers, begangen durch hochprozentige Darlehen an Nikolaus von KNILLENBERG (25.2.1606), angezeigt und bittet, man möge ihm das in Aussicht gestellte Anzeigedrittel des Strafgeldes zusprechen, da er ganz arm sei und nur von den Unterstützungen seiner Frau sein Leben friste. So wurde aus den einst stolzen HÄL zuletzt ein Dennunziant!

Von weiteren Mitgliedern der Familie HÄL, deren Namen auch Chael, Hal, Hel, Hael, Häll, Hehl, Khäl, Kael und Kel geschrieben wurde, fanden wir:

Abraham von HÄL, Maler aus Augsburg um 1590.

Barbara von HÄL, Gattin des Jenewein von ENTZENDORFF (1500).

Barbara von HÄL, Tochter des Sigmund, Gattin, seit 3.7.1560, des Sebastian von ANDRIAN.

Anna von HÄL-SUNTHEIM, aus Immenstadt, Gattin des Ulrich von KARLINGER, gestorben 1441.

Dorothea von HÄL, Gattin des Eustach von WOLKENSTEIN-RODENEGG (geboren 1473).

Erhart von HÄL, gestorben 1363, war in erster Ehe mit Agnes von NATURNS verehelicht.

Hans, Georg und Heinrich von HÄL, wurden 1412 mit dem Schlosse Mayenburg vom Herzog Friedrich IV. belehnt. Heinrich und Georg besaßen 1427 den Burgstall St. Pölten (San Ippolito) am Nonsberge.

Hans HÄL war 1598 Bürgermeister von Bozen (bis 1599).

Katharina von HÄL, gestorben 1430, Tochter des vor 1422 verstorbenen Georg von HÄL, war, seit 30.7.1422, mit Leo von BRANDIS, Sohn des Randold (II.) von BRANDIS vermählt.

Konrad von HÄL, Sohn des Dietpold, war mit Katharina von HÄL, gestorben vor 1374, verehelicht.

Margarete von HÄL zu SUNTHEIM war die Gemahlin des Johann Grafen WOLKENSTEIN-TROSTBURG (geboren 1379, gestorben 1429).

Martha von HÄL war die Gattin des Blasius von ANICH, Pflegers von Enn und Caldiff (1510).

Regina von HÄL, gestorben 1572 in Graz, war die Gattin des Christof Grafen von WURMBAND (geboren 1507, gestorben 18.4.1587).

Rudolf von HÄL zu SUNTHEIM verteidigte als Hauptmann unter dem Landsknecht-Oberst Georg von FRUNDSBERG (Freundsberg) im Jahre 1515 die Stadt Verona gegen die Venezianer.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burrren“, 1949, Seite 102-106.
 
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