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Die Ritter FUCHS waren ursprünglich Dienstleute der Grafen von EPPAN. Als Ältester des Geschlechts wird Georg FUCHS genant, der 1195 an einem Turnier in Zürich teilnahm. Ulrich erscheint 1267 als Lehensträger auf dem Schloss „Fuchsberg“; er gilt als Stammvater der Familie. Von 1267 bis 1827 hausten die Fuchs auf ihren zahlreichen Schössern in Südtirol, zuletzt in „Lebenberg“, wo ein sehr großer, auf Leinwand in Öl gemalter Stammbaum mit zwölf Geschlechterfolgen, beginnend mit Ulrich, Gatten der Dietmut von PASCHBACH, bis Johann-Karl, gestorben 8.6.1664, Gatten der Elisabeth von BEMMELBERG, beinahe 270 Personen mit Namen und Portärt, die Kinder in ganzer, die Erwachsenen in halber Gestalt eine Schmalwand des Schlosses schmückt.
Die Familie trennt sich um 1390 in drei Linien: in die FUCHS-KORB-FREUDENSTEIN, in die FUCHS-JAUFENBURG und in die FUCHS-LEBENBERG. Gabriel Bucelin „Germania stemmatografia“, Ulm 1655, 2. Bd., S. 127 bis 129, Franz Karl Wissgrill “Schauplatz des Adels”, Wien 1794, 3. Bd., S. 123, und Stephan von MAYRHOFEN „Stammtafeln des Tiroler Adels“, 1838. Hier sollen nur die bedeutendsten Mitglieder dieser weitverzweigten und mit dem gesamten Alt-Südtiroler Adel versippten Geschlechte angeführt werden. Die FUCHS besaßen in Südtirol die Schösser „Altenburg“ (St. Pauls-Eppan) von 1423 bis 1479 und von 1497 bis 1551 (Tod des Karl von FUCHS), „Freudenstein“ (St. Michael-Eppan), wieder erbaut von Jakob von FUCHS 1450, „Fuchsberg“ (St. Pauls-Eppan) seit 1267 und dann, mit Unterbrechungen, ab 1637 im Besitze der Familie HOCHEPPAN, nach dem Aussterben der Grafen von HOCHEPPAN bei den FUCHS, nämlich 1478 Georg, 1494 dessen Sohn Jakob, 1550 Karl (dort 1550 gestorben), 1614 Hans Christof, 1668 Franz und seit 1715 wieder die FUCHS, „Katzenzungen“ (Tisens) seit 1517 bei Jakob FUCHS (bis 1535), der sein Wappen mit dem der erloschenen Herren FINK von KATZENZUNGEN vermehren durfte (3.4.1518), „Korb“ seit 1471 bei Werner FUCHS und bei den FUCHS bis zum Tode des Karl (1550). „Lebenberg“ (bei Marling) erwarben die FUCHS dadurch, dass Dorothea von LEBENBERG, Erbtochter des Petermann (gestorben 1426), und der Klara von FUCHS im Jahre 1424 den Wolfhart (I.) von FUCHS, Sohn des Christof (I.) ehelichte und ihm so das Schloss zubrachte. Wolfhart war Burggraf von Tirol, anfangs ein Gegner Herzog Friedrichs mit der leeren Tasche, und starb in Lebenberg (bei Marling) 1446, Thomas, dem später mit den Herren von FUCHS versöhnte Herzog Siegmund im Jahre 1451 nebst Schloss „Lebenberg“ auch das der Dorothea von LEBENBERG gehörige Schloss „Tschengelsburg“ (bei Tschendls) verieh, war der älteste Sohn des Wolfhart (I.), Hillebrand, Sohn Wolharts (II.), Enkel Wolfhart (I.), war Hauptmann in Kufstein und ließ 1531 die Hl. Kreuz-Kapelle in Passeier bauen. Er besaß unter dem Namen „Neu-Fuchsberg“ das Schloss „Forst“ bei Lana (1497 bis 1519). Die wichtigste Besitzung der FUCHS war die Herrschaft Passeier mit „Jaufenburg“. Barbara von PASSEIER, Tochter des letzten Ritters von PASSEIER, Hillebrand, 1390 im Mannesstamme erlsochen, ehelichte 1383 den Christof FUCHS (I.), wodurch die FUCHS 1418 Herren von Passeier und des Schlosses „Jaufenburg“ (bis 1745) wurden. Christof (I.) (gestorben um 1421), Sohn des Ulrich und der Osanna von ROTTENBURG, nahm an der bekannten Adelsverschwörung Heinrichs von ROTTENBURG gegen Herzog Friedrich (1406) teil. Christof (I.) hatte vier Söhne: Wolfhart (I.), Degen (I.), Hillebrand und Georg Christofs (I.) Bruder Georg war Domherr in Brixen, wo er am 1.4.1401 starb. Die Familie erhielt (mit Karl dem Älteren, kaiserlicher Rat und Viertelhauptmann, gestorben vor 1610) am 31.12.1602 den Freiherrenstand mit den Prädikaten „von Lebenberg und Freudenstein“, am 10.11.1610 (mit dem Vetter des Karl dem Älteren, Karl der Jüngere, erzherzoglicher Rat und Kämmerer) den Freiherrenstand mit den Prädikaten „von Jaufenburg und St. Valentin“, und mit dessen Söhnen, Karl, Hans-Christof und Georg-Siegmund, Pfleger in Itter, am 30.6.1633 den Grafenstand. Die Herrschaft Taufers mit dem Burghut erlangte 1429 Degen FUCHS, dessen Nachkommen auch 1498 Eyrs und Schlanders zu Lehen hatten. St. Valentin (St. Michael-Eppan) war seit 1455 im Besitze der Familie FUCHS, deren Wappen (1766) in der Kapelle heute noch an die Besitzer erinnert. Degen (I.), auch „Degnanus“ oder „Tageno“ genannt, Sohn des vorgenannten Hillebrand und der Dorothea von BOTSCH, geboren 1450, war 1483 bis 1485 Landeshauptmann an der Etsch und von Tirol als Nachfolger des Georg von HAEL zu MAYENBURG, eröffnete am 4.2.1512 den Landtag in Sterzing und starb Ende Dezember 1527 in Kufstein, wo er in der St. Veits-Kirche begraben wurde. Am 10.1.1499 nahm er an den (gescheiterten) Friedensverhandlungen zwischen der Tiroler Regierung Max I. und den Bündnern (Schweiz) teil. Im Jahre 1501 war er Statthalter des „steten Regiments“ Max I., von 1501 bis 1506 Salzmair von Hall und seit 1500 Pfleger von Thaur. Er war ein Bruder des Fürstbischofs von Brixen Christof (II.), dessen Wahl zum Bischof er sehr begünstigte. Er war seit 1481 vermählt mit Eva von FRUNDSBERG (Freundsberg) und führte seit 15.12.1494 das Wappen der 1272 erloschenen Grafen von HOCHEPPAN. In der Zeit von 1506 bis 1528 bekleidete er auch das Amt eines Schlosshauptmannes von Kufstein. Unter ihm wurde sein Sohn Christof (II.) als Vertreter des Vaters Verwalter der Kufsteiner Hauptmannschaft (1517). Ritter Christof (II.) FUCHS von FUCHSBERG, geboren um 1482, Sohn des Degen (I.) aus dessen Ehe mit Eva von FRUNDSBERG, Schwester des Georg von FRUNDSBERG, des berühmten Landesknechtobersten, hatte schon unter Kaiser Max I., Karl V. und Ferdinand I. als Rat und Statthalter in Innsbruck gedient. Er galt als geschäftstüchtig gewandt, ehrgeizig und talentiert. Er verehelichte sich um 1522 mit Margarete Katharina Reichsgräfin von MAXLRAIN (Mächßlrain bei Aibling), einzigen Erbtochter des reichen Grafen Wilhelm von MAXLRAIN zu HOHENWALDEGG und ALTENBURG, Stadtrichter von München, und der Veronika von SEYBOLTSTORFF. Deren Oheim Wolfgang Veit Theodor von MAXLRAIN (gestorben 1561) war mit Anna, Tochter des Landknechtobersten Georg von FREUNDSBERG vermählt, wodurch Christof zweimal mit diesem versippt war. Der Ehe des späteren Fürstbischofs von Brixen, Christof von FUCHS, entsprossen drei Töchter und ein Sohn Christof (III.). Die Tochter Anna heiratete am 15.11.1555 den fürstbischöflichen Schlosshauptmann von Bruneck Christof Ehrenreich von SCHROFENSTEIN (gestorben 1541), der ein Sohn des Rueland von SCHROFENSTEIN war. Ruelands Bruder Christof von SCHROFENSTEIN war ebenfalls Fürstbischof von Brixen (1460 bis 1521). Nach dem Tode seiner Gemahlin Margarete (1535) widmente sich Christof von FUCHS, seit 1530 Hauptmann in Kufstein, dem Priesterstande, wurde 1536 Domherr in Brixen und Propst von Innichen, am 23.2.1539 Domdekan und am 1.9.1539, nach dem Tode des Fürstbischofs und Kardinals Bernhard von CLES (28.7.1539), Fürstbischof von Brixen. An dem feierlichen Einzug des neuen Bischofs in sein Bistum nahm auch sein Sohn und seine drei Töchter teil. Am 21.12.1539 fand die Bischofsweihe statt. Christof genoss die besondere Gunst Kaiser Ferdinands I., der ihn öfters zu sich als Berater berief und ihn am 6.7.1540 zum Regierungspräsidenten der oberösterreichischen Länder ernannte. Bischof Christof mußte in dieser Eigenschaft auch öfters Landtage abhalten. Er starb am 9.12.1542 in Brixen, wo sein marmornes Grabmal in einer Nische des Kreuzganges im Brixener Dom, vermulich ein Werk des Alexander COLLIN, errichtet 1580, heute noch an ihn erinnert. Bemerkenswert war auch die von Christof gegründete Edelknabenschule für 20 adelige Pagen in Brixen (1540). Ab 1529 bis 1531 führte Christof (II.) zusammen mit seinem Bruder Degen (Degenhart II., geboren 1490, gestorben 26.9.1551, Gatte der Barbara KHUEN von BELASI, Tochter des Pankraz von KHUEN) die Schlosshauptmannschaft in Kufstein, dann ab 1531 bis 1535 allein, ab 1536 amtierte dort sein Sohn Christof (III.), Gatte der Helene von WELSPERG bis 1549 und von 1555 bis 1557. Ihm folgte in dieser Würde Degen (III.) von FUCHS, Sohn Christofs (III.) von 1557 bis 1575. Degen (III.) starb am 31.3.1579 auf der Jaufenburg. Er war mit Katharina von WELSPERG vermählt. Der Letzte des Geschlechtes war Johann Baptist Alois Graf von FUCHS, der noch die Schlösser „Lebenberg“, „Tschenglsburg“, „Jaufenburg“, „Hocheppan“ und „Fuchsberg“ besaß, aber alle am 26.2.1814 allodizierte (frei vererblich machte). Er war am 23.6.1761 als Sohn des Franz Anton Grafen FUCHS (geboren 20.10.1705, gestorben 15.4.1767) und der Maria Franziska Katharina Gräfin MOHR (geboren 24.3.1726, gestorben 13.2.1794) geboren und mit Anna Maria Gräfin von MOHR, geboren 1780, Tochter des Karl Anton Grafen von MOHR (geboren 11.12.1738, Tarantsberg, gestorben 22.7.1809, Latsch) und der Maria Josefa Gräfin ARZ von VASEGG (gestorben 1825) vermählt. Er starb am 13.6.1828 in Lebenberg; seine Witwe, die den Fuchs’schen Besitz erbte, am 27.3.1832, ebenfalls in Lebenburg. Beide wurden in Marling begraben. Anna Maria Gräfin FUCHS, geboren MOHR, war eine Schwester des bekannten Kommandanten der Vintschgauer im Jahre 1809, Josef Grafen MOHR (gestorben 1833). Die Schlösser „Lebenberg“ und „Jaufenburg“ waren so gelegen, dass die dort hausenden Familien FUCHS bei Festlichkeiten Lichtsignale wechselten, um das gleichzeitige Ausbringen von Toasten bei den beiderseitigen Festtafeln zu erzielen. Die starke Verheiratung von Familienmitgliedern untereinander – wir finden auf einer Stammtafel vier solche Ehen von Vettern mit Basen – der übermäßige Aufwand, der ihrem Schlossleben einen fast feenhaften Zauber verlieh – musste doch die große Glocke von St. Pauls geläutet werden, wenn ein Ritter FUCHS vom Burggrafenamt nach Fuchsberg kam – der Mangel jeder geistigen oder körperlichen Betätigung führte schließlich den Verfall der Burgen und das Erlöschen des einst so reichen Geschlechtes der Fuchsen herbei. QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "MERAN – Burggrafen und Burgherren“, Wien 1949, Seite 81-85.
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