Newsflash

Sie sind auf der Suche nach einem Wappen, Datum einer Nobilitierung oder Standeserhöhung?
Im FORUM können Sie Ihre ANFRAGEN posten.

 
Goldegg
User Rating: / 0
PoorBest 
Thursday, 08 March 2007

Im kleinen Bergtale Goldegg auf Jenesien standen vier uralte Höfe, Schaller, Faigl, Weifner und Mayrhof genannt, mit adeligen Rechten, deren erste Spur schon zu Meinhard II. Zeit (1290) in der Geschichte erscheint. Sie standen zum Schlosse „Maultasch“ fast im gleichen Verhältnisse, wie die Schildhöfe von Passeier zum Schlosse Tirol, und genossen ähnliche Fürstengunst für ihre Hofdienste. Margaretha Maultasch ist keineswegs die Begründerin dieser Rechte, sondern bestätigte sie nur. Die den Höfen verliehenen Vorrechte waren dinglicher Art. Daher nannte man dieselben Freisässe oder Freisitze, die Inhaber „Freisassen“. Vorteile, welche aus dem Besitze dieser Freihöfe flossen, lockten viele Adelige, sich um dieselben zu bewerben. In einer Urkunde vom Jahre 1467 wird bemerkt, dass die oben genannten 4 Höfe als Lehen der Kirche von Trient ein Besitztum des Herrn Christof von GOLDEGG gewesen seien. Sie hießen: „Zum oberen Goldegg“ oder Schloss „Wiffe“, jetzt „Weifnerhof“, „zum niederen Goldegg“, jetzt das „Finkehlerschlössl“, eine Ruine unweit „Rafenstein ob der Talfer“, der „Schallhof“, jetzt „Schaller- oder Mayrhof“.

Auf diesen Höfen finden wir ums Jahr 1190 den ersten diplomatisch erweisbaren GOLDEGG, Ankus mit Namen. Er wohnte auf dem Schlosse „Wiffe“. Seine Nachkommen waren um das Jahr 1231 bereits zahlreich, und erschienen auf den Landtagen als rittermäßige Edelleute. Sie teilten sich in mehrere Zweige, unter denen die GOLDEGGER von Jenesien, die von Lana, und die im Herzogtum Salzburg besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Hanns III. von GOLDEGG auf Jenesien, ein Zeitgenosse Friedrichs mit der leeren Tasche, erwarb zu den ursprünglichen Besitzungen seines Hauses am Eingange ins Sarntal 1421 das Schloss und Gericht Sarnthein, nachdem er schon früher Herr des Schlosses Wart bei Eppan geworden. Bei seinem Tode hinterließ er nur zwei Töchter, die eine an Johann von WEINECK, die andere an Schweikert von SCHLANDERSBERG vermählt. Seine Schwiegersöhne teilten sich seine Hinterlassenschaft. Hannsens Bruder, Wilhelm, verband sich ehelich mit Barbara, einer Tochter des Nikolaus von PLATSCH, damals Witwe des Baltasars OB DEM BERGE, zu gleicher Zeit mit den VINTLERn, die den größten Teil platschischer Erbschaft inne hatten. Daher wohnte er auch gewöhnlich in Milland bei Brixen. Sein Sohn Albert erbte nebst den Gütern an der Etsch auch die Besitzungen in der Gegend von Milland, wozu der Neuenbergertum auf Carnol gehörte. Bei dessen kinderlosem Hinscheiden war vom Zweige der Jenesier nur der einzige Christof GOLDEGG noch übrig, welcher im Jahre 1439 den Bau der alten Pfarrkirche von Jenesien bewirkte, und als Herr der Schlösser „Wangen“, „Ried“ und „Rafenstein“ im Jahre 1466 starb. Mit ihm erlosch die alte Linie des Geschlechtes.

Glücklicher war der jüngere Stamm zu Lana. Schon im Jahre 1231 erschien daselbst Heinrich von GOLDEGG (de Goldeccode Launan) auf dem Hofe Gartscheid.

In neuerer Zeit versuchten die Herren von GOLDEGG zu beweisen, dass sie von Berthold von SIMLAN (1314) stammen, dessen Neffe Konrad, der Stammvater des Hauses GOLDEGG war. Goldegg ist, wie erwähnt, ein alter Ansitz in Ober-Lana, seit urdenklichen Zeiten mit adeligen Freiheiten versehen. Im Jahre 1370 erwarb Konrad GOLDEGG durch seine Ehe mit Margarete von GREIF (Gryffo) den Edelsitz Goldegg, der unter dem Namen „Greifenturm“ den Herren von GREIF zu Eigen war. Dorothea von GOLDEGG, seine Enkelin ehelichte den Hans GERHART von KESTLAN, (gestorben um 1440), dessen Sohn, Erasmus von GERHART, den Edelsitz im Jahre 1446 an Leonhard GARTSCHEID, seinen Oheim, Hofbesitzer in Lana, verkaufte. Dessen Nachkommen nannten sich fortab „von und zu GOLDEGG“ und begründeten so die neue Familie der GOLDEGG, die mit der alten Familie der GOLDEGG keinen blutmäßigen Zusammenhang besitzt.

Am 10.5.1563 erlangten die Brüder Hans und Hieronymus GOLDEGG, am 14.1.1670 Johann-Jakob von GOLDEGG den Reichsadelsstand und dazu das Prädikat „von Lindenburg“, einem Ansitze bei Bozen.

Am 3.3.1580 erhielten die Brüder Paul, Thoman, Jakob und Lienhard GOLDEGG die Erhebung ihres Ansitzes zum adeligen Freisitz, am 16.7.1581 die Brüder Paul, Thoman, Jakob, Leonhard und Kaspar Goldegg eine Wappenbermehrung und die Rotwachsfreiheit.

Die neuere Genealogie der Familie Goldegg wird ausführlich im „Genealogischen Taschenbuche der Adeligen Häuser“ (Brünn, 1881, Seite 211, 6. Jg.) dargestellt.

Die meisten GOLDEGG dienten in höheren Staatsstellungen, teils als Offiziere, teils als Beamte.

Der 16. Stammhalter dieser Familie war Hugo von GOLDEGG. Er war das einzige Kind des ehemaligen Kreiskommissärs Anton Johann von GOLDEGG (geboren 27.12.1787, gestorben 3.12.1854 Bozen) und wurde am 14.3.1829 im gräflich Tabarellischen Palast in Trient geboren. Er widmete sich dem Militärdienste, den er aber wegen Kränklichkeit bald verlassen mußte.
Das Kriegsjahr 1848 machte Hugo in den beiden Bozener Freiwilligen-Kompanien mit, im Jahre 1859 organisierte er die Klausener freiwillige Schützenkompanie und führte sie als Hauptmann auf den Tonalepaß dem Feinde entgegen. Hierfür erhielt er das goldene Verdienstkreuz. Am 21.6.1866 wurde Hugo zum Hauptmann in der Armee ernannt und mit dem signum laudis dekoriert.
Im Mai 1866 wurde Hugo Kämmerer und zog sich auf seine Südtiroler Güter zurück. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde er in die Kurie des adeligen Großgrundbesitzes im Jahre 1861 in den Tiroler Landtag und im Jahre 1873 in den österreichischen Reichsrat gewählt.
Hugo von GOLDEGG, der seit 1855 mit Filomene PUTZER von REIBEGG (geboren 1836, gestorben 1918) vermählt war, hat sich um die Geschichte des Tiroler Adels große Verdienste erworben. Er verfasste ein großes Wappenwerk über den lebenden und ausgestorbenen Tiroler Adel, der aber nur bis zu den Buchstaben “N“ gedieh und nun von der Tiroler Matrikelstiftung verwahrt wird. Auch das Buch „Die Tiroler Wappenbücher im Adelsarchiv des Ministeriums des Inneren in Wien“ stammt von ihm. Es ist das beste Nachschlagewerk für Wappen-Verleihungen an Tiroler Adelige und Bürger, das wir besitzen.
Hugo von GOLDEGG, der am 20.9.1877 eine Bestätigung seines alten Ritterstandes erlangte, starb am 12.12.1904 auf seinem Schlosse „Spauregg“ bei Partschins. Sein als Genealoge bekannter, am 8.3.1921 in Kolbenstein am Ritten verstorbener Sohn Konrad (geboren 1856 in Prackenstein bei Bozen), Rittmeister, später Buren-Oberst, und seine Tochter Anna, geboren 27.8.1860, gestorben 25.11.1937 in Innsbruck als Stiftsdame des Theresianischen Damenstiftes, suchten im Jahre 1917 unter Berufung auf das Alter ihres Uradels um die Verleihung des Freiherrnstandes an, den sie auch am 15.1.1918 vom Kaiser Karl erhielten. Seit 1524 sind die GOLDEGG in der Tiroler Adelsmatrikel eingetragen.

QULLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 88-91.
 
< Prev   Next >
© 2008 AustroArchiv.com
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.