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Flamm von Flammeck
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Wednesday, 07 March 2007

Als ersten dieser Familie finden wir den Bürger von Brixen, Hans FLAMM, der im Jahre 1419 mit dem Flammschen Wappen siegelte (auf einem Dreiberg drei Flammen). Ein Zweig der Familie zog um 1466 nach Sterzing, nach der Heimat der Eva, Tochter des Hans FLAMM, mit Burkhard von STUMBLBECK (Sterzing), und des Jakob FLAMM, Bürgers in Sterzing, Sohnes des Hans, mit Dorothea von HUNGERHAUSEN.

Von den Kindern des Jakob FLAMM ehelichte Margarete den Sigmund von GRIESSTETTEN, Bergbauverweser in Schneeberg, Dorothea, den Wilhelm GOLDWURM von WURMBSEGG, Stadtschreiber in Sterzing (1513) und Sabine den Joachim EPPANER von EPPBURG. Die Kinder Jakobs, Andreas und Marx, blieben ledig. Georg, der vierte Sohn des Jakob, war 1506 Bürgermeister von Sterzing; seine Kinder waren Barbara FLAMM, Gattin des Matthias KOHLHAUFF, der 1546 das Gewerkenhaus in Sterzing besaß, Margarete FLAMM, Gattin des Christof HERBURGER (1550), und Peter, der in Kitzbühel lebte; der genannte Peter, Jakobs Sohn, setzte den Stamm fort und siegelte 1486 als Gewerke in Sterzing; seine Gattin war Barbara KAUFMANN.

Andreas FLAMM von FLAMMECK besaß in Sterzing das Gasthaus "Zur Flamme", vormals "Zum Unter-Stötter", das mit Figuren aus dem Bergmannsleben bemalt war und über dessen abgeschrägten Rundbogentore sich das Flammsche Wappen befand. Der ehemalige Wappenstein der Fassade, aus weißem Marmor, mit schönem Helmschmuck und der Inschrift "Andreas Flamm 1533" wird jetzt im Sterzinger Rathaus aufbewahrt. Um 1510 erwarb FLAMM den Fuchsturm neben dem Jaufen-Tor in Sterzing. Am 16.10.1518 wurde Andreas FLAMM, damals Landrichter in Sterzing, für seine Verdienste "in den Kriegszügen und auf Reisen" vom Kaiser Maximilian I. in den Adelstand erhoben, mit der Erlaubnis, einen zu erbauenden Ansitz "Flamegk" zu nennen. Andreas war Pfandherr des Schlosses "Moos" (Gemeinde Wiesen bei Sterzing) und in erster Ehe mit Katharina von ZOTT, Tochter des Salzmaiers von Hall, Hans von ZOTT, in zweiter Ehe mit Ursula von PÖLSTERLE, Tochter des Sterzinger Bürgers Hans von PÖLSTERLE, in dritter Ehe mit Brigitta WALCH vermählt.

Als der Bauernaufstand in Brixen (12.5.1525) losbrach und die Bauern von Brixen gegen den Brenner zogen, wurde Bürgermeister Andreas von FLAMM als Kundschafter gegen Brixen geschickt, um mit den aufständischen Bauern zu verhandeln. Bei Stilfes, an der Freienfelder Brücke, hielt FLAMM sein Pferd an, um mit den Bauern, die er kannte, zu reden und sie zu bewegen, heimzuziehen. Sie erwiderten, sie wollen ja niemandem etwas zuleide tun, sie wollen nur nach Sterzing in das Deutschordenshaus ziehen und dort sich bei Dr. Sigmund von HAEL-THUMBURG einen Trunk holen. Die Bemühungen Flamms waren bei dem schon etwas betrunkenen Bauernhaufen vergeblich. Tatsächlich wurde auch bald darauf das Deutschhaus in Sterzing geplündert. Zur Verteidigung wichtiger Punkte in Sterzing gegen die noch immer in Massen heranrückenden Bauern, so von Sprechenstein, Reifenstein und Strassberg, wurden Landstürmer herangezogen, die aber Gold verlangten. Zur Aufbietung der Gelder forderte FLAMM von den vermögenden Sterzinger Bürgern Zeichnungen auf diese "Kriegsanleihe". Dr. Sigmund von HAEL-THUMBURG wollte die von ihm verlangten 100 Gulden nicht hergeben, doch FLAMM drohte, ihn ohne Hilfe zu lassen, falls die Bauern über seinen Besitz herfallen würden. Dies wirkte. HAEL willigte nun ein, 100 Gulden vorzustrecken, doch verlangte FLAMM noch 30 Gulden mehr, begnügte sich schließlich mit den 100 Gulden, die HAEL in Form von Silbergeschirr dem Verteidigungsausschuss im Rathause bezahlte.

Andreas von FLAMM starb am 23.12.1536 in Sterzing, wo sein interessanter Grabstein heute noch in der Pfarrkirche zu sehen ist. Von seinen Kindern ehelichte Rosina von FLAMM den Hans von WOHLGSCHAFFEN (gestorben 1558), Bürgermeister und Bergrichter in Sterzing . Felizitas (gestorben 1571) war in erster Ehe mit Heinrich von HULS, in zweiter Ehe mit Georg von MAYRHOFEN (in Niedervintl), Barbara in erster Ehe mit Baltasar KAUFMANN, in zweiter Ehe mit Georg von ROSENBERG, Richter in Stein am Ritten, vermählt. Christof FLAMM, Bruder des Andreas, wurde der Gatte der Katharina von HUTER-WANGA, Regina, Schwester des Andreas, ehelichte den Stefan von SELAUER-SCHWALBENEGG (gestorben 29.8.1506).

Georg, Sohn des Andreas, starb 1618 als Bürgermeister von Meran, wohin 1510 ein Zweig der Familie gezogen war. Seine Gattin war Katharina von MELCHIOR-WEIHERBURG, die noch 1633 das Haus Nr. 76 in Meran besaß. Seine Tochter Anna Maria ehelichte 1567 in Rattenberg den Hans Jakob (I.) von KRIPP (geborben 1541, am 16.10.1569 in Hall im Giessenbach ertrunken). Georg von FLAMM war der Letzte des Meraner Zweiges der Herren von FLAMM.

Von weiteren Mitgliedern der Familie von FLAMM kennen wir:

Anton Georg von FLAMM, Gatte der N. BRÄXL; sein Sohn Rochus wurde am 16.8.1648 geboren.

Helene von FLAMM war die Gattin des Veit von LANGENMANTEL (1560).

Katharina von FLAMM, Tochter des Peter, Gattin des Kasapr von MOR-SUNEGG, Sohn des 1513 verstorbenen Bürgermeisters von Bruneck, Sigmund von MOR.

Katharina von FLAMM, Gattin des Christian RIß; seine Tochter Anna Maria RIß ehelichte 1612 den Pfannhausverwalter in Hall, Karl von LINGGAHÖEL.

Magdalena Katharina von FLAMM, geboren Meran, gestorben 1559, Gattin des Jobst von ETTENHART, Bürgers von Bozen, Landschreibers an der Etsch, geborben 1482, gestorben1557.

Maria von FLAMM, Gattin des Peter von LANSER (gestorben 1602, Bozen).

Markus von FLAMM, Gatte der Eleonore MONSALLER; seine Kinder waren Georg von FLAMM (geboren 5.5.1611) und Ursula von FLAMM (geboren 24.10.1615).

QUELLE:
  • GRANICHSTAEDTEN-CZERVA, Rudolf - "BRIXEN - Reichsfürstentum und Hofstaat", Wien 1948, Seite 115.
 
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