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Der Name FRANZIN soll aus einer Zusammenziehung des Vor- und Zunamens eines "Franz Avanzini" entstanden sein. Die Akten des Adelsarchivs erwähnen, daß das Geschlecht aus Italien stammt und früher "AVANCINI" hieß. Die Brüder Matthias und Florian wurden am 19. 9. 1570 mit einem Wappenbriefe ausgezeichnet. Matthias' Sohn Paul, Landtags-Ausschuß-Vertreter des Etschviertels (1606-1610) in Bozen und dessen Brüder Eustach und Elias FRANZIN erhielten am 4.4.1619 eine Bestätigung des dem Paul schon am 15.5.1618 verliehenen, aber nicht ausgefertigten Adelsdiplomes.
Matthias, Dr. der Rechte, geboren 1600, gestorben 1633, erhielt am 1.2.1631 die Würde eines Comes Palatinus. Am 11.5.1632 wurden die Brüder Paul und Eustach, am 12.9.1654 Christoph und im Jahre 1678 Johann Wolfgang und sein Bruder Ferdinand Wilhelm in die Tiroler Adelsmatrikel aufgenommen. Dr. Matthias von Elias FRANZIN wurde am 26.7.1630 vom Kaiser Ferdinand Il. mit den Prädikaten "von Mareidt" (Ansitz in St. Justina bei St. Michael-Eppan) und "von Zinnenberg" (Ansitz in St. Pauls, eigentlich Zinneburg, um 1626 erbaut) geadelt. Am 22.5.1652 erhielten die Brüder Adam und Franz Wilhelm, Söhne Eustachs, dann deren Vettern Christoph und Matthias, Söhne von Elfas, ferner die Brüder Bartholomäus (Gattin: Anna von ENGL), Michael und Ludwig, Söhne Wolfgangs, die Bewilligung, sich mit Hinweglassung des Namens Elias FRANZIN nur "von Zinnenberg zu Mareidt und Campan" (Schloß in der Gemeinde Mitterdorf bei Kaltern) zu nennen. Vielleicht klang ihnen der Name Elias FRANZIN zu romanisch. Am 18.7.1672 wurde Johann Baptist von Elias FRANZIN, Sohn Adams, Enkel Eustachs, in den Freiherrnstand erhoben und ihm gestattet, sich "Freiherr von Zinnenberg, Weißenheimb, Mareidt und Campan" zu schreiben. "Weißenheim" ist ein Ansitz in Eppan. Im Jahre 1678 wurde die freiherrliche Linie in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen; sie erlosch um 1750. Eustachius von Elias FRANZIN, Sohn von Matthias, geboren 1573, der erzfürstlichen Durchlaucht Rat des adeligen Hof-Gerichtes, war Besitzer des "Saltnerhofes" in Gaid und stiftete in der Kirche zu Gaid einen Altar. Er war dreimal verheiratet - 1.) mit Katharina Wilhelmine von THUN, 2.) mit Helene TROILO von TROIBURG, 3.) mit Dorothea von SECKENDORF), hatte 16 Kinder und ließ sich und seine ganze Familie 1639 an der Predella des Altars "zu den 14 Nothelfern" kniend, bildlich darstellen. Eustach starb um 1640 in Gaid, Gemeinde Perdonig. Elfas von Elias FRANZIN, Gatte von Sofie von ROST, stiftete um 1692 eine Wochenmesse an der Pfarre St. Pauls. Franz Eustachius von Elias FRANZIN, Sohn Franz Wilhelms war päpstlicher Hausprälat und kaiserlicher Rat, Pfarrer in Kaltern von 1702 bis 1721, Domherr von Trient und starb in Kaltern am 8.4.1721. Franz Christoph, Sohn Josef Antons, war bis 1726 Dekan in Bruneck, übersiedelte dann nach Mareidt, wurde Kanonikus in Brixen und erbaute 1732 die Kirche in Fronwies bei St. Lorenzen-Bruneck, wo er am 19.3.1744 starb. Sein Grabstein ist noch an dieser Kirche erhalten. Johann Andreas von Elias FRANZIN, geboren 1725, gestorben 1798, war von 1775-1783 Kreishauptmann in Bozen, seit 16.4.1749 mit Maria Anna Elisabeth von HORMAYR vermählt, und amovierte am 3.3.1785 die Dominikaner aus ihrem Kloster in Bozen. Auf dem Ritten besaßen Adam Franz von Elias FRANZIN im Jahre 1649 den "Tannhof" und Josef Anton von 1711 bis 1721 den "Dreyer-Hof". Josef Franz de Paula Anton von Elias FRANZIN, ehernannter fürstbischöflich Passauscher Truchseß, geboren 7.3.1769 in Passau, sein Bruder Johann Baptist Anton Passauseher Hofrat, geboren 17.2.1778, ferner Anton von Elias FRANZIN und seine Nichte wurden am 15.2.1814 in die bayerische Adelsmatrikel einverleibt. Alois von Elias FRANZIN zu ZINNENBERG, geboren um 1757, Sohn des früher erwähnten Johann Andreas, trat in den Tiroler politischen Verwaltungsdienst und wurde anfangs 1796 von Tirol nach dem Kreisamte Bregenz als Oberamtsrat versetzt. Sein Chef war der bucklige Ignaz Alois Anton von IN DER MAUR zu Strehlfeld und Freifeld (geboren 31.7.1759 in Landeck), welcher Landvogt, Milizgeneral, Ständepräsident und Kreishauptmann von Vorarlberg war. Als die Franzosen in Vorarlberg einzufallen drohten, organisierte Elias FRANZIN den Vorarlberger Landsturm, doch schienen er und INDERMAUR den Montafoner Bauern zu wenig kriegsbegeistert gewesen zu sein, weshalb sie die beiden des Landesverrates und der Nichterfüllung gemachter Versprechungen bezichtigten. Als dann auch das österreichische Militär am 8.8.1796 Vorarlberg verließ und dem Feinde preisgab, wollte Elias FRANZIN am 9. August um 2 Uhr früh aus Bregenz nach Landeck flüchten. In Bludenz wurde er aber mit seinen Fluchtgenossen, INDERMAUR und Bürgermeister, Spediteur Johann Baptist WEBER aus Bregenz aufgehalten und genötigt, sich als Gefangene der wütenden Montafoner Bauern in das nächst der Stadt gelegene Nonnenkloster St. Peter zu begeben. Dort wurde Elias FRANZIN zuerst tätlich mißhandelt und durch einen Bajonettstich am Knie schwer verwundet. Man warf ihm vor, er habe auf das Verlangen eines Schrunser Bauern nach Aufhebung der Marktsteuer diesem geantwortet: "Was fragen wir nach den Bauern?" Um 11 Uhr vormittags am 10.8.1796 wurde Elias FRANZIN, der noch gebeichtet, an seine Frau Lene und sein einziges Kind Grüße aufgegeben und dem Beichtvater P. Bonaventura Brunold, O. Cap. (gestorben 26.7.1807), seine Uhr geschenkt hatte, durch Schwerthiebe förmlich zerstückelt, so daß "das Blut nicht nur an die Mauer, sondern auch an den Oberboden spritzte". Dann wurde er an den Haaren über die Treppe geschleift und im Klosterhofe durch den Kopf geschossen. Auch INDERMAUR und WEBER wurden ermordet. Die Leiche Franzins und seiner Leidensgefährten wurden am Friedhofe der Nonnen zu St. Peter in einem gemeinsamen Grabe bestattet; ein schlichtes Sandstein-Grabmal nennt ihre Namen und den Todestag, ohne Angabe der Art des Hinganges. Der Schädel Franzins kam später ins Beinhaus, er ist durch eine Schußwunde gekennzeichnet. Der Diener Frazins, Philipp Jakob WILDGRUBER, mußte die Schreckensnachricht der in Imst wohnhaften Witwe, geborenen von SCHENK, überbringen. Der Mörder Franzins, Franz Josef TSCHOFEN, geboren 11.10.1771 in Bürs, dort gestorben 23.11.1839, wurde zu zwanzigjährigem Gefängnis verurteilt, aber im Jahre 1814 begnadigt. Christof-Paul von Elias FRANZIN, geboren Bozen, war seit 15.10.1691 in Wien mit Eva Barbara ALBRECHT von ALBRECHTSBURG, gestorben 1714, vermählt, war kaiserlicher Rat und niederösterreichischer Buchhalter. Seine Tochter Anna Katharina, gestorben 1758, ehelichte den kaiserlichen Generalfeldwachtmeister Karl Hieronymus von FREYTAG zu FREUDENFELD und PLATZÖD, geboren 1683, gestorben in Wien (Landstraße) am 12.7.1761. Anton von Elias FRANZIN, Appellations-Gerichts-Sekretär und Expedits-Direktor in Innsbruck, spendete ein Porträt des Hofkanzlers Josef von HORMAYR im Jahre 1839 dem Ferdinandeum. Er war mit Anna von KARST verehelicht und hatte eine Tochter Anna, geboren um 1800, die den Univ.-Prof. Dr. Johann PEITHNER von LICHTENFELS zum Gemahl nahm. Anton von FRANZIN, ein Bruder des 1796 ermordeten Alois, erhielt am 7.8.1794 vom Tiroler Gouverneur Max Christof Freiherrn von WAIDMANNSDORFF den Auftrag, einen gewissen Albrecht, welcher im Gasthof "Weißes Kreuz" in Innsbruck, rückwärts im 2. Stocke wohnte, mit Hilfe der Wache zu verhaften, alle seine Schriften zu versiegeln und das Zimmer zu verschließen. Die versiegelten Schriften sind dem Statthalter persönlich zu übergeben. Insbesondere soll FRANZIN nachsehen, ob nicht auch ein rotes Käppchen vorhanden sei, mit zwei Schildchen auf beiden Seiten, worauf die Worte "Freiheit und Gleichheit" stehen. Solche Mützen trugen damals die Innsbrucker Studenten, die im "Jakobiner-Klub" beim Bierwirt zum "Fassen" zusammengeschlossen waren. Anton von FRANZIN führte die Untersuchung bis Februar 1795 in drei verschiedenen Sprachen durch und erhielt hiefür am 4.1.1797 eine Belobung. Elisabeth von FRANZIN, gestorben 1.5.1736 in Hall hatte den Hof-Kammer-Rat Johann Josef SPRENG von FELSENHEIMB zum Gatten. Mit der Haller Stiftsdame Wilhelmine von FRANZIN, gestorben 1882, und ihrer Schwester Josefa, der ersten Gattin des Genealogen Georg PFAUNDLER von STERNFELD, geboren. 8.12.1795, gestorben 12.2.1876 in Innsbruck, soll das alte Geschlecht der FRANZIN ausgestorben sein. Von weiblichen Mitgliedern der Familie von FRANZIN, von der Georg v.Grabmayrs "Stammtafeln alter Tiroler Familien" auf Seite 25 und 26 umfangreiche Nachrichten bringen, finden wir, als Ergänzung zu diesen Stammtafeln, noch folgende: Anna von FRANZIN, Tochter Antons und N. geborene von GEIZKOFLER, gestorben 23.12.1740, seit 3.7.1720 in Kardaun, Gattin von Georg Philipp von MAYRHOFEN, geboren 1692, gestorben 31.3.1756. Elisabeth, Gattin von Georg Nikolaus von GSTIRNER . Helene, Gattin von Peter TASCH, Bürgermeisters von Hall (1674). Ursula, Gattin von Hans LEYSS von PASCHPACH (1640). Maria, seit 1685 Gattin von Marx Ludwig LEIS von LAIMBURG . Maria Christine, Gattin von Christof von GRUSTNER. Maria Magdalena, Gattin von Johann Josef von GUMER, geboren 1739, gestorben 1832. Maria, Tochter von Matthias, seit 1609 verehelicht mit Ludwig von GRUSTNER. Maria Anna, Tochter von Johann Andreas, geboren 1751, gestorben 18.12.1808 in Athenrain bei Brixlegg, vermählt Bozen 5.2.1777 mit Karl Josef (nicht Johann Anton) ASCHAUER von ATHENRAIN, geboren 9.2.1751, gestorben 12.3.1822, der im Jahre 1809 als Vertrauensmann Andreas HOFERs eine Rolle spielte und Gewerke war. Maria Franziska, seit 23.1.1753 Gattin von Johann Anton von WENSER . Maria Katharina, Gattin von Franz Xaver PARTH von AMPOSSEGG. Maria Theresia, Gattin von Johann Nepomuk von TRAIHOFFER, geboren 1716, gestorben 24.1.1766. Katharina war die Gattin von Franz von GEIZKOFLER, gestorben 1736. Karolina war 1819 Oberin des Englischen Fräulein-Institutes in Brixen. Anna-Aloisia, Oberin des gleichen Institutes in Meran. Ferner fanden wir: Wolfgang, gestorben 1646, Pfleger, Sohn Adams, der sich am 11.1.1633 in Sarnthein mit Katharina von ROTTENPUCH vermählte. Bartholomäus, Sohn Wolfgangs, geboren 1615, gestorben 1669, ehelichte als junger Jus-Student am 8.2.1633 in Sarnthein Anna Elisabeth ENGEL von ENGELSBURG-THUN, geboren 1619, gestorben 31.5.1652. Josef Anton, geboren 1665, Sohn Franz Wilhelms, Gatte von Anna Maximiliana von WENSER, war im Kriegsjahre 1703 landschaftlicher Steuer-Kassier in Bozen, später Hof-Kammer-Rat und starb am 15.3.1737. Sein mit einer geistvollen Inschrift versehenes Grabmal in St. Pauls-Eppan wurde im Jahre 1922 von Prof. Franz WEBER entdeckt und entziffert. Er hinterließ vier Kinder: Anna Maximiliana Barbara, geboren 23.7.1729, Johann Baptist Jakob, geboren 30.7.1734, Johann Baptitst Philipp, geboren 2.9.1735 und den früher erwähnten Franz Christof, Domherrn von Brixen. Johann Elias der Jüngere, geboren 1727, Sohn des älteren Elias, Landmiliz-Hauptmann, war mit Anna Maria PAYR von CALDIFF vermählt. Seine Tochter, Maria Antonia, geboren 1752, gestorben 1796, war seit 28.5.1781 die Gattin von Johann Anton LEDERER von LÖWENEGG, geboren 1729, gestorben 1789. Johann-Eustach, Sohn Adams, 1682 bis 1695 Pfarrer in Tisens, Benefiziat zum HI. Blute im Passeier. Felix, Pfarrvikar in Latzfons 1748. Johann Matthias von FRANZIN, Pfarrer von Poisdorf in Niederösterreich, 1710. Die Prädikate "von Zinnenberg und Mareit" führte auch der oberste Hofkanzler Dr. Johann von LINDNER (1622). QUELLE: - GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "ÜBERETSCH - Ritterburgen und Edelleute", in Österreichisches Familienarchiv Bd. 2, Degener 1963, Seite 35.
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