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Flugi von Aspermont
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Wednesday, 07 March 2007

Die FLUGI sind wie die PLANTA und PARAVICINI ein altes Schweizer Geschlecht, das wegen ihres streng katholischen Glaubens von den protestantischen Schweizern verfolgt und aus der Heimat vertrieben wurde. Sie mussten ihr Schloss Aspermont (im Bistum Chur, Prätigau, Kanton Graubünden) verlassen und um 1600 nach Tirol fliehen.

Andreas von FLUGI, Sohn des Otto FLUGI, geboren 1551, war Hauptmann von Fürstenburg (Burgeis) und erhielt mit Verleihung des Rauch-Aspermontschen Wappens am 1.2.1606 den Adelsstand mit dem Prädikate „von und zu RAUCH-ASPERMONT“ des ausgestorbenen Geschlechtes gleichen Namens. Er starb am 22.12.1622 auf dem Schloss Fürstenburg und hatte vier Söhne, darunter Johann (Fürstbischof Johannes VI.) und (Johann) Andreas, Truchsess und königlich Spanischer Hauptmann. Letzerer wurde am 3.10.1646 in die Tiroler Adelsmatrikel eingetragen und war Schlosshauptmann in Fürstenburg (1607).

Johann Josef von FLUGI (Fluggy) der Ältere, geboren Carnouschg im Engadin, 1548, ein Bruder des Andreas, wurde im Jahre 1601 Fürstbischof von Chur unter dem Namen Johannes V. und musste 1607, von den Reformierten verfolgt, aus Chur nach Feldkirch fliehen; von dort reiste er 1608 über Zernetz (Unter-Engadin) auf das dem Bistum Chur gehörige Schloss Fürstenburg in Vintschgau, wo er von Erzherzog Max III. am 10.7.1609 eine Aufenthaltsbewilligung erlangte. Dort beschloss er, zu kirchlichen Reform des Gebietes die Kapuziner nach Meran kommen zu lassen, und wurde so Gründer der Kapuzinerprovinz Meran. Am 1.5.1616 vollzog er die Weihe des Grundsteines zum Kapuzinerkloster, am 29.10.1617 die Einweihung der Kirche. In der Folgezeit nahm sich der Bischof sehr warm der Kapuziner an und übergab ihnen verschiedene Seelsorgen im Lande. Nebenbei war FLUGI ab 1601 auch Pfarrer vom Schloss Tirol (Meran), doch ließ er diese einträgliche Pfarre durch Verwalter besorgen. Er starb am 31.8.1627 in Chur, war 1613-1621 Präfekt der Marianischen Kongregation in Innsbruck und soll über seinen schon am 12.4.1619 geäußerten Wunsch in der Kapuzinerkirche zu Meran bestattet worden sein.

Johann von FLUGI der Jüngere, Sohn des Andreas, wurde am 13.12.1595 in St. Moriz geboren, wurde Priester und nach dem Tode Fürstbischofs Josef von MOHR (1627 bis 1636) am 1.2.1636 Fürstbischof von Chur unter dem Namen Johannes VI. Am 6.10.1652 weihte er die neue Mariahilfkapelle in Lana. Am 14.2.1641 entsagte er der Würde eines Fürstbischofs, blieb nur mehr Pfarrer von Meran-Tirol, und kaufte den Ansitz „Knillenberg“ in Obermais, den er vollständig umbaute und in dem er auch ein wertvolles Archiv (Flugi-Archiv) anlegte. Johannes VI. starb am 24.1.1661 in Chur.

Andreas Franz von FLUGI-ASPERMONT, geboren 1652 in Chur, Sohn des Johann Andreas und Großneffe des Fürstbischofs Johannes VI., übernahm 1700 von diesem das Schloss Knillenberg. Die Urkunden schildern ihn als einen tätigen und kühnen Mann von hohem militärischen Geiste, von sehr populärem Benehmen, dabei aber voll Ränkesucht, voll Haß gegen Rivalen, voll republikanischen Ideen und Plänen. Er wusste sich vom Kaiser Leopold I. allerlei Vorrechte zu erwerben, unter anderem die ausschließliche Befugnis der Branntweinbrennerei in Obermais. Die Bauern mussten von 1641 bis 1708 ihre Tester an ihn abliefern, wodurch er sehr verhasst wurde. Auch wollt er am 23.9.1703 in geheimen Konventikeln das Land an der Etsch an die Schweiz bringen, sein Plan wurde verraten, und FLUGI in Haft gesetzt und nur zufolge hoher Fürbitte begnadigt.
Auch an der Ermordung des Obersten Dominik Vigil von HOHENHAUSER (am 27.6.1703 in St. Martin im Passeier) soll er mitschuldig gewesen sein. Er erhielt nach dem Tode HOHENHAUSERs am 1.7.1703 das Oberkommando über die gesamte Miliz, zog mit seinen Truppen den Bayern entgegen und trieb sie bis nach Sterzing zurück. Am 25.9.1703 kehrte er ruhmbedeckt nach Meran zurück. Da man ihm eine zweideutige Gesinnung vorwarf, verlangte er selbst eine Untersuchung gegen sich, die mit seiner vollkommenen Rehabilitierung am 19.9.1704 endete. Er war mit Elisabeth Judit Freiin von ROST zu AUFHOFEN vermählt, oberösterreichischer Regierungs-Rat, Erbkämmerer des fürstlichen Stiftes Chur und wurde am 9.11.1697 in den Freiherrenstand erhoben. Er starb am 30.3.1708 auf dem Schloss Knillenberg.

Adam-Franz (Judas-Thaddäus) von FLUGI, Sohn des Andreas-Franz, geboren 14.7.1705, war am 10.1.1729 mit Maria Elisabeth von ROLANDIN (Tochter des Johann Anton von ROLANDIN) vermählt. Er diente 1733 als Leutnant der Meraner Kompanie und starb am 30.7.1776 auf dem Schlosse Knillenberg. Seine Tochter, Maria Anna von FLUGI, geboren 1742, starb am 9.7.1821 als letzte Namensträgerin der FLUGI.

Johann Georg von FLUGI, Bruder des Adam-Franz, geboren 1691, gestorben 1746 in Knillenberg, sowie weitere Bürder starben ledig.

Von weiteren Mitgliedern der Familie von Flugi fanden wir:

Adam und Karl von FLUGI, Mitglieder des 3. Ordens der Kapuziner in Meran (1700).

Andreas, Bruder des Jakob, geboren 1597, gestorben 16.8.1617.

Jakob, Bruder des Fürstbischofs Johannes VI., war von 1610-1636 Schlosshauptmann in Fürstenburg, wo er 1636 starb. Seine Gattin war Johanna von TÄNDL.

Johann-Andreas, Sohn des Otto, geboren 25.3.1623, gestorben 30.12.1686.

Klaudia, gestorben 1713 in Sterzing, Gattin des Ferdinand Freiherrn von ENZENBERG (gestorben 1709).

Konrad von FLUGI, Domherr in Chur.

Maria Katharina, dritte Gemahlin des alten Bernhard von PARAVICINI, war im Jahre 1698 geboren und starb am 1.4.1747 im Schlosse Rundeck.

Otto von FLUGI, Bruder des Jakob, geboren 1598, starb am 20.6.1625.

Des Andreas FLUGIs Erben verkauften 1770 die Güter, der letzte FLUGI, war wahrscheinlich jener Baron FLUGI, der im Jahre 1745 bei der Errichtung des Tiroler Feld- und Landregimentes als Fähnrich in dessen Reihen trat, 1748 Leutnant beim Regimente wurde, das Regiment 1762 verließ, und 1776 in Armut starb; das alte Hausgut wurde zerstreut.

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA Rudolf - „MERAN – Burggrafen und Burgherren“, 1949, Seite 73-75.
 
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