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Gadolt von Gadoltshausen
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Thursday, 08 March 2007

Hans (I.) GADOLT, geboren in Verona, ließ sich um 1490 als Bürger und Spezger in Bozen nieder und hatte drei Söhne: Ulrich, Hans (II.) und Vinzenz, von denen Hans (II.) die Linie der „GADOLT von GADOLTSHAUSEN“ und Vinzenz die Linie der „GADOLT von SELOSHAUSEN“ begründete. Die drei Brüder, Hans, Ulrich und Vinzenz, sowie deren Vettern, Berchtold und Hans-Ulrich, erlangten von Kaiser Max I. am 17.5.1513 einen Wappenbrief (Windhund im Wappen).

Linie der Galdolt-Gadoltshausen (Bozen)

Hans (II.) GADOLT wurde Ratsbürger und Apotheker in Bozen und vermählte sich dort mit Margarete PICHLER (gestorben 1541). In den Jahren 1516 und 1522 war ein Bürgermeister von Bozen und soll das von seinem Vater (1497) ererbte Haus in der Dominikanergasse „Gadoltshausen“ benannt haben. Sein Sohn Hans (III.), gestorben 1568, war Trienter Amtsmann für die Trientschen Besitzungen in Bozen und wurde in Bozen im Jahre 1566 Bürgermeister. Er war in erster Ehe mit Marta SCHMIDMANN von KLEBENSTEIN, in zweiter Ehe (1541) mit Anna von RIED vermählt. Sein Sohn Paul war, wie der Vater, Trientscher Amtmann und mit Anna Maria von KHUEPACH verehelicht. Er erlangte am 1.5.1576 eine Adelsbestätigung. Er erwarb den Edelsitz „Graben“ (Villanders) und nannte sich (1575) „GADOLT von GADOLDSHAUSEN zum GRABEN“.

Adam von GADOLT, Sohn des Paul, Gatte der Sara GÖSSL von THURN, starb als kaiserlicher Hauptmann im Türkenkrieg in Ungarn im Jahre 1603, als letzter Mannesspross der GADOLT von GADOLTSHAUSEN. Er hinterließ eine Tochter, Johanna, Gattin des Marx HÖRL.

Linie der Gadolt-Seloshausen (Meran)

Vinzenz, Sohn des Hans (I.) von GADOLT, wurde Ratsbürger in Bozen, bekleidete dort in den Jahren 1531 und 1545 das Bürgermeisteramt und ehelichte Apollonia SELOS, Tochter des reichen Hans SELOS in Innsbruck. Er erbte durch diese Heirat ein Haus (und Grundstücke) in Innsbruck, dort wo um 1615 die Dreifaltigkeits-Kirche (Jesuitenkirche) erbaut wurde. Er soll dieses Haus „Seloshausen“ benannt haben. (In den Innsbrucker Häuser-Chronik scheint aber diese Bezeinung nirgends auf.) Als Erzherzog (später Kaiser) Ferdinand am 14.8.1523 in der Innsbrucker Vorstadt ein Ritterspiel veranstaltete, musste er an Hans GADOLT eine Entschädigung für den zur Errichtung einer Holztribüne überlassen Grund bezahlen; Vinzenz starb um 1550.

Hans (IV.), Sohn des Vinzenz, war Waldmeister in Primör und dreimal verehelicht: mit Barbara von TAXIS (gestorben 1552), 1553 mit Rosina HEYRLING von WINKL (gestorben um 1570) und (1571) mit Perpetua von KRÄÄ von der HARDT (gestorben 1597). Er erwirkte am 29.9.1553 vom Kaiser Karl V. eine Adelsbestätigung für sich und seine Vettern Hans (II.), Martin, Baltasar, Jakob und Matthias. Im Jahre 1567 wurde Hans (IV.) in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen.

Von den sechs Kindern des Hans (IV.) zog Augustin nach Meran, wurde Pfleger in Greifenstein (Glaning) und vermählte sich mit der Meranerin Felizitas von KALMÜNZ,Witwe des Thomas ZÖTTL von GRIESSENSTEIN. Aus der Zeit, wo die GADOLT von SELOSHAUSEN in Meran waren, stammt ein in Fresko gemaltes Wappen der Gadolt im Presbyterium der Meraner Spitalskirche und ein Wappenschild auf dem Grabmal der Familie von ROLANDIN, links unten in die äußere Südwand der Untermaiser Pfarrkirche eingemauert (Johann Anton von ROLANDIN, geboren 19.1.1601, war der Gatte der Anna Perpetua von GADOLT, gestorben 5.1.1675).

Ein anderer Sohn des Hans (IV.), Hans V.), Lienhard, gestorben 1636, war seit 1607 der Ehegatte der Sidonie von KATZELOR zu FRAGSBURG (geboren 1572, gestorben 16070), Tochter des Benedikt von KATZELOR (gestorben 1597). Zusammen mit seinen vier Brüdern wurde ihm am 2.12.1590 die Vereinigung seines Wappens mit dem seiner Großmutter Apollonie von SELOS, deren Familie erloschen war, gestattet und ihm genehmingt, sich „von Seloshausen“ zu nennen.

Franz-August von GADOLT (geboren 1608) wurde 1647 der Gatte der Maria von WINKELHOFEN. Von seinen Söhnen war Georg Baltasar von GADOLT, Benefiziat in Rasen (bei Olang) und seit 1686 Kanonikus in Innichen. Sein Bruder Paul von GADOLT war Landmilizleutnant im Pustertale und hatte dort Besitzungen, namentlich in Welsberg.

Von Paul stammt Georg Nikolaus von GADOLT, geboren um 1680, Benefiziat in Toblach, seit 1738 Kanonikus in Innichen, wo er am 8.3.1753 starb.

Wir finden dann  noch, ohne Kenntnis des Familienzusammenhanges einen Anton von GADOLT, gestorben ledig um 1650, und eine Walburga von GADOLT von SELOSHAUSEN, die noch im Jahre 1847 Stiftsdame des adeligen Fräulein-Stiftes in Hall war und vermutlich als die letzte Namensträgerin der GADOLT starb.

Eine ausführliche Stammtafel der Gadolt (bis 1700) bringt Georg von GRABMAYR in seinen „Stammtafeln alter Tiroler Familien“, Seite 28.

QUELLE:

  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 85-87.
 
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