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Die Herren von GRIESINGEN stammen aus Ober- und Unter-Griesingen bei Ehingen in Schwaben, von wo sie mit Ulrich IV. von MATSCH, Grafen von Kirchberg, nach Tirol einwanderten. Als erster der Familie finden wir Rudegar (1253), dessen Sohn Eberhard, Truchsess des Fürstbischofs Bruno von Brixen wurde. Richard (Reinhard) hatte vier Söhne: Heinrich, Gatte der Gute von ENGELSWIKER (1370), der den Stamm fortsetzte. Bruno blieb in Schlanders (1381), Marquard war seit 1309 bis 1324 Pfarrer von Flaurling, seit 1317 Domherr von Brixen, Propst im Kreuzgange, Generalvikar (1322), Vize-Dekan (1336) und starb am 12.3.1449 in Brixen. Der vierte Sohn war Burkhard, der 1337 in Bologna studierte und im Jahre 1346 Rektor der Universität Padua wurde. Wir finden seinen Namen noch auf Urkunden 1381. Der früher genannte Vater dieser vier Söhne, Richard, war, seit 1281, mit Livega von KIRCHBERG, Schwester des Fürstbischofs von Brixen, Bruno Grafen von KIRCHBERG (gestorben 24.8.1288), vermählt (1278-1292).
Von 1373 bis 1386 war Hans (I.) von GRIESINGEN Kastellan in Ober-Matsch. Seine Gattin war Veronika von HERBISHOFEN. Im Gebiete von Mals besaßen sie den großen Hof „im Sack“ (1478), in Mals wahrscheinlich auch den „alten Turm“ der Matscher. Durch mehr als hundert Jahre kommen die GRIESINGEN in alten Urkunden in der Malser Gegend vor. Ob sie auch das Schloss „Griessenstein“ (bei Tscherms), früher „Gries-Hof“, besessen haben, ist fraglich, da der Name „Griessenstein“ dort erst nach dem Aussterben der GRIESINGEN (1502) aufkam (1581). Hans (II.) von GRIESINGEN war 1418 Pfleger in Matzen, 1422 Landrichter von Sterzing, Hans (III.) von GRIESINGEN, geboren um 1419, Gatte der Eufemia, erhielt 1450 den Behaimsturm in Schlanders und wurde 1472 in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen. Er war von 1487 bis 1502 Lehensbesitzer des Schlosses „Schlandersberg“ und 1491 Verwalter der Hauptmannschaft an der Etsch. Im Jahre 1501 starb er als Letzter der Familie in Latsch, da sein Neffe Hans (IV.), Sohn seines Bruders Ulrich, Herr von Fragsburg (gestorben 1439), vor ihm gestorben war. Apollonia, Tochter des Hans (III.) von GRIESINGEN war (um 1570) mit Hans (IV.) von ANNENBERG vermählt. Deren Sohn, Matthias von ANNENBERG, erlangte am 9.9.1604 das Wappen der erloschenen Herren von GRIESINGEN. Der Ansitz „Griessenstein“ kam später an die Herren VERDROSS von GRIESSENSTEIN, und von diesen im Erbwege an die Herren ZÖTTL von GRIESSENSTEIN. Den Namen „Griessenstein“ soll auch ein alter Turm in Mals geführt haben. Jakob GRIESINGEN, Richter der Herrschaft Rodenegg, erlangte am 9.3.1657 die Wiederverleihung des durch eine Feuersbrunst (1638) zugrunde gegangenen alten Wappenbriefes, doch ist Jakob mit der alten Familie der Griesinger nicht verwandt. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 96 f.
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