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Haslmayr von Grasegg und Fernstein und Haslmayr von Fernstein Dieses Geschlecht – es handelt sich wohl um ein einziges und nicht um zwei verschiedene – das noch heute in Oberösterreich und Tirol blüht, bietet der genealogischen Forschung besondere Schwierigkeiten; ich bin denn auch nicht in der Lage, eine geschlossene Genealogie zu bieten; trotzdem glaube ich, die wenigen Daten veröffentlichen zu sollen, die ich habe feststellen können; vielleicht regen sie Mitglieder des Geschlechtes an, weiter zu forschen. Vor allem sei erwähnt, dass es am Ende des 18. Jahrhunderts zwei Linien mit ganz verschiedenen Wappen gegeben hat.
Das Stammwappen der einen Linie zeigt: Auf einem von je zwei Sternen begleiteten Schrägrechtsbalken ein Löwe, der in einer Vorderpranke ein Herz hält.
Später, 1799, wurde es verbessert und zeigte dann: Geviertet von Gold und Rot; in 1 und 4 ein von schwarz und rot der Länge nach geteilter Adler, in 2 und 3 ein goldener Löwe, der in der einen Pranke ein Schwert, in der anderen ein Herz hält. - Decken: schwarz-rot. – Kleinod: Adler und Löwe wachsend.
Das Stammwappen der anderen Linie zeigt: In Silber zwei rote Schrägrechtsbalken und zwischen diesen ein fliegendes Haselhuhn mit einem Haselzweig im Schnabel, unter dem unteren Balken finden sich zwei goldene Lilien, ober dem oberen Balken ein goldener Stern.
Dieses Wappen wurde 1911 folgendermaßen geführt: Gespalten von Silber und Blau; vorn ein blauer Schrägrechtsbalken mit dem Haselhuhn, das den Haselzweig im Schnabel hält, hinten ein silberner Merkurstab. – Decken: blau-silbern. – Kleinod: 3 Straußenfedern blau-silber-blau.
Das alte Wappen mit dem Haselhuhn ist am 15.8.1593 dem Adam HASLMAYR, Bürger und lateinischer Schulmeister zu Bozen, verliehen worden; 1612 lebte er als Pensionär der Stadt Bozen in Heiligen Kreuz bei Hall in Tirol, wo er, im Verdachte der Ketzerei, zur Galeere verurteilt wurde; während er im Hafen von Genua seine Strafe verbüßte, verwendete sich seine Familie und eine Reihe von Personen, darunter der Fürst von Anhalt, wiederholt für ihn; im Jahre 1614 erklärte er sich als Katholik; trotzdem wurde resolviert, dass er sich mit der Begnadigung „noch eine Weile gedulden“ solle. Seine Frau Anna starb 1615; von seinen Kindern steht nur ein Amadeus fest, der von 1615-1662 in Hall erscheint und von seiner Frau Dorothea einen Sohn Mathäus, geb. 1.4.1621, hatte. 1 (0) Ein Adam, wahrscheinlich Bruder des Amadeus, lebte in Wattens und hatte von seinen zwei Frauen, I.) Apollonia TAXER und 2.) Anna GUGGENBERGER (Verlass 1677), folgende Deszendenz: 2 (1-I) Christoph Johann, geb. Wattens 4.8.1608. 3 (1-I) Michael, geb. Hall 23.9.1619. 4 (1-I) Eva, geb. Wattens 13.12.1613, verm. mit Mathias ZWINGER in Hall. 5 (1-II) Anna, verm. Peter PLIEMB. 6 (1-II) Jakob, stand in kurfürstlich-bayerischen Diensten in Reichenhall. 7 (1-II) Mathäus, 1674 Wirt in Volders verm. mit I.) Elisabeth Stadler, II.) Rosina LAIMPRUCHER, 1679. 8 (1-II) Adam, Verlass 30.10.1686. 9 (1-II) Sabina, verm. mit Andrä PECHAMB in Wattens, testiert 1687, Verlass 21.7.1696. 10 (1-II) Andrä, kaiserlicher Zoller in Fernstein 1663-1693, dann Hofkammerraitrat. 11 (7-I) Franz, geb. ca. 1670, gest. zwischen 1691-1694. 12 (7-II) Anna. 13 (10) Johann Georg, 14.9.1693 zum Zoller in Fernstein ernannt, gest. 1717; seine Erben besaßen Schloss „Sigmundsburg“ pfand- und verrechnungsweise; verm. mit Elisabeth, Tochter d. Abraham REINHARD von THURNFELS, geb. Thurnfels 25.6.1670. 14 (13) Magdalena, verm. mit Franz GUGLER von ZEILHOFER. 15 (13) Josef Peter, gest. vor1796. 16 (13) Anton, Reg.-Offiziant zu Freiburg. 17 (13) Anna Regina, gest. 1766, verm. Mit Anton Ferdinand SCHREIBER von SCHREIBERN zu SCHWANENHAUSEN, gest. 1752. 18 (15) Maria Barbara, verm. mit Joseph Felix SPORNBERGER. 19 (15) Maria Therese. 20 (15) Marianne. 21 (15) Adelheid. 22 (16) Anna. 23 (16) Maria Rosa. Auf Adam 1593 und Andreas 1663-1693 bezieht sich das Diplom, durch welches Anton dem Älteren HASLMAYR, seit 1751 Kaufmann in Wels, unter dem 4.5.1795 der Adel mit dem Prädikate „von Fernstein“ und die Besserung des Wappens mit dem Haselhuhn verliehen wurde.
Von diesem Stamme spricht Siebmacher: „Oberösterreichischer Adel“ und von ihm lebten 1911 noch Abkömmlinge in Oberösterreich und Tirol. Am 9.3.1799 erhielt Josef HASLMAYR von GRASEGG, der seit 1766 bei einigen Zollämtern in Kärnten und seit 1794 als Kameral- und Kriegszahlmeister in Innsbruck gedient hatte, ohne Bezugnahme auf eine frühere Nobilitierung den Ritterstand mit dem weiteren Prädikate „von Fernstein“ und als Wappen das oben beschriebene mit Adler und Löwen. Seine Gattin wäre Maria Anna BACHMANN von WERFENSTEIN gewesen und er hätte sechs Söhne und darunter einen Sohn Ignaz gehabt. Über seine Nachkommen und seinen Zusammenhang mit den anderen HASLMAYR habe ich nichts zu finden vermocht. Er ist nach Georg von PFAUNDLER ca. 1746 geboren und 1806 gestorben. QUELLE: - SCHULLERN-SCHRATTENHOFEN Hermann v. – „Daten über einige Geschlechter des tirolischen Adels“ – Monatsblatt Herald. Gesell. „ADLER“-Wien, Bd. VII , S.24-28 u.31-33.
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