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In Innichen steht ein stattliches Haus, im 15. Jahrhundert erbaut, um 1650 erweitert, ein typischer Pustertaler Edelsitz, "Frankeneck" benannt. Hier saßen seit 1430 die FRANKENREITER, Büger von Innichen, die vermutlich aus Frankenreuth in der Oberpfalz, Bayern, nach Tirol gekommen waren.
Konrad FRANKENREITER siegelte im 15.2.1445 einen Kaufvertrag mit dem alten Familienwappen (Vierungsverbindung). Johann FRANKENREITER, Magister, war 1479 Chorherr in Innichen und wurde dort 1489 Dekan; er war auch Kirchherr zu Sagritz (bei Lienz) und starb 1515 in Innichen. Seine Schwester Ursula war Konventualin in St. Georgen (Lavant, Kärnten). Sein Vater, Kaspar FRANKENREITER, war Bürger von Bruneck (1479), seine Mutter stammte aus der Toblacher Familie JUCKL; Johann FRANKENREITER besaß das Gut "Prengrüb" (Toblach), das er am 5.8.1494 der Pfarre Toblach verkaufte. Er starb im September 1500 in Innichen; sein Wappen (1485) ist noch im oberen Hausflur der Innichener Propstei zu sehen. Georg von FRANKENREITER erhielt 1590 den Adelstand mit dem Beiworte: "von Frankeneck" und für seinen gleichnamigen Ansitz die Adelsfreihet; er starb um 1610. Sein Nachkomme, Matthias von FRANKENREITER, war mit Felizitas von KEMPTER, Tochter des Michael von KEMPTER, vermählt, Beamter der Veit von Küniglschen Schlossherrschaft Ehrenburg (bei Bruneck) und starb dort um 1654. Als seine Kinder können wir annehmen: Johann Jakob, geboren 1651, der Tirol verließ, nachdem er im Jahre 1674 den Ansitz "Frankeneck" dem oberösterreichischen Steuereinnehmer und Pfleger von Innichen Franz WALTHER von HERBSTENBURG (geboren 1649, gestorben 1726) verkauft hatte. Johann Jakobs Schwester, Anna von FRANKENREITER, ehelichte den Peter von WOMMERSEY der Älteren, Bürger von Innichen, dessen Sohn, Peter der Jüngere, sich im Jahre 1671 mit Klara von WALTHER von HERBSTENBURG, Schwester des vorgenannten Franz von WALTHER, verehelicht hatte. Da Franz von WALTHER (irrigerweise) befürchtete, daß seine Familie mit ihm erlöschen werde, adoptierte er am 4.1.1701 seinen Neffen, den einzigen Sohn seiner Schwester (Klara von WOMMERSEY), Johann Baptist von WOMMERSEY, geboren 1679, fürstlich-freisingscher Rat und Pfleger von Innichen, Gemahl der Anna Josefa von SELAUER von SCHWALEBENEGG (aus Sterzing), der sich fortan Johann Baptist von WALTHER nannte und den Edelsitz "Frankeneck" übernahm. Dieser Ansitz kam dann um 1729 an die Herren (Maximilian) von SAMMERN, die sich seit 27.9.1735 "Sammern von Frankeneck" nannten. Zacharias (I.) von FRANKENREITER, geboren Innichen, wurde 1500 Chroherr in Innichen, dort im Mai 1521 Dekan, welches Amt er durch 40 Jahre bekleidete. Unter ihm tobte der Bauernaufstand des Jahres 1525, doch blieb das Stift von Plünderungen verschont. Nur die schuldigen Zinsen zahlten die Bauern vier Jahre lang nicht. In seinem Hause in Innichen starb am 31.1.1526 der Probst von Neustift Christof NIDERMAYR. Sein hohes Alter in den letzten Jahren seines Dekanates brachte manche Unordnung unter den Chorherren des Stiftes, so daß der Fürstbischof von Brixen wiederholt strenge Vorschriften erlassen mußte (7.12.1545). Im Jahre 1554 wurde Innichen und das Stift durch eine Feuersbrunst zerstört, aber wieder aufgebaut. Am 25.9.1561 starb Zacharias FRANKENREITER von FRANKENECK. Johann Kaspar (I.) von FRANKENREITER, geboren 1590, war seit 1620 Chorherr in Innichen, dann Domprediger und seit 1618 Stadtpfarrer in Brixen und wurde am 4.4.1623 Dekan von Innichen. Unter ihm wurden zahlreiche große Stiftungen für die Pfarreien seines Dekanats errichtet. Johann Kaspar starb am 12.3.1668. Aus Tirol sind die FRANKENREITER seit 1680 verschollen. Zacharias (II.) von FRANKENREITER war seit 1583 Chroherr in Innichen, von 1594 bis 1596 Pfarrer in Toblach, 1598 - 1601 Pfarrer in Innichen, wo er als Senior am 20.2.1622 starb. Johann Kaspar (II.) von FRANKENREITER, geboren um 1620, war seit 1650 Chroherr in Innichen, 1652 Kurat in Sexten, 1653 Pfarrer in Innichen, 1654 Pfarrer in Niederdorf und starb am 20.2.1667 in Innichen. Abraham von FRANKENREITER war 1568 Chorherr in Innichen, 1589 Pfarrer in Toblach. QUELLE: |