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Hafner von Puechenegg
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Monday, 12 March 2007

 Der Tschögglberg war einst der Sitz dreier Gerichte: Jenesien, Mölten und Campidell. Dort saßen die Tschögglberger Bauernfamilien, die seit 1373 freie Bauern und seit 17.3.1327 wappenberechtigt waren. Als erste Wappenverleihung finden wir (urkundlich) die des Kaisers Max I. an die Brüder Christof und Heinrich HAFNER vom 29.1.1497; diese Auszeichnung wurde am 19.5.1523 von Kaiser Ferdinand I. bestätigt.

Eine dieser Familien waren die HAFNER, genannt, „BURKHART“ vom Burkhart-Hofe in Mölten. Sie führten, wie alle HAFNER, seit 1545 ein Hafen (Topf) mit Hahnenfederbusch im Wappen und waren Richter in Verschneid, einer Fraktion der Gemeinde Mölten, südlich von Terlan. Kaspar HAFNER genannt BURKHART, Gatte der Dorothea LANSER von MOOS (1559), hatte eine Tochter, Agathe, die sich 1571 mit Urban von FENNER vermählt hatte. Baltasar HAFNER genannt BURKHART hatte die Katharina ZINDLBERG (gestorben 1536) zur Gattin, Sigmund HAFNER genannt BURKHARTs Tochter Ursula HAFNER wurde die Gattin des Stefan von VINTSCHGER (1558), Georg HAFNER genannt BURKHART war in erster Ehe mit Anna von KERSCHPAMMER, in zweiter Ehe mit Maria von GAGERS (gestorben 1659) verehelicht. Die ehelichen Verbindungen mit Edeldamen wiesen darauf hin, dass die HAFNER ritterbürtig oder zumindestens wappenfähig waren.

Um 1620 traten die HAFNER auf dem Passeier Schildhofe „Puechenegg“ (Buechenegg) auf. Wir finden dort Hans HAFNER (1620), Peter HAFNER (1690) usw. Im Jahre 1664 war Abraham HAFNER Besitzer des Sandhofes, den Matthäus HAFNER an die Familie HOFER verkaufte, aus der der Tiroler Volksheld Andreas HOFER stammte.

Eine Linie der HAFNER zog nach Meran. Dr. Christofours (II.) erhielt am 16.2.1672 den Adelsstand mit dem Prädikate «von und zu PUECHENEGG», und zwar, wie es im Adelsdiplom (Adelsarchiv Wien) heißt, für die Verdienste seiner in Mölten ansässig gewesenen Vorfahren. Durch diesen Hinweis ist die Abstammung der Meraner Linie der HAFNER von der Möltener Linie erwiesen. Christof war Hofgerichtsadvokat in Bozen, dann zwölf Jahre lang Syndikus in Meran, dort in den Jahren 1682 und 1686 Bürgermeister, seit 1670 mit Maria MATELON vermählt und starb am 26.7.1699 in Meran, wo sein Grabmal, von dem Maler Matthias PUSSJEGER mit einem Freskogemälde „Auferweckung des Lazerus“ geziert, heute noch an der Südseite der Pfarrkirche zu sehen ist. Das Prädikat „PUECHENEGG“ stammt von dem früher erwähnten väterlichen Stammhause, dem Schildhofe gleichen Namens, der weiterhin (bis 1840) bei der bürgerlichen Linie der HAFNER verblieb.

Dr. Christoforus (IV.) Jakob, Sohn des Christoforus (III.), geboren in Meran 11.2.1675, war seit 20.11.1703 (Innsbruck) mit Anna Josefa Juliana von PEINTNER zu PEINTNERN (geboren 27.7.1683 Innsbruck, gestorben Meran 27.5.159), Tochter des am 29.9.1710 in Innichen gestorben Jakob von PEINTNER und der Aurelia SCHWEGERLE (geboren Innsbruck, 21.9.1649, gestorben Meran, 3.5.1723), vermählt. Er war wie der Vater Stadtsyndikus von Meran und Rechtsgelehrter.
Am 24.6.1703 zog Christof von HAFNER mit 800 Passeiern über den Jaufen nach Sterzing und von dort auf den Brenner, um die bayerischen Vorposten anzugreifen. Christof HAFNER war Zeuge der Ermordung des Oberstwachtmeisters Dominik Vigil von HOHENHAUSEN zu THIERBURG am 29.6.1703. HAFNER war von HOHENHAUSEN mit dem Kommando des Meraner Landsturmes betraut worden, wollte den HOHENHAUSER vor der Wut der über die Untätigkeit HOHENHAUSERs ergrimmten Landstürmer schützen, doch gelang ihm dies nicht. Im Jahre 1720 verfasste HAFNER eine Schrift mit dem merkwürdigen Titel „Patriotische Grillen“, worin er die Gründe für und gegen die Ansiedlung der Englischen Fräulein in Meran darlegte. Am 22.6.1741 wurde er in den Ritterstand erhoben und ihm gestattet, das Wappen und den Namen der mit seiner Ehegattin erloschenen Familie PEITNER mit seinem zu vereinigen (für Verdienste im Kriege 1703 als Offizier des Regimentes „Graf Starhemberg“). Christof starb am 28.6.1748 in Meran. Bei seinem Ableben wurde das erstemal die neue Verordnung, dass außer dem Begräbnis-Gottesdienst kein „Siebenter“ und kein „Deissigster“ gehalten werden dürfe, angewendet. Die Verwandten baten um Dispens von dieser Vorschrift, wurden aber abgewiesen.

Franz-Adam (Michael) von HAFNER von und zu PUECHENEGG und PEINTNER, Sohn des Christoforus (IV), geboren 30.9.1704 in Meran, gestorben 1.9.1778 in Deutschnofen, war Postmeister in Branzoll und in erster Ehe (30.6.1730) mit Anna Barbara Agathe von TSCHUEGG zu KREUZEGG, geboren Aldein, 19.8.1707, gestorben Branzoll, 29.3.1756, Tochter des Tobias von TSCHUEGG, in zweiter Ehe (1757) mit Barbara STOLZ vermählt. Er soll, nach Forschungen Georg von GRABMAYRs, ein Urenkel jener Susanna von ALBIZZI (geboren 1584, Gattin, seit 3.11.1604, des erzherzoglischen Kammersekretärs Hans SCHRATZ [gestorben 1618], gestorben 29.4.1653 in Innsbruck) gewesens ein. Diese Susanna war die illegitime Tochter des Kardinals Andreas von Österreich, des Sohnes des Erzherzogs Ferdinand II. und der Philippine WELSER, und Schwester des Hans-Georg von ALBIZZI (geboren 1583), Ehegatten der Susanna YPHOFER von YPHOFERSTAL. Franz-Adam von HAFNER war somit ein illegitimer Nachkomme der Philippine WELSER.

Franz-Florian von HAFNER, Sohn des Franz-Adam, geboren 4.5.1736 in Pinzon bei Montan, gestorben 6.7.1808 Branzoll, war ebenfalls Postmeister in Branzoll und mit Zäzilie SARDAGNA von MERANBERG (geboren 24.12.1754, gestorben 12.8.1812), vermählt. Er war sehr reich und besaß ausgedehnte Güter in Branzoll, Bozen, Terlan, Girlan und Eppan.

Von seinen Schwestern ehelichte Josefa-Aurelia von HAFNER, geboren 1731, gestorben 7.5.1794 in Bruneck, im Jahre 1757 den Josef STEGER, Wirt „zum Lamm“ in Bruneck, gestorben 1790, und zeugte mit ihm einen Sohn, Anton STEGER, geboren 16.6.1768 in Bruneck, gestorben 3.7.1832 in Wien, den bekannten Landsturmkommandanten des Jahres 1809. Nach dem Tode des Josef STEGER verheiratete sich Josefa von HAFNER (im Jahre 1791) mit Matthias DECOLL.

Regina von HAFNER, Franz-Florians Schwester, heiratete am 30.2.1760 den Karl Johann von WEBERN; ihre Schwester, Ursula, geboren 15.9.1735, gestorben 22.7.1791, ehelichte am 2.5.1764 den Johann Peter GELMINI von KREUZHOF (geboren 2.7.1723, Sacco, gestorben Branzoll, 30.9.1797).

Eine Kusine, Maria-Elisabeth, geboren Meran, 16.11.1754, dort gestorben 21.11.1813, wurde am 9.9.1783 die Gattin des Felix von GASTEIGER (geboren 4.2.1755 Meran, dort gestorben 12.9.1818), Kommandanten der Meraner Schützen im Sturmjahre 1809 und Mitkämpfer Andreas HOFERs.

Franz Alois von HAFNER, Sohn des Franz-Florian, geboren 17.3.1781 in Branzoll, war auch Postmeister in Branzoll, und starb am 1.3.1833 in Branzoll.

Sein Neffe Franz HAFNER, gestorben 13.11.1899, war ein bekannter Montanist, seine Nichte Rosa HAFNER (gestorben 1896) ehelichte den Josef INNERHOFER, „Sagmüller“ in Meran, den Vater des Dr. Franz INNERHOFER, geboren 18.4.1847 in Meran, gestorben 1.11.1918 in Meran, Museumsdirketors in Meran.

Karl von HAFNER, Sohn des Franz-Florian, geboren in Leifers bei Bozen am 28.8.1783, rückte mit 82 Mann der Schützenkompanie Neumarkt an die Grenze im Süden bei Canal d’Agorda und hielt dort als Hauptmann dieser Kompanie vom 7. bis 17.6.1809 treue Grenzwacht. Am 6.10.1809 zeichnete sich Karl von HAFNER als Hauptmann bei der Zurücktreibung der Franzosen von Lavis nach Trient und am 10.10. bei dem wütenden Ausfall aus Trient besonders aus. Karl von HAFNER starb als Postdirektor von Padua dort am 9.12.1838. Er war in erster Ehe mit Ursula LECHLEITNER, in zweiter Ehe mit Barbara LECHLEITNER verehelicht.
Von seinen Söhnen wurde Alois (geboren 6.11.1818, gestorben 1882) Hauptmann und Rechnungsbeamter, Karl (geboren 2.2.1820, gestorben 8.12.1884) Major, Josef (geboren 31.10.1823, gestorben 1885) Major und Robert (geboren 20.12.1834, gestorben 25.3.1890 in Trient) Oberst.

Leopold von HAFNER, Sohn des Robert, geboren 7.4.1883, Gatte der Erna GELMINI von KREUZHOF, lebte als Oberst in Wien und hat eine ausführliche Geschichte der Familie von HAFNER verfasst.

Edmund von HAFNER, Sohn des Franz-Florian, geboren 16.11.1779, Branzoll, gestorben 20.1.1847, Bozen, war mit Antonia MERL verehelicht. Er war Kollegialrat in Bozen. Von seinen Töchtern war Josefa, seit 1844, mit Dr. Johann von ZALLINGER (geboren 1815, gestorben 1888), Maria (gestorben 1895), seit 1842, mit Anton von HEPPERGER (geboren 1811, gestorben 1888) vermählt.

Am Maiser Bauernaufstand am 12.5.1762 (wegen der Geldentwertung) waren Nikolaus und Fredinand von HAFNER beteiligt. Nikolaus wurde verhaftet, Ferdinand entfloh.

Die von HAFNER sind das einzige Passeier Adelsgeschlecht, das bis in die Neuzeit blüht.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 106-109.
 
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